Sängerin filmt pikantes Video in Regensburger Kirche: Pfarrer fällt aus allen Wolken – Anwalt eingeschaltet

„You believe in Jesus, I believe in Pussy“: Lasziv liegt die Schweizer Sängerin Milune auf dem Gestühl und haucht diese Worte gen Kirchenhimmel. Das Musikvideo, aus dem diese Szene stammt, wurde in der Basilika St. Emmeram in Regensburg gedreht. Ohne Genehmigung. Stadtdekan Roman Gerl zeigt sich schockiert – und das Bistum leitet rechtliche Schritte ein.
„Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich das Video am Freitag gesehen haben“, sagte Gerl der Katholischen Nachrichten-Agentur. Eine Dreherlaubnis habe es nicht gegeben. Für so ein Video, das Gerl als „frivol“ und „absolutes No-Go“ bezeichnet, hätte er auch nie eine Genehmigung erteilt. Er sei schockiert, wie damit religiöse Gefühle massiv verletzt worden seien.
Das Video zeigt neben der 22-Jährigen, die als eine der vielversprechendsten Newcomerinnen in der Schweizer Musikszene gilt, auch deren Freundin Nea Jankovic (21). Sie ist als Engel verkleidet und trägt einen Rosenkranz als Kopfschmuck. Beide sind leicht bekleidet und berühren sich lasziv. Nach Aufnahmen im Kirchenschiff und im Beichtstuhl folgt ein Zungenkuss der Frauen, die auch im echten Leben ein Paar sind.
Das sagt die Sängerin Milume zu ihrem Musikvideo aus Regensburg
Vor zwei Wochen sagte Milune der Schweizer Zeitung Blick, die zuerst über das Video berichtet hatte, sie habe nicht provozieren wollen. Die 22-Jährige räumte jedoch ein, dass der Titel irritieren könne. Jeder solle an das glauben, was ihm guttut. Sie selbst glaube an die „weibliche Urkraft“, an „Mutter Natur“, daran, „dass Gott eine Frau ist“. Und weiter: „Pussy kreiert Leben.“
Das Bistum Regensburg zeigt sich auf Anfrage empört über die Inhalte und die Art der Darstellung – und distanziert sich ausdrücklich davon. Sprecher Dr. Dr. Stefan Groß betont noch einmal, dass es im Bistum keinerlei Wissen oder Einverständnis für die Videoaufnahmen gegeben habe. „Eine Zustimmung zu den darin enthaltenen Aussagen, Darstellungen und Wertungen lag zu keinem Zeitpunkt vor.“
Musikvideo aus Basilika St. Emmeram in Regensburg derzeit offline
„Dieses Video ist eventuell für einige Nutzer unangemessen“, wird man bei Youtube gewarnt, wenn man es anschauen will. Doch selbst wer sein Alter bestätigt, bekommt die Aufnahmen jetzt nicht mehr zu sehen. Man habe erfahren, dass man für den Dreh „möglicherweise“ eine Bewilligung hätte beantragen müssen, teilte das Management der Pop-Künstlerin dem Blick mit. „Während wir nochmals prüfen, ob eine solche Bewilligung doch notwendig war, haben wir die betroffenen Videos aus dem Internet entfernt.“
Groß zufolge wird derzeit der „gesamte Vorgang“ anwaltlich geprüft. „Dabei wird insbesondere untersucht, ob durch die Veröffentlichung Persönlichkeitsrechte oder weitere rechtlich geschützte Interessen verletzt wurden. Abhängig vom Ergebnis dieser Prüfung bleiben weitere rechtliche Schritte ausdrücklich vorbehalten.“