Das M26 eröffnet: Ein Ausrufezeichen am Regensburger Stadteingang

Ein Raum für Kultur und Soziales, zugänglich für alle – das ist das M26, das am Samstag in der Maximilianstraße eröffnet.
Was tun mit Leerständen? Diese Frage stellt sich in der Innenstadt immer öfter. Weil sich die gängige Belegung mit Einzelhandel oder Gastronomie längst nicht mehr in jedem Fall ergibt, sind neue Ideen und Konzepte gefragt.
Die Stadt versucht es bei ihrer Immobilie in der Maximilianstraße 26 mit einem soziokulturellen Ansatz. Mindestens bis zum Jahresende fungiert hier eine verwaiste Ladenfläche als Real-Labor mit dem Namen M26, am Samstag ab 14 Uhr steht es erstmals für die Öffentlichkeit offen.
Stephanie Reiterer und Jörg Haala sehen diesem Premierentermin mit großer Vorfreude entgegen. Sie haben Mitte Januar mit dem Architektur- und Kulturbüro bauwärts sowie dem Kunstverein Graz die Ausschreibung der Stadt gewonnen und treten nun schon wenige Tage später als federführende Koordinatoren des Projekts M26 an.
Dieses wollen sie zum sprichwörtlichen Ausrufezeichen machen. Denn wenn Regensburg-Besucher vom Bahnhof in Richtung Zentrum gehen und nach wenigen Minuten das M26 passieren, soll nach Reiterers Idealvorstellung dieser Gedankenblitz in sie fahren: „Ist das eine spannende Stadt!“
Café als Ort der Integration
Als Grundlage für derlei Begeisterung sind zwei Säulen vorgesehen. Zum einen ein vielfältiges Kulturangebot, das von Ausstellungen über Lesungen und Konzerte bis zu Tanz- und Theateraufführungen reicht. Das genaue Programm soll bis März stehen, den Februar haben die Macher zum Monat der Findungsphase erkoren.
Schon jetzt registrieren sie erfreut, dass die Zahl der Mitstreiter stetig wächst. Von Beginn an mit an Bord waren der Kunstverein con_temporary, die Fachschaft Architektur der OTH und die Fachschaft Kunst der Universität. „In den vergangenen Tagen sind der Schriftstellerverband und die Kurzfilmwoche dazu gekommen“, gibt Haala einen Eindruck von der großen Bandbreite der künftigen Akteure im M26.
Die Erstellung eines abwechslungsreichen Kulturprogramms, vornehmlich für die Abendstunden bis 22 Uhr, dürfte also einigermaßen leicht von der Hand gehen. Doch das ist nur die eine Hälfte des M26-Konzepts. Eine nicht kleinere Rolle spielt die soziale Komponente. Diese kommt vor allem tagsüber zum Tragen und ist durch das Wort „niederschwellig“ geprägt. Das heißt: Das M26 ist offen für jeden.
„Wir wollen eine Anlaufstelle sein für alle, die nicht wissen wohin“, beschreibt Reiterer die Zielsetzung. Wie zum Beweis kommen zwei nicht Deutsch sprechende Frauen des Weges, die den Eingang des Amts für Integration und Migration suchen.
Die „Kunden“ dieser im gleichen Haus untergebrachten Behörde können sich künftig im „Community Café“ des M26 entspannen und so den notwendigen Ämtergang mit einem angenehmen Aufenthalt sowie dem Knüpfen neuer Kontakte verbinden.
Doppelter Schnittpunkt
„Das M26 ist der Schnittpunkt aus Kultur und Sozialem“, sagt Haala zu dem Projekt, das auch ihm persönlich – beruflich als Sozialpädagoge, ehrenamtlich als Vorstand des Kunstvereins Graz tätig – auf den Leib geschneidert ist.
Für Reiterer funktioniert diese Schnittstellen-Funktion auch in anderer Hinsicht: Das M26 ist nach dem Art-Lab Gleis 1 am Hauptbahnhof und dem demnächst künstlerisch aufgehübscht werdenden Bahnhofsvorplatz eine weitere Station auf der Kulturmeile in Richtung Stadtzentrum. „Das ist eine tolle Möglichkeit, die uns das Kulturamt hier bietet“, sagt sie. Wer das Konzept kennenlernen oder weitere Ideen beisteuern will, kann dies am Samstag ab 14 Uhr tun.
