Hamburgerei in Regensburg: Neues Konzept steht, neuer Chef wird gesucht

Seit Herbst 2023 gibt es die Hamburgerei in Regensburg erst, doch schon stehen einschneidende Änderungen in Sachen Konzept und Personal bevor. Der Gesamtleiter der Münchner Kette erklärt, was es damit auf sich hat.
Eine Stellenanzeige in den Sozialen Medien hat kürzlich für größere Fragezeichen in der Regensburger Gastro-Szene gesorgt. Unter dem Lockruf „Einmalige Gelegenheit“ war dort zu lesen: „Übernimm die erfolgreiche Hamburgerei in Regensburg!“ Dass das erst im Herbst 2023 eröffnete Burger-Lokal am Ostentor bereits einen personellen Umbruch meistern muss, war nicht nur für viele Gäste eine Überraschung. Selbst Karsten Grünberg traf die Entwicklung unvorbereitet.
Grünberg ist Geschäftsführender Gesellschafter der Hamburgerei Management GmbH mit Sitz in München. Er sagt über den Abschied seiner bisherigen Regensburger Franchise-Nehmerin: „Sie hat die Zusammenarbeit abrupt beendet, von jetzt auf gleich.“ Persönliche Gründe seien dafür ausschlaggend gewesen, er habe auch vollstes Verständnis dafür. Dennoch betont er: „Es ist schade, denn der Start hier war wirklich gut. Normalerweise braucht man bis zu zwei Jahre, um etabliert zu sein. Hier waren die Umsätze von Beginn an sehr ordentlich.“ Nun wird das Lokal interimistisch von einem angestellten Betriebsleiter geführt, bis ein neuer Franchise-Nehmer gefunden ist.
Erst Brunch, dann Burger
Dieser personelle Neustart fällt mit einer ebenso einschneidenden Konzeptänderung zusammen. Ab Ende Juli wird die Hamburgerei am Wochenende zum gastronomischen Chamäleon und firmiert freitags, samstags und sonntags von den Morgenstunden bis zum späten Nachmittag als „The Local – Brunch & Café". Grünberg bezeichnet dies Neudeutsch als „Shop-in-Shop-Konzept“ und erklärt: „Hinter ,The Local' steht die Idee, gastronomische Flächen bestmöglich zu nutzen.“ Tagsüber soll hier also gefrühstückt oder auch gebruncht werden, abends regieren dann wie gehabt die Burger.
Am Unternehmenssitz in München werde dies bereits erfolgreich praktiziert. Hier teilt sich die Schwabinger Hamburgerei die Fläche mit der Kaffeehauskette Buur. Diese Symbiose hat nicht nur in den Medien der Landeshauptstadt Beachtung gefunden, sondern auch beim Gaststättenverband Dehoga. Dort sieht man laut Grünberg die von ihm angesprochene effiziente Nutzung der Gastro-Flächen als Modell, das auch im Hinblick auf geteilte Miet- und Unterhaltskosten interessant sein könnte.
Der Standort hat sich in den letzten 1,5 Jahren hervorragend entwickelt. Wir sind happy, die Location funktioniert, natürlich auch dank des tollen Biergartens.
Karsten Grünberg, Geschäftsführender Gesellschafter
„Wir merken deutlich, dass man Gastronomie heute in vielen Bereichen neu denken muss. Eine ganztägige Auslastung und die flexible Reaktion auf Trends und Kundenwünsche sind entscheidend für langfristigen Erfolg“, meint der Hamburgerei-Chef, der in Regensburg allerdings alles in einer Hand belassen möchte. So soll der neue Franchise-Nehmer für das gesamte Geschäft zuständig sein. Bewerber müssten „kein großes Invest“ mitbringen, sagt Grünberg, viel wichtiger seien „Leidenschaft und gastronomisches Talent“. Das Lokal am Ostentor sieht er als idealen Ort, dieses auszuleben: „Der Standort hat sich in den letzten 1,5 Jahren hervorragend entwickelt. Wir sind happy, die Location funktioniert, natürlich auch dank des tollen Biergartens. Der Wechsel der Führung hat uns jetzt zwar ein bisschen zurückgeworfen, aber insgesamt läuft es gut.“
Gutes Auskommen mit der Nachbarschaft
Apropos zurückwerfen: Das neue Konzept ab Juli erinnert an frühere Zeiten. Unter dem Namen „Chaplin“ wurde in dem Lokal bereits jahrzehntelang die jetzt angedachte Mischnutzung als (Frühstücks-)Café und Restaurant praktiziert. Eine feste Konstante war in all dieser Zeit die benachbarte Kinokneipe, die es bis heute gibt. Als vor zwei Jahren die Hamburgerei ihren Einzug vorbereitete, gab es vorübergehende atmosphärische Störungen mit der alteingesessenen Kiez-Institution und Teilen ihrer Gäste. Schnee von gestern, wie Grünberg erleichtert feststellt: „Wir haben ein gutes Arrangement und einen respektvollen Umgang miteinander. Es ist längst geklärt, dass keiner dem anderen etwas Böses will.“