Gastro-Rochaden in Regensburg: Warum stehen Café Lorraine und Hamburgerei zur Vermietung?

Von Rainer Wendl · 28. Januar 2026 um 19:00

Es sieht aus wie zwei weitere spektakuläre Gastro-Rochaden. Doch was steckt wirklich hinter den Mietangeboten für zwei bekannte Regensburger Lokale?

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Rochaden in der Gastronomie-Szene sind immer ein spannendes Thema. Die erste Schlagzeile des Jahres machte in diesem Bereich das beliebte asiatische Restaurant Ha Tien mit seinem bevorstehenden Umzug von der Unteren Bachgasse in die Ludwigstraße. Fast zeitgleich ließen zwei Anzeigen aufhorchen, in denen zwei bekannte Lokale zur Neuvermietung angeboten werden: das Café Lorraine im Parkhaus am Dachauplatz sowie die Hamburgerei, besser bekannt als ehemaliges Chaplin am Ostentor. Was steckt dahinter?

Im Fall Lorraine wird es ein geordneter Übergang werden, wie Pächter Merlin Szabo ankündigt. Er betreibt zusätzlich das Café Freiraum in der Simadergasse sowie das Marple and Stringer am Bismarckplatz und ist am Restaurant Clean Food in der Dr.-Gessler-Straße beteiligt.

Deutsch-französisches Pärchen steht bereit

Diese Häufung resultiere aus seiner Begeisterungsfähigkeit für immer wieder neue Gastro-Konzepte, erklärt Szabo. Doch er räumt auch ein, einen Gang zurückschalten zu müssen: „Ich habe mich einfach ein bisschen übernommen.“ Es sei notwendig, sich um alle Projekte intensiv zu kümmern – „und die Power habe ich momentan nicht“.

Aus diesem Grund will er sich vom Clean Food zurückziehen und das Lorraine abgeben. Aktuell macht sich die bevorstehende Veränderung am Dachauplatz in Form von reduzierten Öffnungszeiten bemerkbar, zu einer vollständigen oder gar länger andauernden Schließung wird es jedoch nicht kommen.

„Es gibt bereits Nachmieter“, verrät Szabo. Ein deutsch-französisches Pärchen stehe in den Startlöchern. „Die sind voll motiviert und genau die Richtigen für dieses Lokal.“ Für sprachliche und gastronomische Aspekte gilt das auf jeden Fall, schließlich ist „Lorraine“ das französische Wort für Lothringen, zudem handelt es sich um ein Café im französischen Stil. Formal soll der Wechsel in diesen Tagen über die Bühne gehen, entscheidend ist dabei das Placet des Vermieters Stadtwerk.

Der Laden läuft gut, vor allem nachmittags und abends. Wenn man sich richtig reinkniet, lässt sich auch das Vormittagsgeschäft noch ausbauen.Merlin Szabo, Café Lorraine

Weil dieses stets in seine Überlegungen eingebunden gewesen sei, rechnet Szabo mit keinen Komplikationen. „Das läuft alles einvernehmlich ab“, sagt er und sichert zu, seinen Nachfolgern für einen geordneten Übergang im Februar/ März mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Vom wirtschaftlichen Potenzial des Lorraine ist er nach zweieinhalb Jahren als Pächter überzeugt: „Der Laden läuft gut, vor allem nachmittags und abends. Wenn man sich richtig reinkniet, lässt sich auch das Vormittagsgeschäft noch ausbauen.“ Grundlegend ändern werde sich, so lautet Szabos Botschaft an die Gäste, nichts.

Die Hamburgerei macht weiter. - Foto: Wendl

Das gilt auch für die Hamburgerei, trotz der verwirrenden, eingangs erwähnten Vermietungsanzeige. „Das ist nur ein weiterer Kanal, über den ein neuer Franchise-Nehmer gefunden werden soll“, klärt der vorübergehend am Ostentor eingesetzte Betriebsleiter auf. Tatsächlich ist der in der Anzeige genannte Ansprechpartner Karsten Grünberg, der in München sitzende Geschäftsführende Gesellschafter der Hamburgerei.

Suche nach neuem Chef läuft seit neun Monaten

Der hat die Suche nach einem neuen Restaurant-Chef schon vor neun Monaten begonnen, die damals von ihm formulierten Kriterien für Bewerber lauteten „Leidenschaft und gastronomisches Talent“. Weiter sagte Grünberg über die im Herbst 2023 eröffnete Hamburgerei: „Der Standort hat sich hervorragend entwickelt. Die Location funktioniert, natürlich auch dank des tollen Biergartens.“

Daran habe sich nichts geändert, versichert der Regensburger Statthalter, der namentlich nicht genannt werden will: „Bis es einen neuen Franchise-Nehmer gibt, machen wir ganz normal weiter.“