Ersatzbus verirrt sich und verursacht Verkehrschaos in der Regensburger Altstadt

Schon wieder einer: Nachdem es im April eine spektakuläre Irrfahrt eines Busfahrers auf der Steinernen Brücke gegeben hat, sorgte am Sonntagabend der Fahrer eines Schienenersatzverkehr-Busses für Verkehrschaos in der Regensburger Altstadt. Betroffen waren auch Besucher der Operngala auf Schloss St. Emmeram.
Viele Regensburger kennen das Eck ohnehin als Nadelöhr: Zwischen Emmeramsplatz, einem der wenigen noch für Auswärtige geöffneten Parkplätze, und dem Ägidienplatz liegt die Marschallstraße. Die schmale Verbindung am Gebäude der Regierung der Oberpfalz entlang ist spätestens seit den Durchgangssperren am Hauptbahnhof staugefährdet. Doch was zahlreiche Besucher der Thurn und Taxis Schlossfestsspiele am Sonntagabend erlebten, das kommt auch nicht alle Tage vor: Ein großer, pinker Gelenkbus des Schienenersatzverkehrs nach Nürnberg steckte fest.
Gerade noch hatten die Gäste des Festivals den unglaublichen Jonathan Tetelman genossen. Zusammen mit den Münchner Symphonikern und der ganz wunderbaren Sopranistin Tamara Radjenovic entführte der Tenor sein Publikum in die wunderbare Opernwelt. Viele der Besucher hatten den Emmeramsplatz genutzt, um dort zu parken. Nach der Veranstaltung kurz vor Mitternacht wollten sie die Marschallstraße über den Ägidienplatz befahren, um von dort aus in Richtung Autobahnen zu komen.
Warnblinkanlage des pinken Busses war an
Doch stattdessen stand dort ein Gelenkbus mit der typischen pinken Farbe. Zahlreiche Fahrgäste, die versucht hatten, am Sonntagabend nach Nürnberg zu reisen, standen auf der Straße und wussten nicht weiter – viele von ihnen nicht deutschsprachig. Vom Busfahrer war nichts mehr zu sehen. Er hatte die Warnblinkanlage des Fahrzeugs eingeschaltet und suchte wohl einen Weg aus der verzwickten Lage.
Sehen Sie hier ein Video zum Verkehrschaos wegen des festgesteckten Ersatzbusses
Die dort parkenden Fahrzeuge standen regulär auf Bewohnerparkplätzen. Offenbar versuchte der Busfahrer, die selbe Strecke zu nehmen wie die Besucher der Schlossfestspiele: Durch die engen Altstadtgassen in Richtung Autobahn, um seine Fahrgäste an den Nürnberger Hauptbahnhof zu bringen. Doch die Architektur der historischen Gebäude ist an der Stelle so angelegt, dass der Gelenkbus sich nicht durch die enge Straße schlängeln konnte.
Wie der Busfahrer in die Marschallstraße gekommen ist, ist noch offen. Die Polizei ist angefragt, äußerte sich aber bislang noch nicht dazu.
Fall erinnert an Irrfahrt auf der Steinernen Brücke
Der Fall erinnert an die aufsehenerregende Fahrt eines Schienenersatzverkehrsbusses im April. Damals versuchte der Fahrer, sein Fahrzeug auf die Steinerne Brücke zu lenken. Doch weil das sogenannte Beschlächt im rechten Winkel zur Brücke steht, gelang ihm das nicht. Die Polizei musste den Bus rückwärts von der Brücke lotsen. Fahrer von Fahrzeugen, die dabei im Weg standen, mussten von der Polizei verständigt werden.
„Warum der Busfahrer diese Strecke wählte, ist hier nicht bekannt“, teilte Markus Reitmeier von der Polizeiinspektion Süd am Montagmorgen auf Anfrage der Mittelbayerischen mit. „Bekannt ist, dass der Gelenkbus aufgrund der beengten Verkehrssituation zunächst nicht weiterkam“, so Reitmeier weiter. Nach etwa drei Stunden konnte das Fahrzeug von einem zweiten hinzugerufenen Busfahrer aus der Engstelle gefahren werden. „Eine Polizeistreife war am Einsatzort, musste aber nach aktuellem Kenntnisstand keine Maßnahmen ergreifen“, schloss Reitmeier.