Lauter, aber friedlicher Protest vor dem Schloss: Weitere Spontandemos gestartet

Von Jonas Raab, Heike Haala, Philip Hell · 21. Juli 2025 um 21:10

AfD-Chefin Alice Weidel als Gast bei den Schlossfestspielen in Regensburg? Diese Möglichkeit wollten viele Regensburger nicht unkommentiert stehen lassen. Deswegen hatte die Initiative gegen Rechts am Montag eine Spontanversammlung für 50 Personen angemeldet. Das bestätigte Markus Reitmeier, Pressesprecher der Polizeiinspektion Regensburg Süd, am späten Nachmittag.

Gegen 20 Uhr aber waren es bis zu 900 Menschen, die er auf dem Emmeramsplatz gezählt hatte. Sie waren dem Aufruf gefolgt, der sich während des Nachmittags in Windeseile unter dem Motto „Weidel verpiss dich“ verbreitet hatte.

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Vor dem Schloss trafen am Montagabend Welten aufeinander: Die Gäste, die zu dem Konzert mit Vicky Leandros wollten, Autofahrer, die einfach so an der Stelle vorbei mussten, die vielen Polizeibeamten sowie etliche Einsatzwagen und natürlich die Demonstranten mit Regenbogenflaggen und Transparenten.

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Ihre Botschaft war unmissverständlich: „Nazis raus“, „Schämt euch“ oder „Ganz Regensburg hasst die AfD“ donnerte ihr Chor samt Echo durch das Viertel. Manche hatten Pfeifen oder Tröten dabei, andere riefen laut „Buh“, wieder andere reckten ihren Mittelfinger in die Luft.

Dazwischen gab es Redebeiträge. Einen davon lieferte Dr. Gabriele Griese-Heindl vom Bündnis für Toleranz und Menschenrechte im Landkreis Regensburg. Sie bezeichnete Weidel als „Hassbotschafterin“. „Die Festspiele sind ein Pflasterstein auf dem Weg in den Abgrund“, rief sie in die Menge. Diese Versammlung endete laut Reitmeier gegen 20.45 Uhr friedlich. Da lief das Konzert bereits.

Zu diesem Zeitpunkt war eine zweite Spontanversammlung in Form eines Aufmarsches in Richtung Milchschwammerl gestartet, die laut Reitmeier bis 22 Uhr angemeldet war und bis dahin ebenfalls friedlich blieb. In der Fürst-Anselm-Allee hatten sich kurz vor dem Konzert weitere Demonstranten auf einer kleinen Brücke mit Lautsprecher und Mikrofon positioniert. Von hier aus wollten sie die Gäste im Schlosspark, der an dieser Stelle direkt angrenzt, mit ei-ner Spontan-Kundgebung beschallen. Wenig später rollten sie von dort aus auch noch Banner aus: Eines über den Zaun in Richtung Schlosspark, auf dem „Nie wieder Faschismus“ zu lesen war. Auf einem weiteren über einem Zugang zum Schloss stand „Fight the Nazis“. Aus den Bäumen war störsenderartiges Pfeifen zu hören.