Nach Ansage von Vicky Leandros: Regensburger zollen der Sängerin Respekt – Weidel abgereist

Von Heike Haala · 22. Juli 2025 um 17:00

„Hut ab“, sagt Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD). Vicky Leandros habe die schwierige Situation mit Klasse und Stil gelöst, lobt Stephanie Birnthaler, Chefin im Festspiel-Restaurant. Aber das sind nur zwei von vielen Reaktionen auf das Gesprächsthema, das ganz Regensburg zu Beginn dieser Woche in Atem hielt.

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AfD-Chefin Alice Weidel während der Schlossfestspiele zu Gast auf Schloss St. Emmeram: Das rief nicht nur 900 Protestierende auf den Plan, sondern auch den auftretenden Star selbst. Leandros habe der Hausherrin laut Bild-Zeitung erklärt, dass Weidel bei ihrem Konzert nicht willkommen sei. Die AfD-Frau wurde dort dann auch nicht gesehen. Ihr Besuch in Regensburg ist inzwischen zu Ende. „Frau Weidel ist heute Vormittag, wie zuvor geplant, abgereist. Weitere Programmpunkte der Festspiele hatte sie, aus terminlichen Gründen, nicht vor zu besuchen“, antwortete Daniel Tapp, persönlicher Pressesprecher der Bundestagsabgeordneten, am Dienstag auf Anfrage.

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Auch wenn der Montag viel schlimme Aufregung für sie bereitgehalten habe, sei die Stimmung am Abend im Festspiel-Restaurant sehr positiv gewesen, sagt dessen Chefin Stephanie Birnthaler. „Ich und mein Mann Peter sind Vicky Leandros für ihre Intervention sehr, sehr dankbar“, sagt sie. Die Sängerin habe die schwierige Situation mit Klasse und Stil im Sinne von Birnthaler und ihren Mitarbeitern gelöst. Die Arbeit, die dieses Team für die Gäste leistet, bezeichnet Birnthaler als Höchstleistung mit dem Ziel, Freude, Optimismus, gute Stimmung und Unbeschwertheit zu verbreiten. „Ich brauche meine Energie für meine Gäste und nicht für solche Störfeuer“, erklärt die Chefin im Festspiel-Restaurant und blickt nun mit Vorfreude auf die nächsten Abende und ihre Aufgabe dabei.

Maltz-Schwarzfischer sagt, sie halte die AfD für äußerst gefährlich in Bezug auf Demokratie und Freiheit. „Schade, dass die Schlossfestspiele, die mit so viel Herzblut von Odeon Concerte veranstaltet werden und für Regensburg ein kulturelles Highlight darstellen, mit Gästen wie Alice Weidel deutschlandweit in Misskredit geraten“, erklärt sie. Und: „Hut ab vor Vicky Leandros, die sich ja sehr klar und deutlich dazu geäußert hat.“ Dass auch viele Menschen in Regensburg friedlich gegen die in ihren Augen demokratiefeindliche AfD auf die Straße gegangen sind, stimmt die Rathaus-Chefin zuversichtlich. Auch Dennis Forster von der Initiative gegen Rechts, die am Montag zu dem Protest vor dem Schloss aufgerufen hatte, schreibt in einer Pressemitteilung, dass es Leandros zu verdanken sei, dass die AfD-Chefin nicht erschien.

So ging es am Montagabend vor dem Schloss zu. - Foto: Tino Lex

Ludwig Söll, Prokurist bei Odeon Concerte, erklärt zu den Ereignissen vom Montag, dass er als Veranstalter keinen Einfluss darauf habe, wer Tickets erwirbt oder zu den Veranstaltungen eingeladen wird. Grundsätzlich seien derzeit noch Restkarten für Konzerte an der Abendkasse verfügbar. Die Konzerte mit Gianna Nannini am Mittwoch und Giovanni Zarrella am Donnerstag seien aber bereits ausverkauft.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mitteilt, habe Gloria von Thurn und Taxis auf Anfrage schriftlich mitgeteilt, dass die Polizei die Sicherheit auf dem Gelände nicht habe garantieren können. Weidel habe entschieden, weder die Show noch das Festspiel-Restaurant zu besuchen, „um den Gästen den Abend nicht zu verderben“. Die von der Hausherrin geschilderten Sicherheitsbedenken bestätigte die Polizei gegenüber der dpa indes nicht. Diese Darstellung treffe nicht zu, sagte ein Sprecher.

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Es könnte nicht der letzte Abend mit Protesten vor dem Schloss gewesen sein. Für das Finale am Sonntagabend sind Anna Netrebko und Yusif Eyvazov gebucht. Die aus Russland stammende Opernsängerin soll von den Hofer Symphonikern, Anton Grishanin als Dirigent sowie Mezzosopranistin Anita Rachvelishvili und Bariton Fabián Veloz begleitet werden. Für diesen Tag ist von 18 bis 23 Uhr eine Versammlung unter dem Titel „Keine Bühne für Putin-Unterstützer“ am Emmeramsplatz von der Initiative Infra angemeldet, gibt Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, Auskunft. Weitere Demonstrationen vor dem Schloss waren für die Dauer der Schlossfestspiele am Dienstag laut ihren Angaben nicht angemeldet.