Bauzaun sorgt für Fragezeichen: Was ist an Regensburgs „Luxusklo“ schon wieder los?

Von Jonas Raab · 15. September 2025 um 18:00

Zwei Bänke, die eine blau bemalt, die andere grün – und drum herum ein mit schwarzer Plane verhangener Bauzaun. Es wirkt top secret, was da seit ein paar Tagen an Regensburgs „Luxusklo“ schon wieder vor sich geht.

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Ist es ein neues Kapitel im ewigen Hickhack um das Mobiliar im Wartebereich des knapp eine Million Euro teuren Servicegebäudes? Wieder eine Protestaktion von Aktivisten, die den Umgang der Stadt mit Obdachlosen kritisieren? Mitnichten.

Montagnachmittag, 16 Uhr. Der Bauzaun steht offen. Dahinter sitzen auf den bunten „Plauderbänken“ Renate Haimerl-Brosch, Vorsitzende beim Neuen Kunstverein, Maria Simon, Leiterin der Freiwilligen-Agentur, und drei Frauen, die das Mobiliar mitgestaltet haben. „Es geht natürlich nicht, dass wir die Bänke hier stehen lassen“, sagt Haimerl-Brosch. Sie sollen in den kommenden Tagen im Umfeld des Servicegebäudes aufgestellt und fest verankert werden. Wo genau, steht noch nicht fest.

Toilettenhaus am Regensburg Schwanenplatz als „Ort der Begegnung“

Die neuen Sitzgelegenheiten sollen den Schwanenplatz zu einem „Ort der Begegnung“ machen. „Wer sich auf die Plauderbank setzt, möchte sich unterhalten. Ganz einfach – einfach schön!“, erklärt die Freiwilligen-Agentur auf ihrer Website zu ihrer Mitmach-Aktion für Menschen mit und ohne Behinderung. Vergangenen Mittwoch fand ein Ideenworkshop mit Haimerl-Brosch statt, am Freitag und Samstag schritten die Freiwilligen mit Farbe und Pinsel zur Tat.

Gekommen, um zu plaudern: Renate Haimerl-Brosch (v. li.), Vorsitzende beim Neuen Kunstverein, Maria Simon, Leiterin der FreiwilligenAgentur, und drei, die die Bänke mitgestaltet haben. - Foto: Jonas Raab

Die „Plauderbänke“ sind Teil der Aktion „Mein lieber Schwan“ des Neuen Kunstvereins. Künstler Adam Cmiel hatte im Mai den Wartebereich mit Bildern in eine Art Dschungel verwandelt. Am Donnerstag wird Cmiels Werk durch eine neue Installation ersetzt.

Nach ewigem Streit: Am „Luxusklo“ von Regensburg kehr Ruhe ein

Seit die Kunst im Klohäuschen Einzug gehalten hat, ist auch die ursprüngliche Sitzbank zurück, die die Stadt einst entfernt hatte, weil sich eine obdachlose Frau niedergelassen und für Probleme gesorgt hatte. Die Folge: ein Kleinkrieg zwischen verschiedenen Aktivisten und der Stadt, der im Diebstahl 8000 Euro teurer Stühle gipfelte.

Mittlerweile ist Ruhe eingekehrt. Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra spricht von einer „positiven Entwicklung.“ Und das, obwohl die Frau, die einst den ganzen Streit ausgelöst hatte, wieder zurück ist am Schwanenplatz. „Wir haben uns am Samstag nett unterhalten“, berichtet Simon. So lange es so gut und respektvoll weiterlaufe, werde die Sitzbank bleiben, verspricht von Roenne-Styra.