Über 100 Schaulustige bei Brand in Schwandorfs Innenstadt: Es hagelte Platzverweise

Von Hubert Heinzl · 13. Juli 2026 um 15:01

Bei einem Brand in der Schwandorfer Innenstadt sind am Sonntagabend drei Personen leicht verletzt worden. Das Feuer war in einem Gartenschuppen an der Augustinstraße ausgebrochen und hatte sich auf den Dachstuhl eines angrenzenden Hauses ausgebreitet. Weil zahlreiche Schaulustige das Geschehen mitverfolgen wollten, musste die Polizei mehr als hundert Platzverweise erteilen. Die Brandursache gibt derweil noch Rätsel auf.

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Gegen 18.30 Uhr ging die Alarmierung bei der Integrierten Leitstelle ein, und die Feuerwehr rückte mit etwa 75 Einsatzkräften aus. Am Ort des Geschehens, im Hinterhof eines Anwesens an der Augustinstraße, stand da ein Geräteschuppen bereits komplett in Brand. Von dem Schuppen aus breitete sich das Feuer auch auf ein angrenzendes Gebäude an der Dr.-Martin-Luther-Straße aus und setzte dort einen Teil des Dachstuhles in Flammen.

Ein Anwohner musste von der Feuerwehr gerettet werden

Für einen Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Augustinstraße, der sich am Sonntagabend als einziger in seiner Bleibe aufhielt, war die Lage durchaus brenzlich. Denn laut dem Einsatzleiter, Stadtbrandinspektor Klaus Brunner, lag der Haupteingang zu dem Gebäude nicht weit vom Brandherd entfernt, im Hinterhof. Nach Abklärung der Situation habe der ältere Mann dann aber zügig in Sicherheit gebracht werden können.

Das Bild von der Drehleiter verdeutlicht die Situation: Das Feuer griff von dem Gartenschuppen (Bildmitte) auf ein Anwesen an der Dr.-Martin-Luther-Straße (l.) über. - Foto: Martin Kellermeier

Das Feuer hatte sich unterdessen in nördlicher Richtung ausgebreitet – zur Dr.-Martin-Luther-Straße. Hier erfassten die Flammen den Dachstuhl eines angrenzenden Gebäudes, das laut Brunner zum Glück aber unbewohnt war.

Mit Hilfe der Drehleiter, die am benachbarten Parkplatz an der Höflingerstraße aufgebaut war, deckten die Einsatzkräfte auf einer Fläche von etwa drei mal fünf Metern das Dach ab, um den Brand zu bekämpfen und anschließend auch noch letzte Glutnester zu löschen. „Im Gebäudeinneren haben wir dazu auch einen Teil der Innenverkleidung entfernt“, so Brunner. Gegen 22 Uhr konnten die Feuerwehrleute nach seinen Worten wieder abrücken. Im Einsatz waren Aktive der Feuerwehren Schwandorf, Ettmannsdorf, Dachelhofen, Fronberg und Krondorf-Richt.

Insgesamt fünf Personen medizinisch betreut

Alarmiert worden waren auch vier Rettungswagen und zwei Notärzte, die laut Polizei drei leicht verletzte Anwohner im Alter von 57, 86 und 89 Jahren vor Ort ambulant versorgten. Insgesamt wurden nach Angaben des Rettungsdienstes fünf Personen vor Ort medizinisch betreut, darunter auch eine Atemschutzträgerin der Feuerwehr. Ins Krankenhaus musste aber keiner der Betroffenen.

Das Anwesen an der Augustinstraße war durch das Feuer verraucht worden, ebenso ein Nachbaranwesen in derselben Straße. Beide Wohnhäuser mussten laut Brunner aber nicht eigens entlüftet werden. Auf Empfehlung der Feuerwehr hätten sich etliche Anwohner vorübergehend eine andere Bleibe gesucht. „Sie haben sich selbst darum gekümmert und sind woanders untergekommen“, so Schwandorfs Polizei-Vize Florian Meier auf Anfrage.

Bei dem Brand waren wegen der starken Rauchentwicklung auch einige Atemschutzträger im Einsatz. - Foto: Dietmar Zwick

Die Schwandorfer Polizei war bei dem Brand in der Innenstadt ebenfalls gefordert. Denn als am Sonntagabend immer mehr Schaulustige die Löscharbeiten verfolgten, zog Stadtbrandinspektor Brunner, von Beruf selbst Polizist, die Reißleine und forderte Unterstützung an. Der Einsatzleiter: „Das war kein aktives Stören. Die Leute haben nicht aktiv eingegriffen, aber eben doch die Arbeitsfläche für die Feuerwehr verringert.“

Daraufhin rückten drei Streifenwagen an, und die Polizei sperrte die Augustinstraße und die Höflingerstraße vom Bahnhofplatz bis zur Klosterstraße ab. Außerdem wurden zahlreiche Platzverweise erteilt, laut Polizei „im dreistelligen Bereich“. Zu Zwischenfällen kam es dabei nicht.

Die Ursache des Feuers ist nach Angaben der Polizei noch unklar, eine zeitnahe Begehung des Brandorts aber vorgesehen. Der entstandene Sachschaden bewegt sich nach ersten Schätzungen „im mittleren sechsstelligen Bereich“.