Für und wider Abtreibungen: Bischof geht den „Marsch für das Leben“ – Diskussion in Regensburg

Von Jonas Raab · 18. September 2025 um 14:11

Die geplatzte Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Richterin am Bundesverfassungsgericht hat das Thema Schwangerschaftsabbrüche wieder mehr ins Blickfeld gerückt. Auch Regensburg – den Bischof, die Fürstin und den Verein pro familia – treibt das Thema um. Die Meinungen gehen weit auseinander.

Video ansehen

Bischof Rudolf Voderholzer wird am Samstag wieder am „Marsch für das Leben“ in Berlin teilnehmen. Das teilte das Bistum Regensburg mit. Veranstalter ist der Bundesverband Lebensrecht (BVL), ein Zusammenschluss von 15 Organisationen. Die Märsche – auch in Köln gehen am Samstag Abtreibungsgegner auf die Straße – sind innerhalb der katholischen Kirche nicht unumstritten.

Vergangenen Herbst hatte die Katholische junge Gemeinde (KjG) die Bischöfe aufgefordert, den Märschen fernzubleiben, da die Bewegung regelmäßig von rechtsradikalen Akteuren organisiert und unterstützt werde. Voderholzer wies die Kritik als „Ablenkungsmanöver“ zurück. In einer Stellungnahme erklärte er damals ausführlich, warum er sich gegen Abtreibungen einsetzt. Auf den Vorwurf der KjG ging er nicht ein.

Abtreibungen: Gloria von Thurn und Taxis meldet sich mit Video zu Wort

Am Mittwoch meldete sich auch Gloria von Thurn und Taxis zu Wort. Abtreibung sei ein Thema, über das kaum jemand öffentlich spreche, schrieb sie zu einem Video, das sie bei Facebook postete. Jahr für Jahr werde eine ganze Kleinstadt abgetrieben, kritisierte die Fürstin. „Warum schweigen wir darüber? Warum reden wir nicht über die Schwächsten, die keine Stimme haben. Und über die alleingelassenen Mütter?“

Genau das hat pro familia Regensburg vor, wenngleich die Sichtweise – der Verein fordert, Schwangerschaftsabbrüche zu entkriminalisieren – eine ganz andere ist. Am Mittwoch um 19 Uhr sprechen im Rahmen des Safe Abortion Days eine Allgemeinärztin, die Schwangerschaftsabbrüche durchführt, ein Gynäkologe mit Praxis in Regensburg sowie eine Beraterin der Schwangerschaftsberatungsstelle von pro familia bei einer Podiumsdiskussion im M26 über die Situation in Regensburg.

Zur Sprache kommen werden dann wohl auch die regelmäßigen Gebetswachen von Abtreibungsgegnern, die die SPD gerne vom Castra-Regina-Center, wo Abtreibungen vorgenommen werden, fernhalten würde. Das Verwaltungsgericht entschied jedoch vorläufig anders.