Josef Penzkofer hat die Parkarena Furth im Wald für die Landesgartenschau gebaut

Wer als Normalsterblicher vier Wochen vor Start der Landesgartenschau die Baustelle besucht hat, konnte sich wohl kaum vorstellen, dass dort bald darauf Eröffnung in der spektakulären Parkarena im Beisein des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder gefeiert werden würde. Mehr Vorstellungskraft haben Spezialisten, wie Josef Penzkofer mit seiner gleichnamigen Holzbaufirma, der einer der Väter des Projekts ist.
Den studierten Holzbauingenieur scheint nichts zu erschüttern. Er strahlt eine Ruhe und gleichzeitig Kompetenz aus, die es einen glauben lassen, wenn er sagt, dass er keinen Moment daran gezweifelt hat, dass die Parkarena rechtzeitig fertig wird. „Ich habe gewusst, worauf ich mich einlasse.“ Das gilt für die technische Seite ebenso, wie für die gewaltigen Ausmaße, die jeden staunen lassen, der die muschelförmige Event-Arena zum ersten Mal sieht und die Söder bei der Eröffnung schwärmen ließ: „so was gibt es ja noch nicht einmal bei uns in München.“
Außergewöhnliches Projekt
Penzkofer hat es mit seiner stoischen Gelassenheit nicht so mit den Superlativen bei der Beschreibung seiner Arbeit, sagt aber dennoch: „Die Parkarena ist ein außergewöhnliches Projekt, wichtig für die Region, auch um die Leistungsfähigkeit der Firmen vor Ort zu dokumentieren.











Doch natürlich ist nicht alles so glatt gelaufen, wie man sich das wünschen würde. Die Schwierigkeiten begannen noch bevor das erste Element mit fünf Holzwaben – eine Wabe wiegt rund 300 Kilo – mit einem Kran in ihre Verankerung gehoben wurde. „Wir haben festgestellt, dass das Rundholz nicht reicht.“ Es gab eine Krisensitzung, bei der Bürgermeister Sandro Bauer und der ausführende Architekt und Planer Peter Hickl anwesend waren. Was tun? Holz irgendwoher beziehen? Das widerstrebte Penzkofer. Er sagt, die bis dahin gelieferten Rundhölzer stammten aus den Wäldern am Voithenberg – Bäume also, die direkt vor Ort geschlagen worden waren. Sollte man jetzt dem Motto 100 Prozent Holz vom Voithenberg untreu werden? Die Verantwortlichen entschieden sich dagegen, nutzten ein Zeitfenster, weil die Bohrpfähle zur Verankerung, die im Januar hätten gesetzt werden sollten, ebenfalls im Verzug waren.
Aber es ist noch alles aufgestellt worden, was wir geplant haben.
Josef Penzkofer
Ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen, sagt der 56-Jährige, man habe gemeinsam die perfekte Lösung gefunden. Auch auf das Risiko hin, dass es noch einmal Schwierigkeiten geben könnte, entschloss man sich auch die restlichen Bäume aus den Wäldern in Furth zu holen. Die Rechnung ging auf: Alle haben perfekt zusammengearbeitet, ein Zahnrad hat ins andere gegriffen. Nach einer Woche war das Holz geschlagen und bereitgestellt, nach einer weiteren Woche geschnitten und getrocknet und noch einmal rund sieben Tage habe es gedauert, bis es verleimt war. Natürlich war der Bau insgesamt mit heißer Nadel gestrickt. Deswegen hat sich Penzkofer auch dazu entschieden, noch bevor der Statiker das Bauwerk final geprüft hatte, schon einmal die ersten Teile aufzustellen, denn: Bei aller Zuversicht und Ruhe, die er ausstrahlt, die es auch braucht, um auf einer Großbaustelle alle Arbeiter zu motivieren, ist der Diplomingenieur mit 40 Jahren Berufserfahrung natürlich kein Hasardeur. „Jedes Teil war anders, jede Schraube musste in einem anderen Winkel im Holz versenkt werden.“
Das ist eine Besonderheit der Parkarena: Man ist komplett ohne Stahlverbindungen ausgekommen. Laut Berechnungen konnten 22 Tonnen CO2 eingespart werden, weil statt der Schlitzbleche aus Stahl Schrauben verwendet wurden. Auch der Umstand, dass bei der Wabentechnik relativ kurze Hölzer verwendet wurden, könnte in Zukunft helfen. Klimaresistente Bäume, die keine so lange Stämme haben, könnten vermehrt zum Einsatz kommen. Mit Blick auf den bevorstehenden Klimawandel also ein vorbildliches Projekt, das da in der kleinen oberpfälzer Grenzstadt entstanden ist.
Penzkofer denkt auch an seine 15 Mitarbeiter, ohne die es natürlich nicht geht. Mal ganz abgesehen davon, dass sie in der heißen Phase Brücken- und Samstage ausfallen haben lassen, ist einer seiner Mitarbeiter beispielsweise auf die Idee gekommen, an diffizilen Stellen Schablonen der Holzwaben anzufertigen. Damit konnten die Bauteile – wenn nötig – nachgearbeitet werden. In diesem Zusammenhang ist da doch noch etwas, was ihn überrascht hat: die Konstruktion hat sich schnell in sich versteift. Das war Vorteil und Nachteil zugleich. Vorteil, weil man kein Gerüst hat bauen müssen, so die Konstruktion mit wenigen Balken abstützen konnte und natürlich sichert es die Stabilität des Ganzen. Nachteil: Ist ein Bauteil erst einmal gesetzt, lässt es sich keinen Millimeter mehr bewegen.
Zukunftsweisend ist die Parkarena allemal. Die Pläne wurde komplett digital erstellt, der Chef-Programmierer hat seinen Arbeitsplatz im Iran. Jede Schraube wurde automatisch generiert. Das könne ein Mensch gar nicht mehr leisten. „In zwanzig bis dreißig Jahren zeichnet niemand mehr einen Plan“, prognostiziert Penzkofer. Übrigens: Auch der Statiker hat seine Berechnungen am Bildschirm gemacht.
Das nächste Projekt wartet
Wartet denn schon ein nächstes Großprojekt auf Holzbau Penzkofer? „Ja“, sagt der Chef. Ein Wellnesshotel soll um zwei Etagen aufgestockt werden. Eine Herausforderung wird auch dieses Projekt werden. „Aber es ist noch alles aufgestellt worden, was wir geplant haben.“