Neuer Wirt und große Pläne: Im Kneitinger Keller wird schon bald wieder Bier ausgeschenkt

Von Philip Hell · 18. März 2025 um 16:27

Die Sonne scheint, einzig die kühlen Temperaturen vermiesen dem geneigten Regensburger noch den Besuch im Biergarten. Gestern stellte die Brauerei Kneitinger die Pläne für den Kneitinger Keller vor – und präsentierte bei der Gelegenheit auch die neuen Wirtsleute.

Kneitinger-Geschäftsführer Leonhard Resch blickte zunächst in die Geschichte zurück. Der Biergarten habe eine rund 200-jährige Historie. „Unsere Aufgabe ist es jetzt, den Kneitinger Keller wieder fit zu machen. Wir wollen dieses Kulturgut mit neuem Leben ausstatten.“ Hauptziel sei es, sehr viel Substanz zu erhalten. „Es wird nicht alles abgerissen. Die beiden Hauptgebäude bleiben stehen. Auch der Saal bleibt im Wesentlichen stehen.“ Bestimmte Gebäudeteile sollen allerdings von Grund auf renoviert werden. Eine ganz wesentliche Änderung: Bislang führte die Einfahrt durch den Biergarten – in Zukunft sollen die Gäste auf der nördlichen Seite hineinfahren. „Gastronomie und Biergarten werden eine Einheit.“

Rückkehr nach Regensburg: Das ist der neue Wirt vom Kneitinger Keller

Diese Einheit wird in Zukunft von Markus und Elfriede Stahl geführt, die Resch als neue Wirtsleute präsentierte. Die beiden betreiben bereits eine Wirtschaft in Wallersdorf (Kreis Dingolfing-Landau). Die beiden werden den Biergarten nach derzeitigen Planungen Ende April bereits aufsperren – dann allerdings in abgespeckter Version. Zwischen 100 und 150 Plätze soll der Mini-Biergarten haben.

Für Markus Stahl ist es eine Art Rückkehr. In den 80er-Jahren besuchte er das Internat St. Emmeram. Schon als Schüler saß er unter den Kastanien am Galgenberg. „Ich habe immer schon ein bisschen auf den Kneitinger Keller geblinzelt.“ Es sei ein langjähriger Traum, den er nun mit Leben füllen könne. Gastronomie sei bei den Stahls eine Familienangelegenheit, ergänzte Wirtin Elfriede. „Bei uns packen alle mit an.“ Nur so seien zwei Gasthäuser zu packen. Im Kneitinger Keller setze man künftig auf eine Wochenkarte mit einem täglich wechselnden Gericht zu einem relativ günstigen Preis. Es gebe aber auch Kleinigkeiten und Vegetarisches.

„Der Kneitinger Keller soll für jeden und alle etwas sein.“

Neu-Wirt Markus Stahl betonte: „Der Kneitinger Keller soll für jeden und alle etwas sein.“ Man wolle nicht nur eine bestimmte Gruppe ansprechen. Die Herausforderung sei ihm durchaus klar, so Stahl. „Mein Vater hat immer gesagt: Am Anfang kommen sie alle, aber halten muss man sie.“ Dabei bezog sich Stahl auch auf seinen Vorgänger. „Der Herr Gebhard hat es uns vorgemacht. Er hat den Kneitinger Keller 23 Jahre geführt.“ Das sei heutzutage enorm. „Genau so wollen wir das auch weiterführen.“

Die Idee mit dem Mini-Biergarten als Interims-Lösung wurde auch von Stahl initiiert. „Die Leute lechzen nach dem Biergarten.“ Die Kundschaft solle wissen, dass etwas vorangeht – auch wenn gerade umgebaut wird. Schon in etwas über einem Monat soll es losgehen. Während im Mini-Biergarten angestoßen wird, soll nebenan am Kneitinger Keller der Zukunft gearbeitet werden. Verantwortlich dafür: die Architekten Gebauer und Wittmann.

Florian Gebauer erläuterte gestern die Pläne. „Wir wollen die Identität des Kellers erhalten. Das deckt sich mit dem gastronomischen Konzept der Familie Stahl.“ Die alten Wirtsräume und der Saal sollen erkennbar bleiben, so Gebauer. In einem neuen Bereich soll es dafür etwas moderner zugehen. Auch der Biergarten soll zu großen Teilen erkennbar bleiben, betonte der Architekt – abgesehen von der neuen Zufahrt. „Das steigert die Qualität enorm.“

Bevor man zum ganz großen Abbruch-Hammer greift, solle man lieber nachdenken, was man erhalten könne, sagte Gebauer. „Die alte Substanz ist nicht so schlecht.“ Hier denke man sehr nachhaltig. Drin sollen in Zukunft 300 Menschen Platz finden, draußen sind es bis 550, so Gebauer. Die beiden Flächen sollen in Zukunft auch besser miteinander verbunden werden. Die Architekten planen mit einer großen Glasfassade im Gastraum.

Sanierung bis Ende 2026?

Bleibt die Frage: Wie lang dauerts noch? Gebauer spricht von einer baldigen Baugenehmigung. „Wir sind auf einem guten Weg.“ Eine Wiedereröffnung Ende 2026 sei sportlich. „Wir versuchen alles, dass es schnell geht.“ Kneitinger Chef Resch gab sich mit einem Lächeln auf den Lippen etwas ambitionierter. „2026 zum Bockanstich. Ob wir das erreichen, werden wir sehen.“