Nach „Entführung“ von Bub (6): So steht es um die Sicherheit im Regensburger Michlstift

Ein Mann spaziert in das Michlstift und nimmt ein Kind mit – einfach so, gegen den Willen der Erzieherinnen. Was hat sich seit dem Vorfall im April 2024 im Regensburger Menschen-in-Not-Schutzhaus getan?
Der Fall hatte neben langwierigen Ermittlungen in Regensburg und Rumänien auch eine Debatte um die Sicherheitsvorkehrungen im städtischen Schutzhaus ausgelöst. Vorwürfen, sie seien ungenügend, erteilte Sozialbürgermeisterin Astrid Freudenstein (CSU) stets eine Absagte – setzte jedoch kurzfristig einen Jugendamtsmitarbeiter an die Pforte, als der Fall publik wurde. Nun führt die Stadt Vorstellungsgespräche, um den Posten dauerhaft zu besetzen.
Der Aufruhr um die Sicherheitslage war zum Teil hausgemacht. Mehrfach hatte die Stadt auf Presseanfragen mitgeteilt, dass „aufgrund der Haushaltslage“ seit Anfang 2024 tagsüber keine Security mehr im Michlstift vor Ort sei. Das stimmte jedoch nicht ganz. Für die Tagstunden sei nie ein Sicherheitsdienst vorgesehen gewesen; lediglich von Oktober bis Dezember 2023 habe man Security engagiert, weil in dieser Zeit besonders viele unbegleitete Flüchtlinge in der Einrichtung untergebracht waren, korrigierte Freudenstein.
Pförtnerstelle im Michlstift war „nie Teil des Sicherheitskonzepts“
Neben der Verwirrung um den Sicherheitsdienst geriet insbesondere die unbesetzte Pförtnerstelle in den Fokus. Die sei „wegen des Publikumsverkehrs“ 2023 erstmals beantragt und für das Haushaltsjahr bewilligt worden, erklärte Freudenstein auf Nachfrage – betonte aber im Stadtrat, dass die Stelle nie Teil des Sicherheitskonzepts gewesen sei. „Das Michlstift war nie eine geschlossene Einrichtung, will und kann es nicht sein.“
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Ende vergangenen Jahres hatte die Stadt die Pförtnerstelle schließlich ausgeschrieben. „Das Besetzungsverfahren läuft derzeit. Vorstellungsgespräche sind für Ende Februar terminiert“, erklärt Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra auf Nachfrage. Mit einer Besetzung der Stelle sei frühestens im April zu rechnen. In der Zwischenzeit bleibe die Pforte im Rahmen einer Abordnung mit einem Mitarbeiter des Amtes für Jugend und Familie besetzt. Der Fokus der Pförtnerstelle liege auf der Eingangskontrolle während der Öffnungszeiten des Hauses.
Kein zusätzlicher Sicherheitsdienst mehr nötig
Im Michlstift sind verschiedene soziale Einrichtungen untergebracht. Im Zuge der Debatte um die Sicherheit im Schutzhaus hatten Mitarbeiter geklagt, überlastet zu sein. Und heute? „Derzeit gibt es in verschiedenen Einheiten des Hauses offene Stellen“, teilt von Roenne-Styra mit. Sie befänden sich alle in Ausschreibung oder im Besetzungsverfahren.
Ein zusätzlicher Sicherheitsdienst ist laut der Sprecherin für das Michlstift indes nicht mehr vorgesehen, da vorläufig in Obhut genommene minderjährige Ausländer inzwischen in einer eigens dafür vorgesehenen Einrichtung im Auweg untergebracht werden.
Zu vergleichbaren Fällen wie dem vom 19. April ist es laut von Roenne-Styra im Michlstift nicht mehr gekommen.