So grünt es im Büro: Fünf Menschen aus Neunburg zeigen ihre Pflanzen am Arbeitsplatz

Während draußen alles grau ist, können drinnen Zimmerpflanzen einen Farbtupfer bringen. Doch Bogenhanf, Glücksfeder oder Dattelpalme sind nicht nur schön anzusehen, sie können auch das Raumklima verbessern. Gerade im Winter, wo mancher weniger lüftet als sonst, ist das ein wichtiger Aspekt. Die MZ hat sich in einigen Büros umgeschaut, was dort so grünt.
Birkenfeige ist ein Sinnbild für die Verwaltungsgemeinschaft
Seit 1998 hat die Verwaltungsgemeinschaft Neunburg ihren Sitz in der Kolpingstraße 3 und genauso lange steht dort im Büro der Bürgermeister eine Birkenfeige. Deren Äste ragen mittlerweile gut zwei Meter in die Höhe. Die Pflanze wäre vielleicht schon „bis zur Decke gewachsen“, wenn sie nicht gestutzt worden wäre, erzählt Schwarzhofens Bürgermeister Maximilian Beer (CSU). Er vergleicht die Grünpflanze mit den VG-Mitgliedsgemeinden: Auch die würden von der Kämmerei ab und zu „zurückgestutzt“, damit sie „nicht so große Brötchen“ backen würden.
Überhaupt sei die Birkenfeige ein Sinnbild für die Verwaltungsgemeinschaft, findet Beer. Der Stamm habe vier Gabelungen gebildet, von denen jede für eine der vier VG-Mitgliedsgemeinden stehe, meint der Rathauschef schmunzelnd. Die vielen kleinen Zweige würden wiederum für die vielen kleinen Dörfer stehen. Schwarzhofen hat 24 Gemeindeteile, Neukirchen-Balbini 31, Dieterskirchen 27 und Thanstein 16.
Beer hatte sich seinerzeit dafür eingesetzt, dass die Birkenfeige in dem Büro einen Platz findet. Als er 1996 Bürgermeister wurde, war die VG Neunburg noch in der Alten Canzley beheimatet – und das mehr schlecht als recht. Schnell sei deshalb über eine neue Unterbringung nachgedacht worden. Als der Neubau an der Kolpingstraße fertig war, sollte sein dortiges Büro „freundlich wirken“. Dazu gehörten für ihn nicht nur moderne Möbel und Bilder an den Wänden, sondern eben auch etwas Grün. So bekam die Birkenfeige – damals noch keinen Meter hoch – ihren Platz in der Ecke neben dem Fenster.
Sekretärin Birgitta Pittner kümmert sich hauptsächlich um die Pflege der Pflanze. „Wenn sie nur auf die Bürgermeister angewiesen wäre, hätte sie diese lange Zeit wohl nicht überlebt“, glaubt Beer. Sie wäre entweder mit zu viel Wasser getränkt worden oder vertrocknet. Denn die vier ehrenamtlichen Bürgermeister seien nicht jeden Tag im Büro. Erst im vergangenen Jahr sei sie erneut umgetopft worden, weiß Schwarzhofens Bürgermeister. Der jetzige Topf hat einen Durchmesser von gut einem Meter. Nach dem letzten Umtopfen habe die Birkenfeige zuerst etwas „gemuckert“, jetzt fühle sie sich aber wieder wohl, berichtet Beer.
Neunburgs Bürgermeister Martin Birner wollte etwas Pflegeleichtes
Nachdem Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) im November 2022 sein neues Büro im Rathaus-Anbau bezogen hatte, sollten dort auch Grünpflanzen stehen. „Etwas Blühendes wäre mir lieber gewesen, aber die Pflanzen müssen auch pflegeleicht sein“, sagt Birner. Und so fiel die Wahl auf eine Glücksfeder und einen Bogenhanf. „In meinem alten Büro hatte ich auch etwas Grünes, allerdings nur auf dem Fensterbrett“, sagt er. Jetzt sind die Pflanzen ein ganzes Stück größer und stehen direkt vor seinem Schreibtisch. Passend dazu hängt an der Wand ein Bild von einem grünen Wald. Ein Bild vom Eixendorfer See soll noch dazukommen.
Ein bisschen Grün fürs Auge ist für Anna Benz-Reichenauer wichtig
Vor gut einem Jahr hat sich Anna Benz-Reichenauer im früheren Friseursalon Mardanow ein Büro für ihre Marketingfirma eingerichtet. Neben mehreren kleinen Kunstblumen auf dem Fensterbrett steht dort auch eine große Strelitzie, die sie von ihrer Mutter bekommen hat. „Sie hat sehr viele zuhause und mir eine davon geschenkt“, sagt Anna Benz-Reichenauer. Sie habe sich darüber gefreut, denn ein bisschen Grün fürs Auge sei wichtig, findet sie. Früher besaß sie sehr viele Grünpflanzen. Da sie aber oft mehrere Tage am Stück beruflich unterwegs war, seien die Pflanzen eingegangen, berichtet die 41-Jährige. Das soll ihr bei der Strelitzie aber nicht passieren. Die ersten Monate hat die Zimmerpflanze auf jeden Fall gut überstanden.
Outlook-Kalender erinnert Polizeichef Markus Schmitt ans Gießen
Zwei Grünpflanzen stehen im Büro von Neunburgs Polizeichef Markus Schmitt. Dazu gehört eine Yucca-Palme, die seit gut einem halben Jahr das Büro des Ersten Polizeihauptkommissars verschönert. Nach der Sanierung der Dienststelle gab ihm seine Schwiegermutter die Pflanze mit. „Wenn man die meiste Zeit des Tages im Büro verbringt, muss es auch ein bisschen Grün geben. Das ist eine Wohlfühlgeschichte“, sagt er. Er habe keinen grünen Daumen, gibt er offen zu. „Zuhause kümmert sich meine Frau um den Garten und die Pflanzen.“ Damit das Grün weiterhin gedeiht, hat er sich in seinem Outlook-Kalender eine Erinnerung ans Gießen eingetragen. Alle zwei Wochen wird er nun darauf hingewiesen, den beiden Pflanzen etwas Wasser zu geben.
Ein paar grüne Tupfer im Pfarrbüro des katholischen Seelsorgers Stefan Wagner
In den vielen Räumen des Neunburger Pfarrhauses steht die eine oder andere Grünpflanze. „Meine Mitarbeiter haben gern ein bisschen Grün“, sagt Pfarrer Stefan Wagner. Seine Pfarrhaushälterin kümmere sich darum, dass die Pflanzen wie beispielsweise der Elefantenfuß genügend Wasser bekommen. Er habe persönlich keine große Vorliebe für Topfpflanzen. In seiner Studienzeit seien die wenigen Pflanzen, die er hatte, eingegangen, blickt der Seelsorger zurück.



