Neue Bauplätze werden in Schwarzhofen erschlossen – Bürgermeister zieht positive Bilanz

Von Amtsmüdigkeit ist bei Maximilian Beer auch nach 30 Dienstjahren als Schwarzhofener Bürgermeister nichts zu spüren. Das wurde bei der jüngsten Bürgerversammlung wieder deutlich. Mehr als zweieinhalb Stunden informierte er über die aktuelle Situation des Marktes, präsentierte Erfolge und kündigte neue Maßnahmen an.
Von den reinen Zahlen her muss sich Schwarzhofen demnach nicht verstecken. Ende 2025 zählte die Marktgemeinde 1402 Einwohner und damit zwei mehr als genau zwölf Monate zuvor. Während die Zahl der Geburten (16) unter der der Sterbefälle (18) lag, gab es dagegen mehr Zuzüge (54) als Wegzüge (50). Die für den kleinen Markt recht hohen Zahlen an Zu- und Wegzügen begründet Beer vor allem mit den Leiharbeitern aus Neunburg, die in Schwarzhofen wohnen, sich hier aber nur für einige Zeit anmelden.
Offiziell hat der Markt Schwarzhofen weniger Einwohner
So wie es vielen Kommunen geht, hat auch Schwarzhofen offiziell weniger Einwohner: Am 30. Juni 2025 waren es laut dem Statistischen Landesamt auf Basis des Zensus 2022 insgesamt 1369. Das sind etwas mehr als 30 Bürger weniger als die Zahlen des eigenen Einwohnermeldeamts aussagen. Bei den Nachbarn in Neunburg lag der Unterschied sogar bei rund 500 Einwohnern. Die Pfalzgrafenstadt hatte deshalb auch Klage eingereicht – denn bestimmte staatliche Zuweisungen werden nach den offiziellen Einwohnerzahlen der Statistikbehörde berechnet.
Um neue Bürger in die Marktgemeinde Schwarzhofen zu locken oder Junge zu halten, seien über die Jahre in den Ortsteilen – von Demeldorf bis Schönau – Bauplätze geschaffen worden, erläuterte Beer. Zuletzt hatte der Markt im Vorjahr das neue Baugebiet „Am Kalvarienberg“ erschlossen. Und es gehe weiter: Unterhalb des Feuerwehrgerätehauses in Zangenstein will ein privater Investor ein neues Baugebiet erschließen, kündigte der Bürgermeister an. Das Bauleitverfahren sei vom Markt angestoßen worden.
Das neue Baugebiet in Zangenstein könnte übrigens dabei helfen, dass es auch künftig ein Wahllokal in dem Ortsteil gibt. Es ist neben dem in der Turnhalle der Grundschule Schwarzhofen das einzige weitere Wahllokal in der Marktgemeinde. „Solange mindestens 50 Stimmzettel in Zangenstein eingeworfen werden, so lange halten wir an dem Wahllokal im Feuerwehrgerätehaus fest“, versprach Beer.
Wer anwesend ist, kann mitreden.Bürgermeister Maximilian Beer freute sich über das große Interesse an der Bürgerversammlung
Den Ausführungen des Gemeindeoberhaupts folgten bei der Bürgerversammlung rund 50 Schwarzhofener. Die Veranstaltung hatte diesmal im Pfarrheim „Asyl“ bekommen, weil die Aula in der Grundschule wegen der Sanierung nicht genutzt werden konnte. Beer freute sich über das große Interesse und meinte: „Wer anwesend ist, kann mitreden.“ Er liebe Bürgerversammlungen, da er dort direkt mit den Bürgern ins Gespräch kommen könne.
Immer wieder Ärger mit liegengebliebenen Hundekot
Der Bürgermeister und die Markträte seien in einem Schreiben aufgefordert worden, zu verhindern, dass sich Vereine auflösen, berichtete Beer. Im Vorjahr hatte der Heimat- und Trachtenverein seine Auflösung beschlossen, 2024 war die Geschichte des Denkmalspflegevereins zu Ende gegangen. Solche Entscheidungen könnten nur verhindert werden, wenn sich Leute engagieren würden, so Beer. Er sei stolz, dass es auch in den Ortsteilen noch Feuerwehr- und Gartenbauvereine gebe. Insgesamt gibt es im Markt 41 Vereine und Gruppieren, die das kirchliche, gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Leben prägen.
Weniger Freude macht Beer der Hundekot. Schon in der Vergangenheit hatte er wiederholt beklagt, dass einige Bürger die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner einfach auf den Wegen und Straßen liegen lassen würden. Auch bei der Bürgerversammlung ging er wieder auf dieses Problem ein. Besonders betroffen vom Hundekot seien laut Beer die Neunburger Straße, Am Wiesengrund und der Friedhofsweg. „Es ist ein Saustall, wenn Hundehalter den Kot ihrer Vierbeiner liegen lassen“, meinte der Bürgermeister. Der Markt hat reagiert und an mehreren Punkten Hundestationen aufgestellt.
Im Vorfeld waren keine Anträge eingereicht worden
Von den mehr als 200 Beschlüssen des Marktgemeinderats in der nun zu Ende gehenden Wahlperiode seien nur 14 nicht einstimmig gefasst worden, sagte Beer. „Es macht Spaß, gemeinsam etwas zu gestalten“, erklärte der Bürgermeister. Und gemacht werde auch in den kommenden Monaten einiges – angefangen bei der Sanierung der Grundschule bis zum Neubau der Bauhofhalle.
Die anwesenden Bürger waren von Beers ausführlichen Informationen so „erschlagen“, dass keiner eine Frage hatte. Auch Anträge waren im Vorfeld der Bürgerversammlung keine gestellt worden. „Das hatte ich auch noch nicht gehabt“, meinte Beer zum Abschluss.
Wissenswertes über Schwarzhofen
• Straßenunterhalt: 2025 gab Schwarzhofen knapp 164 000 Euro für den Straßenunterhalt aus, darunter gut 48 600 Euro für den Winterdienst.
• Bauhof: Die Ausgaben für den Bauhof belaufen sich auf rund 320 800 Euro.
• Brandschutz: Die laufenden Kosten für die Feuerwehren lagen 2025 bei mehr als 46 600 Euro.
• Grundschule: Im aktuellen Schuljahr gibt es 40 Grundschüler. In den kommenden Jahren ist mit einem Anstieg auf bis zu 65 Kinder zu rechnen.