„Glücksfall“ für die Maxstraße: (Fast) alle wollen, dass das M26 Regensburg erhalten bleibt

Von Jonas Raab · 25. Juli 2025 um 15:00

Das M26 tut der Maxstraße gut, ist eine „Erfolgsgeschichte“. Da ist sich der Kulturausschuss im Regensburger Stadtrat einig. Diese Woche nahm der Kulturort, der seit 2023 eine verwaiste Ladenfläche füllt, zwei wichtige Hürden auf seinem Weg von der Zwischennutzung zur dauerhaften Einrichtung.

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Den Reigen der Lobeshymnen im Kulturausschuss eröffnete Kerstin Radler. Die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler sprach am Mittwoch von einem „Pilotprojekt, das zum Erfolgsmodell geworden ist“. Das M26 sei ein „Glücksfall“ für die Maxstraße – schließlich habe eine erste Evaluierung gezeigt, dass sich der Kulturort positiv auf das Sicherheitsgefühl in der Maxstraße ausgewirkt habe. Die rund 290.000 Euro, die jährlich anfallen, seien aus ihrer Sicht gut angelegt, sagte Radler mit Blick auf die fast hundertprozentige Auslastung der Räume.

Quasi alle Stadträte, die sich zu Wort meldeten, stimmten Radler zu. Alexander Irmisch (SPD) sprach von einer „großartigen Geschichte“, die auch für die Maxstraße von großartiger Bedeutung sei. Das Team – das M26 wird vom Kulturamt der Stadt in Zusammenarbeit mit der Agentur „bauwärts“ betrieben – leiste großartige Arbeit. Wiebke Richter von den Grünen zeigte sich „sehr beeindruckt von dieser unglaublichen Entwicklung“, Florian Rottke (Brücke) sagte, die Stadt profitiere „maximal“ von der Einrichtung. Benedikt Suttner, Fraktionsvorsitzender der ÖDP, sprach von einem „Scharnier zwischen Bahnhof und Altstadteingang“.

Kulturausschuss lobt M26 in höchsten Tönen

Ribisl-Stadtrat Jakob Friedl sah es als „ganz zentral“ an, der Kultur dauerhafte Strukturen zu bieten. „Wenn wir alles wieder fallen lassen, erziehen wir uns eine Kulturszene, die nie richtig mündig wird.“ Auch er lobte Ausrichtung, Programm und Wirkung des M26, das Stand heute Ende 2026 ausläuft, in höchsten Tönen.

Das tat auch Kulturreferent Wolfgang Dersch. Das M26 sei der beste Beweis, was Kultur in einer Gesellschaft bewegen könne. Die Maxstraße brauche genau diesen Ort. Es sei „sehr wichtig“, ihn beizubehalten – insbesondere seiner sozialen Wirkung wegen. Immer wieder galt das Lob der Stadträte dem Team rund um Gesamtprojektleiterin Carolin Binder und Stephanie Reiterer.

„Ich muss jetzt Wasser in Wein gießen“: Allein Gabriele Opitz (FDP) stimmte gegen die Verstetigung. „Eine vorübergehende Sache muss auch mal vorübergehen“, sagte sie – so gut das Projekt auch sei. „Wo kommen wir da hin, wenn wir alle Zwischennutzungen immer verstetigen?“, fragte Opitz. Es gebe auch andere Stadtgebiete, denen so ein Projekt gut zu Gesicht stünde.

Das M26 hat sich besser entwickelt, als ich es mir je hätte vorstellen können.

Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Oberbürgermeisterin

„Dass wir mit der Kultur ganz anders in die Stadtteile gehen müssen (…), ich glaube, da sind sich hier alle einig“, sagte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD). Aber: Das M26 habe sich „besser entwickelt, als ich es mir je hätte vorstellen können.“ Daher könne – beziehungsweise müsse – man von dem Gedanken Abstand nehmen, dass etwas enden müsse, nur weil es als Zwischennutzung begann. Es gebe derzeit auch keine Bewerber um die Räume, die der Stadt gehören.

Studie bescheinigt M26 „positive Effekte auf Frequenz und Umsatz“ in der Maxstraße

CSU-Stadtrat Erich Tahedl wollte wissen, ob sich bei der Verstetigung des M26 automatisch der Vertrag mit der Agentur „bauwärts“ verlängere – und ob es nicht auch möglich sei, den Ort mit eigenen, städtischen Kräften zu bewirtschaften? Dem sei nicht so, führte Kulturamtsleiterin Maria Lang aus: Der Vertrag laufe noch bis Ende 2026 und werde wieder ausgeschrieben; die Stadt selbst habe keine Kapazitäten, die Stellen zu besetzen.

Lang erklärte, dass eine Studie den Ausschlag dafür gab, das M26 zur Verstetigung vorzuschlagen. Der Kulturort biete „einen hohen soziokulturellen und gesamtökonomischen Mehrwert“; das wiederum lasse auf eine „dementsprechend hohe Sozialrendite“ schließen, so das Ergebnis der Evaluierung. Geschäftsleute aus der Maxstraße bestätigten laut der Umfrage einen „gewinnbringenden Imagewandel“ und „positive Effekte auf Frequenz und Umsatz“.

Am Donnerstag nickte auch der Verwaltungsausschuss die Pläne wortlos ab, allein die AfD stimmte dagegen. Das letzte Wort hat der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 30. Juli.