Ersatzbusse: Schüler stranden im westlichen Landkreis Regensburg, Bahn bittet um Verständnis

Von Daniel Pfeifer · 11. Februar 2026 um 19:00

Es war so simpel für Schüler aus den Gemeinden im westlichen Landkreis Regensburg, die die weiterführenden Schulen in Parsberg (Landkreis Neumarkt) besuchen: Am Morgen kam der Zug, alle hatten Platz und kamen (meist) pünktlich zum Gong ab 8 Uhr an die Schule. Der aktuelle Schienenersatzverkehr für die Generalsanierung beginnt hingegen holprig, sagen Schüler, Eltern und Bürgermeister.

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Seit dieser Woche sind die simplen Zeiten, als die Schüler einfach im Zug zur Schule fuhren, vorerst Geschichte: Die Bahn macht die Strecke von Regensburg nach Nürnberg in einer Multimillionen-Euro-Sanierung fit für die Zukunft und hat für die kommenden Monate einen Bus-Ersatzverkehr eingerichtet. Es ist eine gewaltige Aufgabe, die nicht überall völlig glatt anläuft.

Eltern und Schüler in den westlichen Landkreisgemeinden berichten von überfüllten Bussen und deshalb ausfallenden Verbindungen zu den nächstgelegenen weiterführenden Schulen in Parsberg. Die dortige Realschule bemerkt diese Probleme ganz akut – und ebenso das Gymnasium, sagt Schulleiter Manfred Hößl. „Busse sind teilweise verspätet, teilweise überfüllt, sodass die Schüler nicht mehr mitfahren können“, sagt er – so würden unter anderem Eltern aus dem Bereich Undorf berichten. Einige Schüler kämen diese Woche zu spät und vor allem jüngere Schüler würden berichten, sich in den vollen Bussen nicht sicher festhalten zu können.

Hoffnung auf baldige Besserung für Schüler aus Beratzhausen

Ein eigenes Bild der Lage machte sich am Dienstagmorgen Beratzhausens Bürgermeister Matthias Beer. An der Haltestelle Volksfestplatz sah er Schülermassen, die sich in den bereitgestellten Bus zwängten. Einige blieben zurück. Und das, obwohl noch weitere Haltestellen folgten, an denen ebenfalls Schüler warteten, und es die letzte Verbindung war, die es noch pünktlich zu Schulbeginn nach Parsberg geschafft hätte.

„So kann’s natürlich nicht bleiben. Es muss sich einspielen“, sagt Matthias Beer, der auch in den sozialen Medien auf die Situation aufmerksam macht. Er habe regelmäßigen Kontakt mit mehreren Verantwortlichen und ist zuversichtlich, dass nachgebessert werde. Er sieht Probleme in „zu knappen Kapazitäten“, sagt er.

Eine Linderung der Platzprobleme sieht er auch in einer Umgewöhnung der Schüler, denen geraten sei, teilweise auf eine frühere und somit sicherere Verbindung auszuweichen. „Die Situation ist seitdem schon ein kleines bisschen besser geworden“, sagte Beer am Mittwochnachmittag mit Blick auf diese Entzerrung seit Wochenbeginn. Bei allem Ärger helfe es auch nicht, die Situation zu überdramatisieren.

Ähnlich sieht es auch Deuerlings Bürgermeister Diethard Eichhammer. Probleme, von denen einige Eltern aus der Gemeinde in sozialen Medien berichten, seien noch nicht zum Rathaus vorgedrungen. Und während er den Unmut gut verstehen könne, sei mit Anlaufschwierigkeiten zu rechnen gewesen. Ja, jeder Schüler müsse auch zur Schule kommen. Dass es in den Bussen aber eng werden könne, damit müsse man sich für die kommenden Monate arrangieren.

Die Bahn zieht als Fazit, dass der Ersatzverkehr „stabil angelaufen“ sei, teilt eine Sprecherin auf Nachfrage mit. Immerhin habe es im Vorfeld Testfahrten und Probebetrieb gegeben und alle Mitarbeiter würden ihr absolut bestes geben, dass alles glattlaufe. „Die Erfahrungen zeigen aber auch, dass sich der Betrieb zu Beginn noch ein wenig einruckeln muss. Echte Routine entsteht erst im laufenden Betrieb. Daher bitten wir unsere Fahrgäste um Verständnis und etwas Geduld.“

Platzprobleme im Landkreis Regensburg: Waren falsche Schülerzahlen Auslöser?

Den Grund für die übervollen Bussen glaubt Lukas Iffländer vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ zu kennen: Oft stimmten die Schülerzahlen der Busunternehmen nicht, bei denen die Bahn die Kapazität bestellt, sagt er. „Da hat es die Unternehmen eiskalt erwischt.“ Nach seinen Informationen werde nun die Kapazität erweitert, sagt er. „Das wird zügig angepasst.“

Eine Sprecherin der Bahn verspricht: „Wir schauen uns in den nächsten Tagen und Wochen genau an, wie der Ersatzverkehr läuft und steuern dort nach, wo es nötig ist. Wir haben auch bereits am Wochenende reagiert und erste Auffälligkeiten beseitigt. Wir haben beispielsweise Beschilderungen ergänzt, Haltestellen verrückt und auf Baustellen in den Städten reagiert.“