Bus-Chaos in Wenzenbach: So tückisch ist die Umleitungsstrecke hinterm Steuer

Von Benedikt Baumgartner · 8. Mai 2026 um 05:00

Seit Montag ist die Wenzenbacher Ortsdurchfahrt im Landkreis Regensburg gesperrt – und die Umleitung könnte, gelinde gesagt, besser laufen. Eine Anwohnerin berichtete von wilden Wendemanövern einiger Busfahrer, beschädigten Zäunen und Pfosten sowie in den Graben gefahrenen Autos. Nun erzählt ein Busfahrer, der auf der Umleitungsstrecke unterwegs war, wie tückisch die Route ist.

Video ansehen

Sein Fazit: „Man kann es fahren – aber man muss sich Zeit lassen, man bekommt eine Wahnsinns-Verspätung und man muss sich ordentlich konzentrieren.“

Gestern sei er die Linie 34, die in den Wenzenbacher Ortskern und zur Vollsperrung führt, zum zweiten Mal gefahren. Als er Bernhardswald über die vorgegebene Umleitung in Wenzenbach über die Pestalozzistraße, einen Flurweg und den Kapellenweg erreichte, hatte er 14 Minuten Verspätung.

Normalerweise hat man dann in Bernhardswald an der Endhaltestelle sieben Minuten Pause, bevor es zurück Richtung Regensburger Hauptbahnhof geht. Er fuhr direkt weiter, zwischenzeitlich nur noch mit fünf Minuten Verspätung. Am Hauptbahnhof angekommen war es dann eine Viertelstunde. „Anders geht es nicht“, sagt der erfahrene Chauffeur.

Dass es zu chaotischen Zuständen kommt, weil zahlreiche Busfahrer statt die Abzweigung zur Umleitung zu nehmen bis an die Baustelle heranfahren, wundert ihn nicht. Er sagt, sein Busunternehmen sei eines von mehreren, die im Vorfeld nicht über die Vollsperrung und die Umleitung informiert worden seien. Er habe – „gewissenhaft wie ich bin“ – einen Kollegen, der die Strecke bereits gefahren ist, ausgefragt, auf was es zu achten gilt. Bevor er erstmals selbst mit dem Bus dort verkehrte, fuhr er die Strecke mit dem Privatauto ab.

Es gibt vor allem zwei Problemstellen

Zwei besonders tückische Problemstellen gebe es: Zum einen von der Weißen Marter kommend die Spitzkehre von der Chamer Straße in den Kapellenweg. „Mir kamen beim Abbiegen gleich vier Autos entgegen“, berichtet der Busfahrer. „Ich habe dann zurückgesetzt – das sollte man mit dem Bus nie machen.“ Bei ihm ging es unfallfrei vonstatten. Und dann, etwas weiter auf der Umleitung: „Auf dem Flurweg ist eine total unübersichtliche Stelle.“

Auf dem bei Wenzenbachern als „Promilleweg“ bekannten Sträßchen sind bereits zwei Autos, möglicherweise bei Ausweichmanövern, im Graben gelandet. „Es ist wirklich die Frage, ob da so viel Privatverkehr sein muss“, sagt der Busfahrer.

Die offizielle Umleitung erfolgt bis September über Bernhardswald und die B16, der Flurweg ist vor allem für Busse vorgesehen. Aktuell wird die Nutzung des Wegs von Privatautos noch geduldet. Nach zwei, drei Wochen soll es eine Evaluierung geben, kündigte Wenzenbachs Bürgermeister Sebastian Koch an – auf die sei er sehr gespannt. Der Busfahrer hält eine Sperrung für Autos für unabdingbar: „Ich würde mir eine Beschilderung wünschen: Umleitung nur für den RVV.“