Nach jahrelangen Bauarbeiten sind die Autobahnen bei Regensburg frei – Nun warten richtige Brocken

Fünf Jahre Leidenszeit haben am 12. Dezember ihr Ende gefunden. Der Verkehr rollt bei Regensburg seitdem auf einer nagelneuen A93. Auf der A3 stehen bereits seit Herbst 2024 sechs Spuren zur Verfügung. Sollte alles passen jetzt, könnte man meinen. Weit gefehlt. Die nächsten Autobahn-Großprojekte, darunter richtige Brocken, warten längst. Ein Überblick.
A93-Baustelle von Regensburg wandert weiter in den Süden
Rund 119 Millionen Euro hat es gekostet, den elf Kilometer langen Abschnitt der A93 zwischen Regensburg-Süd und dem Dreieck Saalhaupt von Grund auf zu erneuern. Die Autobahn bekam nicht nur eine neue Fahrbahn, sie wurde quasi neu gebaut. 2026 sind noch kleinere Nacharbeiten nötig. Ohne Pause geht es zudem im Nachbarlandkreis bis nach Abensberg weiter.
Laut Christoph Graebel, Projektsprecher bei der Autobahn Südbayern, finden schon seit Dezember Bohrarbeiten statt, um den Baugrund zu erkunden. „Das sind zwar noch keine Arbeiten im Sinne der baulichen Umsetzung, liefern aber wichtige Erkenntnisse für die Detailplanung und die Umsetzung“, sagt Graebel. Die Vorarbeiten beginnen voraussichtlich 2027.

Drei Neue Brücken am Autobahnkreuz Regensburg und in Kumpfmühl
Sie stammt aus dem Jahr 1965, führt die A3 über die A93 und muss neu gebaut werden: die vierteilige Brücke am Autobahnkreuz Regensburg. Dasselbe gilt für die beiden Unterführungen an der Anschlussstelle Kumpfmühl aus dem Jahr 1970. Der stetig ansteigende Verkehr und die damit verbundenen hohen Belastungen hätten sich auf den baulichen Zustand auswirkt: So erklärt Graebel die Notwendigkeit des Projekts. Der Baugrund wird derzeit erkundet; bis Februar finden Rodungsarbeiten statt.
Die Vorabeiten beginnen voraussichtlich im April. Im Herbst soll am Autobahnkreuz eine Behelfsbrücke eingehoben werden. Dazu wird A93 ein Wochenende lang gesperrt. Der Neubau der drei Brücken startet voraussichtlich 2027 und dauert vier Jahre. Auf der A93 soll der Verkehr in dieser Zeit auf vier verengten Spuren fließen, auf der A3 bleiben während der Hauptarbeiten alle heute verfügbaren Fahrstreifen offen. An der Anschlussstelle Kumpfmühl müssen einzelne Zu- und Abfahrten zeitweise gesperrt werden.
A3: Sinzinger Autobahnbrücke wird abgerissen und neu gebaut
Was östlich von Regensburg schon vollbracht ist, steht im Westen noch aus: der Ausbau der A3 von vier auf sechs Spuren. Der gravierende Unterschied liegt beziehungsweise steht bei Sinzing. Die 930 Meter lange und knapp 50 Meter hohe Donaubrücke. Sie ist marode und muss abgerissen werden. Erst 2024 wurde sie saniert – „damit sie den unklaren Zeitverlauf bis zum Ersatzneubau stehen bleiben kann und den Verkehr über die Donau bringt“, erklärt Graebel. Das Mammut-Projekt A3-Ausbau ist in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste umfasst alle Arbeiten vom Kreuz Regensburg bis nach Sinzing, Brückenneubau inklusive.

Derzeit befindet sich das Projekt in der Entwurfsplanungsphase. „Die Genehmigungsphase inklusive Planfeststellungsverfahren ist der nächste Schritt“, sagt Graebel. Weil völlig unklar ist, wie lange sich das Verfahren hinzieht, wäre jede Jahreszahl zum Baubeginn „nur eine Wunschformulierung und nicht belastbar“. Allerdings, so sagte es der Projektsprecher kürzlich zur MZ, soll die neue Brücke innerhalb der kommenden zehn Jahre gebaut werden, wenn es nach der Autobahn Südbayern geht.
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Während des Baus – die neue Brücke wird neben die alte gesetzt – soll der Verkehr auf der A3 stets fließen, wenn auch verengt. Bis auf vereinzelte Ausnahmen soll die Brücke „grundsätzlich offen bleiben“, sagt Graebel. Anschließend geht es mit Abschnitt zwei weiter, dem sechsspurigen Ausbau von Sinzing bis Nittendorf. Dazu müssen insgesamt 17 Über- und Unterführungen neu gebaut werden.
Das Nadelöhr von Regensburg
Es ist wohl das heikelste Projekt, das die Autobahn Südbayern im Raum Regensburg vor der Brust hat: die „Generalinstandsetzung und Aufweitung“ des Pfaffensteiner Tunnels und der Neubau der Donaubrücke direkt davor. Was den Tunnel angeht, da sind die Vorplanungen Graebel zufolge „in Teilen“ abgeschlossen; der Brückenbau wird sei heuer geplant. Herausforderungen gibt es einige: die Lage des Tunnels in der Stadt, die Auf- und Abfahrten, die Donau.

Vor allem aber eine Frage ist laut Graebel entscheidend. „Wie kann der während der Arbeiten eingeschränkte Verkehr geführt werden?“ Es werde unvermeidbar zu „erheblichen Einschränkungen“ kommen. Um die Sperrung einer Tunnelröhre und einer Fahrbahn auf der Donaubrücke werde man nicht herumkommen. Um die Auswirkungen zu minimieren, wurde eigens der Verkehrsbeirat A93 Pfaffenstein inklusive Fachgremium ins Leben gerufen. Auch wenn immer wieder Jahreszahlen zum Baubeginn kursieren: Laut Graebel lässt sich der noch nicht voraussagen.
Viel zu tun an den Autobahnen: Ist Regensburg ein Baustellen-Hotspot?
A3-Ausbau, A93-Sanierung, Autobahnkreuz, Sinzinger Donaubrücke, Pfaffensteiner Tunnel: Rund um Regensburg hat die Autobahn Südbayern alle Hände voll zu tun. Sind die Straßen hier besonders schlecht – oder ist das normal?
Die Autobahnen, ihre Brücken und Unterführungen seien zwischen 40 und 60 Jahre alt, sagt Graebel. Er verweist auf die vielen Planungs- und Bauprojekte auf Autobahnen im Raum München und Nürnberg, bei Landshut, Ingolstadt, zwischen Deggendorf und Österreich. Der der Raum Regensburg sei „kein größerer Hotspot als andere Regionen in Bayern“.