„Deutlich gesteigertes Sicherheitsempfinden“: So möbelt das M26 die Regensburger Maxstraße auf

Von Jonas Raab · 23. Juli 2025 um 05:00

Für das M26 gibt es viele Umschreibungen. „Ein Ort von allen, für alle! Ein Ort für Kunst, Kultur und Soziokultur. Ein Willkommensort“ textet die Stadt auf ihrer Website. Überschrieben ist die Erklärung in fetten Lettern mit „Zwischennutzung“. Genau das soll sich ändern. Das Real-Labor, das seit 2023 eine verwaiste Ladenfläche in der Maximilianstraße füllt, soll dauerhaft bleiben – sofern der Stadtrat mitspielt.

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„Das M26 hat sich binnen kurzer Zeit als lebendiger und relevanter Kulturort der Stadt etabliert“, sagt Kulturamtsleiterin Maria Lang auf Anfrage. Gerade in nächster Nähe des Hauptbahnhofs seien Kunst und Kultur ein Schlüssel für innovative Stadtentwicklung. Das M26 zeige eine „signifikante Wirksamkeit auf das umliegende Quartier“ – nicht nur für kulturelle, kreative und soziale, sondern auch wirtschaftliche Aktivitäten. Eine Studie, die in Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg entstanden ist, belege das.

Mehr Sicherheitsgefühl

Diese Studie liegt auch einer Beschlussvorlage bei, mit der sich der Kulturausschuss des Stadtrates am Mittwoch beschäftigen wird. Es geht darum, das Zwischennutzungsprojekt, das Stand heute bis Ende 2026 in der Maximilianstraße 26 das Erdgeschoss füllt, zur dauerhaften Institution zu machen. Der Kulturort biete „einen hohen soziokulturellen und gesamtökonomischen Mehrwert“; das wiederum lasse auf eine „dementsprechend hohe Sozialrendite“ schließen. So lautet die Zusammenfassung der Studie – einer Befragung, an der insgesamt 1197 Personen teilgenommen haben, 409 Gäste des M26, 710 Passanten sowie 78 Gewerbetreibende und Mitarbeiter von Geschäften in der Maximilianstraße.

„Diese positiven Prognosen zeigen den langfristigen Nutzen des M26 als räumliche Ressource und versprechen eine weitere wertsteigernde Entwicklung in Zukunft, so dass eine Verstetigung des Kulturorts M26 für die Stadt Regensburg in Bilanz als Gewinn zu bewerten ist“, heißt es in der Beschlussvorlage.

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Laut Lang habe der Betrieb des M26 für ein „deutlich gesteigertes Sicherheitsempfinden in der Nachbarschaft“ gesorgt. Geschäftsleute aus der problembehafteten Maxstraße hätten zudem einen „gewinnbringenden Imagewandel“ und „positive Effekte auf Frequenz und Umsatz“ bestätigt.

Das M26 wird vom Kulturamt der Stadt in Zusammenarbeit mit „bauwärts – Stadt Raum Bildung Kultur“ organisiert. Es beherbergt beispielsweise ein Community Café, bietet im Hauptraum Platz für Ausstellungen oder Veranstaltungen und kann im hinteren Bereich für Workshops oder Besprechungen genutzt werden. Über Kulturpatenschaften können lokale Vereine bis zu drei Wochen lang Verantwortung für die Gestaltung, Bespielung und Öffnung der Flächen übernehmen.

Kulturort in Regensburg: M26 zu 99 Prozent ausgelastet

Im vergangenen Jahr nutzten laut Angaben des Kulturamtes etwa 30.000 Menschen die Angebote im M26, das etwa 400 Veranstaltungen und inzwischen knapp 20 wiederkehrende offene Formate umfasst. Derzeit seien die Räumlichkeiten im M26 zu 99 Prozent ausgelastet und die Nachfrage übersteige die vorhandenen Kapazitäten signifikant, sowohl seitens der Veranstalter als auch der Gäste. Kulturamtsleiterin Lang spricht von „überzeugenden Ergebnissen“, die die M26-Studie geliefert habe. Sie sollen im Rahmen eines Forschungsprojektes nochmals vertieft werden.

Für den laufenden Betrieb fallen laut Beschlussvorlage jährliche Kosten in Höhe von rund 290.000 Euro an, davon 175.000 Euro für externes Personal, 65.000 Euro für Programm, Ausstattung und Öffentlichkeitsarbeit sowie 50.000 Euro für Miete, Nebenkosten und Reinigung. Diese Mittel sollen – vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats und der Haushaltslage – über 2026 hinaus gesichert werden, um das Projekt langfristig zu verankern.

Nachdem sich am Mittwochabend der Kulturausschuss des Stadtrats mit der Zukunft des M26 befasst hat, kommt das Thema am Donnerstagnachmittag in den Ausschuss für Verwaltung, Finanzen und Beteiligungen. Die finale Entscheidung, ob aus dem M26 eine dauerhafte Einrichtung wird, fällt dann der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 30. Juli.