Was die Gartenschau aus der Drachenstadt gemacht hat: Geht ein Chamer durch Furth im Wald...

Von Johannes Schiedermeier · 23. September 2025 um 19:00

Liebe Further, das habt ihr richtig gut gemacht! Seit drei Jahren komme ich immer wieder zu euch nach Furth im Wald, wenn mein Kollege Alex Frimberger gerade mal Urlaub macht. Und das hat Spuren hinterlassen. Ich war dabei, als ihr gestritten habt, wegen eurer Festhalle. Ich hab eure Stadt gesehen, übersät mit Baustellen. Ich hab die Diskussionen mitgekriegt über die Verschuldung. Aber ich hab immer an euch geglaubt.

Nun bin ich nach all den Monaten noch einmal durch Furth gegangen. Ich, der eingefleischte Chamer, der jederzeit fest daran glaubt, dass seine Kreisstadt der Nabel des Landkreises ist. Ich bin in der Gartenschau über den Loop gegangen, hab mir ein Glas Wein geholt, und mich auf einen Sitzsack neben Chamb und Pastritz gesetzt. Und wisst ihr was: Ihr habt diesen Landkreis ein ganzes Stück schöner gemacht.

Mit einem Glas Wein auf den Sitzsäcken neben Chamb und Pastritz – echt gelungen! - Foto: Johannes Schiedermeier

Drachenarena – Parkarena

Hinter mir diskutieren die Österreicher am Weinstand gerade mit einigen Besuchern, ob man tatsächlich schon am Mittag ein Glas Weißwein trinken kann. Kann man. Logisch. Vielleicht solltet ihr mit euren Freunden aus Österreich verhandeln, ob man die nicht weiter behalten kann. Samt Stand. Die tun euch gut. Die sind so gechillt und cool drauf. Und der Wein...

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Und dann – nur ein paar Schritt weiter, eure Parkarena. Da hab ich euren Bürgermeister fast in den Wahnsinn getrieben, weil ich immer Drachenarena geschrieben habe. Für den Chamer ist Furth halt der Drache. Weil der gleich daneben wohnt, hab ich gedacht, das wär seine Arena. Und mal ganz ehrlich, wenn er dann dort steht, dann ist es seine. Bürgermeister hin oder her...

Die Parkarena - Hammer!

Es hat aber vielleicht auch daran gelegen, dass es mich echt umgehauen hat, als ich das Teil zum ersten Mal in echt gesehen habe. Das Beweisbild habe ich beigelegt. Da habt ihr richtig was geschaffen. Ich kenne im ganzen Landkreis kein Bauwerk der Neuzeit, das mich derart beeindruckt hat. Hammer!

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Furth im Wald hat richtig was bewegt. In erster Linie sich selbst. Da müsst ihr echt dranbleiben. Was hier an Ehrenamt geschaffen worden ist, hat eine soziale Sprengkraft, die in den nächsten Jahren mehr reißen könnte, als die Gartenschau. Haltet euch all diese Menschen warm, die täglich unterwegs waren und die Besucher geführt und ihre Gartenschau behütet haben. Sie sind ein Schatz.

Und dann sind da noch all die Baustellen, die nun plötzlich der Stadt nach ihrer Fertigstellung ein ganz neues Gesicht gegeben haben. Die Offenlegung der Kalten Pastritz – auch so ein Volltreffer. Plötzlich fließt ein Flüsschen quer durch die Stadt. Betretbar und erlebbar an vielen Stellen.

Die Kalte Pastritz offenzulegen, war gleich in mehrerlei Hinsicht ein Volltreffer: Naturschutz, Klimaschutz, Städtebau-Hingucker... - Foto: Johannes Schiedermeier

Andere Städte zerbrechen sich den Kopf, wie man Klimaschutz umsetzen könnte. Ihr habt einfach gemacht. Ihr habt Grün und Wasser Raum gegeben und Asphalt und Pflaster zurückgebaut. Das wird man merken, wenn im Sommer die Sonne einmal wieder eine Hitzeglocke auf euer Furth legt.

Lebenswerter und liebenswerter

Es ist lebenswerter und liebenswerter geworden in eurer Stadt. Und gerade entwickelt sich noch etwas, das ihr auch hüten solltet: Schwung. Auf dem Weg stadtauswärts fällt es am meisten auf. Die Kirche hat endlich kein Gerüst mehr, etliche Bürger haben die Fassaden ihrer Häuser neu gemacht. Die Stadt will in den nächsten Jahren auf dem Gelände des ehemaligen Späthbräus ein Beispiel für neues Wohnen in der Innenstadt ermöglichen. Das sollte ein Anschub sein, dass es weiter aufwärts geht.

Ach ja, die Schulden. Das habt ihr auch richtig gemacht, weil ihr das Geld an der richtigen Stelle eingesetzt habt. Ihr habt Millionen Euro an Sanierungsstau bei euren Straßen beseitigt. Ihr habt Hofer- und Späthbräu abgerissen und dadurch Platz für neue Entwicklungen geschaffen. Ihr habt mehr als 300 000 Menschen nach Furth gebracht...

Schulden für die Zukunftsfähigkeit sind immer gut angelegt. Und – was wäre die Alternative gewesen? Ganze Straßenzüge weiter zerbröseln zu lassen? – Hinauszögern war noch nie billiger als machen. Selten sind so viele Millionen unter Einsatz von so wenigen investiert worden. Klar, zurückzahlen ist nie so begeisternd wie investieren. Gewöhnt euch nie an das Gute, das ihr hier geschaffen habt. Behaltet den Blick für das Schöne. Dann weiß man immer, wofür man die Schulden gemacht hat. Es hat sich rentiert.

Restlos überzeugt?

Ups! Hab ich das jetzt alles wirklich geschrieben? – Ich hab es nicht geschrieben, ich hab es runtergehämmert. In Rekordzeit. Das passiert nur, wenn mir etwas wirklich aus dem Herzen kommt. Und das von einem Chamer! Spätestens jetzt solltet ihr von euch restlos überzeugt sein, liebe Further.