Doppelte Panne bei Beratzhausen: Ein Ersatzbus landet im Acker, der andere bleibt stecken

Der Schienenersatzverkehr im Landkreis Regensburg sorgt weiter für Schlagzeilen. Nach der Irrfahrt auf der Steinernen Brücke musste nun die Feuerwehr in Beratzhausen am Sonntag zweimal wegen der Ersatzbusse ausrücken. Ein Bus landete im Acker. Ein anderer schaffte es nicht einmal aus der Ausfahrt raus.
In den sozialen Medien machten die Aktionen der beiden lilafarbenen Ersatzbusse schnell die Runde. Aber der Reihe nach. Los geht es am Volksfestplatz in Beratzhausen. Ein vorbeifahrender Autofahrer filmte dort am Sonntagvormittag einen feststeckenden Bus. Erkennbar im Video: Der Bus sitzt hinten auf dem Asphalt auf und kommt nicht von der Stelle. Kommentiert wird das Ganze mit den hämischen Worten: „Nix da parken, hallo.“ Aber wie kam es dazu?
Zeugen-Video geht in den sozialen Medien viral
Beratzhausens Bürgermeister Matthias Beer kennt das Video und er kennt auch die skurrile Geschichte dahinter. „Die Ersatzbusse starten in Beratzhausen meist vom Volksfestplatz aus“, erklärt er. Dort gibt es drei Ausfahrten. Aber nur eine darf von den Bussen benutzt werden. Beer, der schon zuvor den Schienenersatzverkehr kritisierte, fordert: „An der Qualität der Busfahrer muss sich was ändern.“
Der Busfahrer hat wohl eine Abkürzung nehmen wollen und deshalb eine andere Ausfahrt ausprobiert, so der Bürgermeister. „Dort war es aber ein bisschen zu steil“, sagt Beer. Das Lachen kann er sich dabei nur schwer verkneifen. Denn so wirklich steil ist die Ausfahrt auch wieder nicht. Trotzdem: „Der Bus steckte längere Zeit fest.“
Also ein Fall für die Feuerwehr. Die rückte dann laut Beer auch an. „Der Bus wurde mit technischer Hilfe angehoben“, erklärt er. Mit Erfolg: Nach dem Einsatz konnte der Bus selbstständig weiterfahren. Und zwar ganz ohne Personen- oder Sachschaden, wie Viola Breidenbach, Sprecherin vom verantwortlichen Busunternehmen deu.mobil, betont. „Der Bus war nämlich leer.“ Auch von negativen Auswirkungen auf den Sonntagsfahrplan weiß die Sprecherin nichts.
Keine Personen an Bord und nur minimaler Sachschaden
Gleiches gilt laut Breidenbach auch für den Vorfall mit dem zweiten Ersatzbus. Ein anderer Bus ist bei Mausheim am Sonntagmorgen im Acker gelandet. Auch von diesem Unfall finden sich viele Bilder im Netz. „Es waren auch hier keine Personen an Bord und der Sachschaden ist wirklich minimal“, meint die Pressesprecherin.
Warum der Busfahrer die Straße mit seinem Bus verließ, weiß auch die Sprecherin noch nicht: „Wir warten gerade auf ein Statement des Fahrers.“ Dass die Ersatzbusse und ihre Fahrer in den vergangenen Wochen, auch mit Blick auf die Irrfahrt in Regensburg, derart in die Kritik geraten sind, bedauert die Sprecherin. „Das sind Fehler, die können einfach mal passieren.“
Für den Schienenersatzverkehr seien Hunderte Fahrer im Einsatz. Die meisten sind nicht ortskundig und aus dem Ausland. Warum? „Weil wir in Deutschland einen Fachkräftemangel haben“, meint Breidenbach. Außerdem will die Sprecherin zumindest beim Steckenbleiben am Volksfestplatz nicht von einem Unfall reden: „Das war ein Missgeschick.“
Apropos. Zumindest das „Missgeschick“ auf der Steinernen Brücke hat laut der Sprecherin Konsequenzen: „Wir haben uns von dem beteiligten Fahrer getrennt.“ Ob Ähnliches auch bei den Fällen in Beratzhausen in Frage kommt, will sie nicht kommentieren.