18 Monate vor der nächsten Stadtratswahl: Neunburger SPD startet Kandidaten-Aufruf auf Facebook

Es sind zwar noch 18 Monate bis zum nächsten Urnengang, aber die Stadtratswahl 2026 wirft in Neunburg schon erste Schatten voraus. Die Sozialdemokraten haben jetzt mit der Suche nach möglichen Kandidaten begonnen. „Wir suchen noch ein paar Neunburger für unsere Liste“, schreibt der SPD-Ortsverein Neunburg kürzlich in einem Facebook-Post.
Die SPD ist damit ziemlich früh dran. Die beiden anderen Fraktionen des Neunburger Stadtrates, CSU und Freie Wähler, halten sich mit genauen Aussagen noch zurück. Sie teilen zwar mit, dass es auch in ihren Parteien Veränderungen geben werde, doch diese würden erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gemacht werden. Die Verantwortlichen der beiden Parteien verweisen dabei auch auf den noch langen Zeitraum von eineinhalb Jahren bis zur nächsten Stadtratswahl.
Aktuell stellt die Neunburger SPD drei Stadträte. Wie SPD-Fraktionsvorsitzender Erich Schmid mitteilt, stehe schon jetzt fest, dass Tanja Kraus bei der kommenden Wahl nicht mehr antreten werde, da sie umgezogen sei. Kraus wird deshalb schon in Kürze aus dem Stadtrat ausscheiden. Ihre Nachfolgerin soll Anna Roßkopf werden, kündigt Schmid an. Roßkopf soll dann auch den Listenplatz von Kraus einnehmen.
Mehr als zehn Antworten
Die Reaktion auf den Facebook-Aufruf ist laut Schmid „überraschenderweise gut“. Bei den potenziellen Kandidaten komme es ihm darauf an, dass ihnen die Heimatstadt Neunburg am Herzen liege. Es haben sich bereits mehr als zehn potenzielle Kandidaten gefunden. Dabei setze er zum einen auf erfahrene Mitbürger und zum anderen auf junge Neunburger, sagt Schmid. „Es wäre mein Herzenswunsch, junge Leute zu bewegen, sich für die Kommunalpolitik zu interessieren“, erklärt er. Dass die Bewerber Mitglied in der Partei sind, ist laut Schmid nicht zwingend notwendig.
Verjüngen werden sich wohl auch die Listen der zwei anderen Parteien, CSU und Freie Wähler. FW-Fraktionschef Martin Scharf ist überzeugt, dass es Veränderungen geben werde. Denn innerhalb einer Legislaturperiode verändere sich viel. „In sechs Jahren da tut sich einfach was“, sagt er. Wie diese Veränderungen genau aussehen könnten, lies der 61-Jährige aber noch offen. Das sollen die Stadträte zu gegebener Zeit selbst verkünden, so Scharf.
Viele der Kandidaten werden weitermachen
Ähnliche Reaktionen gibt es vonseiten der CSU. Fraktionsvorsitzender Alexander Trinkmann geht aber davon aus, dass viele der Kandidaten sicherlich weitermachen werden. Die CSU hat aktuell einige jüngere Stadträte in ihren Reihen. Außerdem findet Trinkmann, dass bis zur nächsten Stadtratswahl noch genügend Zeit sei. Die CSU-Fraktion Neunburg werde sich zu gegebener Zeit Gedanken über die Liste machen. Momentan stünden viele wichtigere Themen an, die es gelte, umzusetzen, erklärt der Christsoziale. „Die Bürger erwarten von uns, dass wir sachorientiert bis zum Ende der Periode arbeiten.“
Einen Aufruf in den sozialen Medien, so wie die SPD, planen die Freien Wähler nicht, erklärt Scharf. Die Liste der FW werde auch so genügend Kandidaten umfassen. Beim letzten Urnengang 2020 waren sie mit insgesamt 20 Bewerbern ins Rennen gegangen – gewählt wurden davon sechs.
Vor allem junge Menschen
Auch wenn man auf unterschiedlichen Wegen nach Kandidaten sucht, in einem Punkt sind sich die drei Fraktionen einig: Sie wollen vor allem junge Menschen mit in ihre Listen aufnehmen. Wie Erich Schmid erklärt, seien zurzeit nicht allzu viele jüngere Stadträte vertreten, deshalb hoffe er auf eine gesunde Mischung von Jung und Alt.
Auch Martin Scharf findet: „Junges Blut schadet nicht.“ Dieser Meinung ist ebenso CSU-Fraktionschef Trinkmann. Ihm sei es insbesondere als langjähriges Mitglied der Jungen Union wichtig, dass junge Menschen auf der Liste vertreten seien. Zudem sollten sich alle möglichen Berufssparten auf der Liste wiederfinden, ergänzt Scharf. Trinkmann wünscht sich seinerseits, dass sowohl Frauen wie Männer sowie Stadt und Land gleichermaßen bei der Kandidatenauswahl berücksichtigt werden sollten. Trinkmann macht darauf aufmerksam, dass die Zusammensetzung des Stadtrates nicht die CSU oder eine der anderen Parteien entscheide, sondern die Wähler.
Allen drei Fraktionen im Neunburger Stadtrat sei darüber hinaus eine konstruktive Zusammenarbeit wichtig, wie deren Vorsitzende unisono erklärten. Dies gehe auch über Parteigrenzen hinaus.