Schon wieder Irrfahrten und Verkehrschaos in der Regensburger Altstadt: Das sagt die Bahn dazu

Der Fahrer eines Schienenersatzverkehr-Busses hat am Sonntagabend für Verkehrschaos in der Regensburger Altstadt gesorgt. Nachdem er sich in einer engen Gasse festgefahren hatte, standen insbesondere Besucher der Thurn und Taxis Schlossfestspiele im Stau. Das war nicht die einzige Irrfahrt an diesem Wochenende. Die Deutsche Bahn wirbt um Verständnis.
Zwischen dem Emmeramsplatz und dem Ägidienplatz, in der Marschallstraße, da blieb am Sonntag gegen 23 Uhr ein großer, lilafarbener Gelenkbus des Schienenersatzverkehrs nach Nürnberg stecken. Zahlreiche Gäste der Schlossfestspiele, die kurz vor Mitternacht abreisen wollten, standen auf der Straße und wussten nicht weiter. Das Eck, ohnehin eine Engstelle, war dicht. Vom Busfahrer war nichts mehr zu sehen. Er hatte die Warnblinkanlage des Fahrzeugs eingeschaltet und suchte wohl einen Weg aus der verzwickten Lage.
In Sozialen Medien sorgte die Irrfahrt für Fragezeichen und Spott. In einem TikTok-Video dokumentierten zwei junge Männer den Vorfall. Zu sehen ist unter anderem der festgefahrene Bus, das Verkehrschaos am Emmeramsplatz und wie das Fahrzeug nach drei Stunden schließlich rückwärts aus der Gasse manövriert wird. In die Kommentare des TikTok-Videos posteten mehrere Leute Bilder von weiteren misslichen Lagen, in denen sich die lilafarbenen Busse schon befunden haben. „Regensburg ist ehrlich ein Fiebertraum“, lautete ein Urteil bei TikTok.
Schienenersatzverkehr auf Abwegen in Regensburg
Schon am Samstagabend hatte die Irrfahrt eines lila Busses die Blicke am gut besuchten Bismarckplatz auf sich gezogen. Das Fahrzeug, das als Ersatz für den RE50 den Regensburger Hauptbahnhof ansteuern sollte, kam gegen 22.30 Uhr von der Schottenstraße aus am Bismarckplatz angefahren. „Der hat sich verirrt“, lautete das schnelle Urteil einer Frau, als der Busfahrer sichtlich zögernd anrollte.

Nach ein paar Augenblicken entschied er sich für die einzige Möglichkeit, die sich bot: seine Fahrt in Richtung Arnulfsplatz fortzusetzen und zu wenden. Eine Minute später kam der mit nur wenigen Passagieren besetzte Bus wieder am Bismarckplatz vorbei und fuhr in Richtung Hauptbahnhof davon.
Lesen Sie dazu auch: Doppelte Panne bei Beratzhausen: Ein Ersatzbus landet im Acker, der andere bleibt stecken
Die Fälle erinnern an die aufsehenerregende Fahrt eines Schienenersatzverkehrsbusses im April. Damals versuchte der Fahrer, sein Fahrzeug auf die Steinerne Brücke zu lenken. Doch weil die Auffahrtsrampe am Oberen Wöhrd im rechten Winkel zur Brücke steht, gelang ihm das nicht. Die Polizei musste den Bus rückwärts von der Brücke lotsen. Der Fahrer wurde später entlassen.
Das sagt die Deutsche Bahn zum Schienenersatzverkehr in Regensburg
Die Deutsche Bahn teilte auf Anfrage mit, die Hintergründe der Vorfälle noch zu recherchieren. Eine Sprecherin warb um Verständnis, „wenn sich die Abläufe nach der ungeplanten Verlängerung der Baustelle punktuell noch einspielen müssen“. Damit spielt sie auf die Verzögerungen auf der Strecke Richtung Nürnberg an, die seit Monaten gesperrt ist. Weil auch auf der Trasse Richtung Passau gebaut wird, überlappt sich derzeit der Ersatzverkehr. Dazu kommt: „Zum Teil sind auch neue Fahrerinnen und Fahrer im Einsatz.“
Der Deutschen Bahn und den Busunternehmen sei es wichtig, einen reibungslosen Betrieb des Ersatzverkehrs sicherzustellen, sagte die Sprecherin. Der Betrieb werde engmaschig überwacht und regelmäßig bewertet. „Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Qualität und Leistung im Ersatzverkehr zwischen Nürnberg und Regensburg auf einem sehr hohen Niveau sind. Bei Bedarf steuern wir gemeinsam mit den Busunternehmen nach und passen die Prozesse an.“