Immer mehr Windräder geplant – Auch bei Neukirchen-Balbini stehen bald einige

Von Jan Lange · 10. April 2024 um 05:00

Nicht nur bei Neunburg und Dieterskirchen sind neue Windparks geplant. Auch auf dem Gebiet von Neukirchen-Balbini sollen künftig mehrere Anlagen stehen. Die Windpower GmbH aus Regensburg will östlich von Alletsried zwei bis drei Räder aufstellen.

Bei der Fläche handelt es sich um ein Waldgebiet an der Gemeindegrenze zu Marketsried (Stadt Rötz), wie Geschäftsführer Johannes Ehbauer bestätigt.

Das Vorhaben ist bereits weit vorangeschritten: In den vergangenen Monaten hat sich der Investor die notwendigen Flächen gesichert. Das war keine einfache Angelegenheit: Die Flächen seien sehr kleinteilig, erklärt Ehbauer. Die Windpower GmbH musste mit gut 50Grundstückseigentümern verhandeln. Daneben habe es laut Ehbauer auch Gespräche mit dem Markt Neukirchen-Balbini gegeben.

Windkraft und Photovoltaik sollen verbunden werden

Der Investor will in dem Gebiet – wenn möglich – Windkraft und Photovoltaik miteinander verbinden und die in den verschiedenen Anlagen gewonnene Energie über eine gemeinsame Kabeltrasse ins Umspannwerk leiten. Windkraft und Photovoltaik seien in seinen Augen die wichtigsten Träger der Energiewende.

Die Windpower GmbH bietet auch eine Beteiligung der Bürger und der Kommune an. Derartige Modelle sind mittlerweile keine Seltenheit mehr: Auch die Wind 18 GmbH, die unter anderem neue Windkraftanlagen bei Schwandorf, Burglengenfeld, Neunburg und Dieterskirchen plant, bietet entsprechende Beteiligungen von bis zu 33 Prozent an. Die Unternehmen argumentieren, dass durch eine Beteiligung vor Ort auch die Wertschöpfung in der Region bleibe.

An den Projekten der Windpower GmbH seien bislang mehr als 3000 Bürger beteiligt, erklärt Ehbauer, der seit 20 Jahren bei dem Regensburger Unternehmen tätig und seit vorigem Jahr dessen Geschäftsführer ist.

Schwerpunkt ist in Neumarkt

Die bei Alletsried geplanten Windräder sollen eine Nabenhöhe von 160 bis 180 Meter und einen Rotordurchmesser von 160 bis 175 Meter haben, erklärt Ehbauer. Insgesamt werden die Anlagen eine Höhe von 250 bis 270 Meter erreichen. Auch das ist bei neuen Windrädern fast schon Standard.

Bisher ist die Windpower GmbH, die aktuell bereits etwa 40 Anlagen betreibt, schwerpunktmäßig im Landkreis Neumarkt und rund um Regensburg aktiv. Die geplanten Windräder bei Neukirchen-Balbini sind für das Unternehmen das erste Projekt dieser Art im Landkreis Schwandorf.

In der Vergangenheit habe es einige Hinderungsgründe gegeben, im Landkreis Schwandorf zu investieren, meint der Geschäftsführer. Dazu zählen unter anderem die Windhäufigkeit und die bestehenden Landschaftsschutzgebiete. Nachdem die Regierung die Errichtung von Windkraftanlagen erleichtert hat, rückt nun auch der Raum Schwandorf in den Fokus von Investoren.

Es gab auch schon mal Pläne für Rötz

Die Windpower GmbH hatte vor mehr als zehn Jahren schon einmal Windräder auf einer Fläche bei Rötz geplant. Aus dem Vorhaben wurde damals aber nichts.

Diesmal stehen die Chancen deutlich besser: Bei dem ausgewählten Areal bei Alletsried handelt es sich laut Ehbauer bereits um eine Windpotenzialfläche. Das erleichtere auch die Umweltprüfungen. Auf denen liege in den kommenden Monaten der Fokus, so der Windpower-Geschäftsführer. Auch die Planung soll weiter vorangetrieben werden. Ehbauer hofft, sie noch in diesem Jahr zur Genehmigung einreichen zu können.

Sobald die Planungen Hand und Fuß haben, werde es auch öffentliche Bürgerversammlungen geben, sichert Ehbauer zu. Bisher habe es keine offene Kritik an den Windrad-Plänen gegeben, meint er. Das ist andernorts nicht der Fall: In Mitterauerbach hat sich eine Bürgerinitiative gegen die in der Nähe geplanten Windkraftanlagen gegründet.

Transport wird nicht einfach

Für jede Anlage müsse circa ein halber Hektar Wald gerodet werden, kündigt Ehbauer an. Er rechnet damit, dass es noch zwei bis drei Jahre dauern wird, bis die Windkraftanlagen stehen. Mit einer Anlage könnten etwa 14 bis 15 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. „Und das ist sehr konservativ gerechnet“, sagt Ehbauer. Der Markt Neukirchen-Balbini verbrauche nach seinen Kenntnissen rund drei Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr.

Eine Herausforderung bei der Errichtung der Anlagen werde die Zufahrt und der Transport werden, ist sich Ehbauer bewusst. Da die Fläche nicht direkt an der Autobahn liege, müssten die 80 bis 90 Meter langen Spezialtransporter durch kleine Orte und kurviges Gelände fahren. Wege, die durch die riesigen Fahrzeuge beschädigt werden, würden anschließend wieder instand gesetzt werden, verspricht der Windpower-Geschäftsführer.