Biergarten-Comeback in Regensburg fällt ins Wasser – Das sind die Gründe

Von Rainer Wendl · 24. Juli 2025 um 17:00

Schlechte Nachricht für alle Freunde des Kneitinger Kellers in Regensburg: Aus der angepeilten Sommer-Öffnung auf der derzeitigen Baustelle wird nichts. Das sind die Gründe.

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Ende Mai kündigte Kneitinger-Geschäftsführer Leonhard Resch an, dass es auf der derzeitigen Baustelle Kneitinger Keller ab Ende Juni einen interimsmäßigen Biergarten-Betrieb geben werde. Da sich dieser Ende Juli immer noch nicht abzeichnet, ist es Zeit für eine Nachfrage. Die Antwort von Resch fällt ebenso klar wie ernüchternd aus: „Dieses Vorhaben müssen wir für heuer leider abschreiben.“ Die bereits im Garten aufgestellten Container für die provisorische Küche und die Sanitäranlagen bleiben also ungenutzt, die Toiletten-Einheit wird demnächst wieder abtransportiert.

Was ist da schief gelaufen? Den einen entscheidenden Grund gebe es nicht, meint der Geschäftsführer, der auch niemandem die Schuld für das gescheiterte Projekt geben will. „Wir waren einfach zu euphorisch und haben vielleicht auch den Aufwand unterschätzt, den so eine übergangsmäßige Öffnung mit sich bringt. Zum Schluss ist uns einfach die Zeit davongelaufen, die Biergarten-Saison ist ja schon einigermaßen weit fortgeschritten“, sagt er und kann sich das „Sch...“-Wort nicht verkneifen.

Ein Gast macht sich Sorgen

Der genannte Aufwand habe viele Facetten gehabt: Genehmigungsrechtliche Belange genauso wie bauliche Maßnahmen und nicht zuletzt die Frage, wie relativ spontan und nur für einen begrenzten Zeitraum das erforderliche Personal zu finden ist. Alle Themen zusammen hätten letztlich eine nicht mehr rechtzeitig zu überwindende Hürde gebildet.

Für unsere Stammgäste tut mir das im Herzen weh. Die Leute haben sich auf diese Teilöffnung gefreut.

Leonhard Resch, Geschäftsführer Kneitinger

Für die Brauerei bedeutet dies einen potenziell stattlichen Bier-Absatz, der ihr entgeht. Denn obwohl nur eine Teilfläche des Biergartens geöffnet worden wäre, hätte es Platz für immerhin 150 Gäste gegeben. Was Resch aber noch mehr stört, ist der Umstand, nun das erwartungsfrohe Publikum enttäuschen zu müssen. „Für unsere Stammgäste tut mir das im Herzen weh. Wir haben viele Rückfragen bekommen, wann es denn jetzt losgehen soll. Die Leute haben sich auf diese Teilöffnung gefreut.“

Karl Prommersberger ist einer dieser Stammgäste. Die Hiobsbotschaft überrascht ihn nicht. „Ich hatte das seit Längerem befürchtet und in der Zwischenzeit auch schon von verlässlicher Quelle gehört, dass es heuer nichts wird“, sagt er. Als der Kneitinger Keller im August 2024 wegen der anstehenden Sanierungs- und Umbauarbeiten geschlossen wurde und der Herbst 2026 als Wiedereröffnungstermin genannt wurde, war Prommersberger bereits in Sorge. Vielen Freunden des traditionsreichen Wirtshauses werde durch diese lange Schließung das „zweite Wohnzimmer“ genommen, argumentierte er damals.

Der jetzt ins Wasser gefallene Sommer-Teilbetrieb sei deshalb fatal: „Die Stammtische sind ins Antoniushaus oder in die Gaststätte Eisbuckel abgewandert. Ob die jemals zurückkommen, wenn sie jetzt dann zwei Jahre oder sogar noch länger woanders waren?“, fragt er sich.

Neuer Anlauf zur Saison 2026

Zumindest einen weiteren Verzug kann Resch Stand heute ausschließen. „Mit dem Gesamtprojekt liegen wir im Zeitplan“, betont er und hofft sogar, dass die gescheiterte Sommer-Öffnung letzten Endes auch eine positive Komponente haben könnte: Da es jetzt keinen „störenden“ Betrieb im Biergarten geben wird, könnten die Bauarbeiten möglicherweise mit mehr Intensität vorangetrieben werden.

Einen Lerneffekt bietet die aktuelle Enttäuschung für den Kneitinger-Geschäftsführer sowieso: „Wir wissen jetzt, wie viel administrative und bauliche Belange selbst an so einem Übergangsprojekt hängen. Mit einem spontanen ,Das machen wir jetzt einfach' ist es heute nicht mehr getan.“

Nächstes Jahr, das verspricht er schon jetzt, werde man besser vorbereitet sein – dann soll es über die gesamte Saison einen Interims-Biergarten im Kneitinger Keller geben.