Martin Scharf rockt in Wacken: Neunburger zum achten Mal bei Heavy-Metal-Festival

Suzi Quatro, Sweet, Scorpions und Gene Simmons – auch heuer stehen beim Heavy-Metal-Festival in Wacken viele prominente Bands auf der Bühne. Mehrere Zehntausend Fans werden ihnen bis zum Samstag zujubeln. Mittendrin ist der Neunburger Landtagsabgeordnete Martin Scharf.
Wer den Politiker der Freien Wähler (FW) ausschließlich von offiziellen Terminen kennt, kann sich wohl nur schwer vorstellen, dass der 61-Jährige in Wacken zu wummernden Bässen abrockt. Doch Martin Scharf ist schon lange ein Fan des legendären Festivals. Seit seiner Jugend sei er ein Heavy-Metal-Anhänger, sagt er.
Das Musikgenre des harten Rocks hatte sich in den 1970er Jahren entwickelt. Bands wie Black Sabbath, Kiss, Iron Maiden, Metallica oder AC/DC feierten in der Folgezeit riesige Erfolge. Und begeisterten auch den jungen Martin Scharf.
Die Metal-Leidenschaft hält bis heute an. Immer wieder äußerte der Neunburger, der seit Oktober 2023 Abgeordneter im Bayerischen Landtag ist, den Wunsch, mal nach Wacken zu fahren. Dort findet seit 1990 ein Heavy-Metal-Festival statt.
Doch der Politiker musste erst 50 werden, damit sich dieser Wunsch erfüllte. Zu seinem runden Geburtstag 2013 schenkten ihm Freunde vom Neunburger Tennisclub Tickets für das Wacken Open Air sowie die passende Ausrüstung wie Kutte und Perücke. „Die Kutte halte ich bis heute in Ehren, weil es eine tolle Geschichte war“, erzählt Scharf.
Alle Erwartungen übertroffen
Sein erstes Wacken-Festival habe alle Erwartungen übertroffen, blickt er zurück. Es sei „gigantisch“ gewesen. Die erste Band, die er in Wacken erlebte, war Deep Purple. Die fünf Rocker aus Großbritannien gehören zu den Urvätern des Heavy Metal. „Wenn man die Atmosphäre in Wacken einmal erlebt, wird man schnell süchtig“, meint Scharf.
Und so stand gleich nach dem ersten Festival für ihn fest, im Folgejahr wieder die mehr als 750 Kilometer bis in die schleswig-holsteinische Provinz zu fahren. Heuer besucht er bereits zum achten Mal das Wacken Open Air (WOA). „2017 kam ein Urlaub dazwischen, 2022 und 2021 fand kein Festival statt und im Vorjahr habe ich wegen meines Landtagswahlkampfes pausiert“, so der FW-Politiker. Über die Jahre ist die Gruppe der Wacken-Freunde aus der Region immer größer geworden. Bei den ersten drei Festivals rockte Martin Scharf noch zu zweit mit einem Freund ab, beim vierten Mal waren sie dann zu viert. Bereits im fünften Jahr – 2018 – war die Gruppe auf zehn Mann angewachsen.
Im Folgejahr war dann auch Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling (CSU) erstmals mit von der Partie. 2022 fuhren mittlerweile rund 30Heavy-Metal-Fans aus dem Landkreis Schwandorf nach Wacken. Die Truppe sei bunt gemischt, sagt Scharf. Politiker seien aber in der Minderheit.
Inzwischen länger vor Ort
Bis vor zwei Jahren war er immer von Donnerstag bis Samstag in Wacken. Nun ist der Aufenthalt beim Festival länger geworden. Heuer ist der 61-Jährige bereits am Dienstag Richtung Norden gestartet. Mittwoch erlebte er sein erstes Konzert: Wackenfire Fighters. Weiter ging es mit Bülent Ceylan und Band. Ceylan ist eher als Komiker bekannt, denn als harter Rocker. Aber auch das ist mittlerweile typisch Wacken: Ungewöhnliche Gäste, die mit Heavy Metal eigentlich gar nichts zu tun haben.
Auch Suzi Quatro, Sweet, Mr. Big und die Scorpions hat er sich nicht entgehen lassen. „Auf die Scorpions habe ich mich total gefreut“, sagt er. Auf seinem heutigen und morgigen Programm steht unter anderem noch Gene Simmons. Er wolle sich aber nicht nur ältere Bands anschauen, meint der Neunburger. Auch die jüngeren Metal-Rocker seien „mega“, die Musik an sich vielfältiger geworden.
Nach Wacken ist der Landtagsabgeordnete zusammen mit seiner Frau Petra im angemieteten Wohnmobil gefahren. Das Heavy-Metal-Festival besucht er aber allein, während seine Gattin die Umgebung erkundet. Das Abrocken überlässt sie lieber ihrem Mann. An das Festival hängen die Scharfs ein paar gemeinsame Urlaubstage in Dänemark dran.
Da seine Frau mit dem Wohnwagen heuer etwa sechs Kilometer vom Festivalgelände entfernt campt, musste sich der 61-Jährige eine andere Schlafmöglichkeit suchen. Thomas Ebeling bot ihm an, dass er in seinem Wohnwagen übernachten kann.
Das Camping auf dem WOA-Campground im Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt ist übrigens im Ticketpreis enthalten.

