Streit um Regensburger „Luxusklo“ eskaliert: Aktivisten entfernen Stühle – Polizei rückt an

Von Philip Hell · 27. Januar 2025 um 09:33

Am Regensburger „Luxusklo“ rumort es weiter: Montagmorgen haben Aktivisten die Stühle am Schwanenplatz weitestgehend entfernt. Eigentlich wollten sie noch einen Schritt weiter gehen – da kam allerdings auch schon die Polizei.

Hinter der Aktion steckt das Kunstkollektiv „Fußabdrücke“. In den frühen Morgenstunden des Montags rückten sie mit Schraubenziehern an und entfernten einen Großteil der bunten Stühle. Die Stadt hatte die Sitzgelegenheiten Ende November installiert. Seitdem regt sich massiver Widerstand. Die Aktion am Montagmorgen hätte die „bisher aufwendigste und provokanteste“ werden sollen, schreiben die Aktivisten in einer Pressemitteilung.

„Luxusklo“ in Regensburg: Das hatten die Künstler vor

Und in der Tat: Das Künstlerkollektiv hatte Großes vor. Vier Stühle hätten mit Brettern zu einer Art Bank verschraubt werden sollen. Zwei Stühle hätten auf dem Dach des „Luxusklos“ landen sollen und zwei weitere Stühle wollten die Aktivisten unweit des Andreasstadel am Grieser Steg befestigen. „Um Menschen eine neue Perspektive auf Regensburgs Wahrzeichen – die Steinerne Brücke – zu ermöglichen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Nur: Dazu kam es nie. Die Polizei rückte an. Die Aktivisten haben ihrer Mitteilung ein Bild beigefügt, auf dem zwei Beamte zu sehen sind. Ein Polizeisprecher bestätigte den Einsatz auf MZ-Nachfrage. Im Moment ist lediglich ein grüner Stuhl übrig geblieben. Der Verbleib der weiteren Sitzgelegenheiten ist bislang unklar.

Der Streit um das Luxusklo gärt inzwischen seit Jahren. Erst war das Gebäude zu teuer, dann entfernte die Stadt eine Sitzbank, weil dort Obdachlose für Dreck und Unruhe sorgten. An dieser Entfernung hagelt es seitdem Kritik.