Eine Großbaustelle jagt die nächste: Noch mehr Schienenersatzverkehr rund um Regensburg

Von Jonas Raab · 13. Mai 2026 um 18:00

120 Kilometer Gleise, über 140 Weichen und rund 90 Kilometer Oberleitungen: Mitte Juni packt die Bahn die Sanierung der Strecke zwischen Obertraubling und Passau an. Bahnfahrer müssen sich – mal wieder – auf erhebliche Einschränkungen und Schienenersatzverkehr im Raum Regensburg einstellen.

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Schlag auf Schlag: Drittes Großprojekt der Bahn im Raum Regensburg

2025 hat die Deutsche Bahn die Strecke von Schwandorf nach Regensburg saniert. Seit Februar wird von dort aus die Trasse nach Nürnberg instandgesetzt. Noch bevor diese Arbeiten am 10. Juli abgeschlossen sind, nimmt sich die Bahn die Strecke zwischen Obertraubling und Passau vor. Zu den monatelangen Sperrungen der Strecken sagt DB-Projektleiterin Aslihan Gebhart bei einer Online-Informationsveranstaltung: „Wir müssen weg vom Versuch, bauen und fahren unter einen Hut zu bringen.“ Sperre man einen Abschnitt komplett, könne man ihn umfassend sanieren.

Wann ist die Bahnstrecke zwischen Obertraubling und Passau gesperrt?

Am 14. Juni rückt schweres Gerät an. Das Sperrkonzept bezeichnet Gebhart als „ein bisschen kompliziert“. Die Baustelle ist demnach in zwei Streckenabschnitte unterteilt: von Passau nach Plattling (eins) – und von dort weiter bis Obertraubling (zwei). Nicht immer ist die komplette Strecke gesperrt. In Abschnitt eins bleibt von 10. Juli bis 20. September ein Gleis für den Güterverkehr frei. Abschnitt zwei wiederum muss noch mal unterteilt werden. Bis 10. Juli bleibt die Strecke zwischen Obertraubling und Straubing frei. Ab dann ist hier voll gesperrt. Das bleibt auch so bis zum Ende der Bauarbeiten am 12. Dezember.

Lila Bus statt Zug: So ist der Ersatzverkehr zwischen Regensburg und Passau geregelt

Der Schienenersatzverkehr im Nahverkehr ist in drei Phasen unterteilt. Die erste dauert von 14. Juni bis 10. Juli. Zwischen Regensburg und Straubing fahren noch Züge. Ab dort übernehmen zwei Buslinien (RE50 und RB51) den Verkehr in Richtung Plattling, Deggendorf und Passau. In den Phasen zwei und drei, wenn die Strecke zwischen Regensburg und Nürnberg wieder frei ist, dafür die Strecke zwischen Obertraubling und Passau komplett für den Nahverkehr gesperrt ist, verkehren zwei bis drei Busse pro Stunde (RE50) zwischen Regensburg, Straubing und Plattling, wobei einer davon bis Passau weiterfährt.

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Zudem fährt der RB51 – die langsamere Linie, die nicht auf der A3 unterwegs ist, dafür Zwischenhalte bedient – bis Plattling. Der Fernverkehr wird teils umgeleitet, teils ebenfalls durch Busse ersetzt. Alle knapp 100 Fahrzeuge, die auf der Straße eingesetzt werden, eint ihre lilafarbene, in DB-Kreisen „verkehrspurpur“ genannte Lackierung.

Gehören längst zum Regensburger Stadtbild: die lilafarbenen Ersatzbusse. Bald fahren sie auch Richtung Passau. - Foto: IMAGO/Manfred Segerer

Bahnhöfe entlang der Strecke Obertraubling-Passau werden aufgewertet

Nicht nur Gleise, Weichen und Oberleitungen werden im Zuge der Korridorsanierung erneuert. Auch acht von neun Bahnhöfen zwischen Obertraubling und Passau sollen modernisiert werden – zu „ganzheitlichen Zukunftsbahnhöfen“ umgestaltet werden, wie Helga Seybold von der Deutschen Bahn sagt. Barrierefreiheit, Ausstattung, Reiseinfo, Wetterschutz und Empfangsgebäude sollen ausgebaut oder aufgewertet werden. Auch Unterführungen werden saniert beziehungsweise neu errichtet. Am Obertraublinger Bahnhof wird sich aber nur wenig tun, weil der während der Sanierung in Richtung Landshut in Betrieb bleibt. Laut Seybold könne man daher nur „Kleinstmaßnahmen“ umsetzen. Als Beispiele nennt sie Gestaltung und Wetterschutz.

Bahn-Sanierung: Was ist mit den letzten Kilometern nach Regensburg?

Stichwort Obertraubling: Die anstehende Sanierung wird acht Gleis-Kilometer vor dem Regensburger Hauptbahnhof enden. Die Lücke soll das Projekt MARO (Mehrgleisiger Ausbau zwischen Regensburg und Obertraubling) schließen. „Es befindet sich im Genehmigungsprozess und ist für Anfang der 30er-Jahre geplant“, sagt DB-Projektleiterin Aslihan Gebhart. Dann werden auch die Bahnhöfe in Obertraubling und Regensburg saniert.

Die Vorplanungen für MARO sind längst abgeschlossen, doch die Finanzierungsvereinbarung für den Übertritt in die nächste Projektphase lässt seit längerer Zeit auf sich warten – was Regensburgs Bundestagsabgeordnete teils scharf kritisieren. Stefan Schmidt von den Grünen forderte kürzlich, „dass die Benachteiligung unserer Region beim Bahnausbau endlich ein Ende findet“.