Schienenersatzverkehr: Darum verirrte sich der Bus auf die Steinerne Brücke in Regensburg

Von Philip Hell · 1. April 2026 um 17:00

Bis 2008 war es Alltag, heute eine Schlagzeile: Am Dienstag hat sich ein Gelenk-Bus des Schienenersatzverkehrs zwischen Regensburg und Nürnberg auf die Steinerne Brücke verirrt. Am Tag danach ist klar, wie es dazu kommen konnte.

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Ein Polizeisprecher bestätigt der Mittelbayerischen Zeitung am Mittwoch, dass die Irrfahrt auch die Beamten auf den Plan rief. Gegen 7 Uhr seien die Polizisten ausgerückt, so der Sprecher. Sie seien gerufen worden, weil der Bus gewissermaßen feststeckte. Er habe Hilfe beim Rangieren gebraucht. Sein Problem: Zwei Autos waren im Weg. Die Polizei habe die beiden Halter ermittelt und sie kontaktiert, sagt der Sprecher der Beamten. Daraufhin seien die Fahrzeuge entfernt worden, sodass der Bus freie Fahrt hatte. Ansonsten sei es zu keinerlei weiteren Vorkommnissen gekommen, so der Polizeisprecher weiter.

Nur: Wie kam der Bus überhaupt da hin? Der direkte Weg vom Nürnberger Hauptbahnhof zu seinem Pendant in Regensburg führt wahrlich nicht über die Steinerne Brücke – zumal die Zufahrt zum weltberühmten Denkmal von Westen her alles andere als einfach zu finden ist. Das haben sich allem Anschein nach auch die Polizisten vor Ort gefragt – und beim Busfahrer nachgehakt. Dieser, so ein Sprecher der Beamten am Mittwoch, habe seinen Fauxpas mit mangelnder Ortskenntnis und einem fehlenden Navigationsgerät erklärt.

Bus-Irrfahrt auf der Steinernen Brücke in Regensburg: Stadt will Kontakt zur Bahn aufnehmen

Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra sagt auf Nachfrage, dass man in der Verwaltung bislang noch nichts von der Irrfahrt des Busses über die Steinerne Brücke gewusst habe. Man wolle nun noch bei der Bahn nachhaken, um derartige Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern, da durchaus Gefahren lauerten.

Die Bahn ließ eine MZ-Anfrage am Mittwoch unbeantwortet.

Vor ziemlich genau drei Jahren machte ein Bus auf der Steinernen Brücke schon einmal Schlagzeilen – in diesem Fall allerdings ein Kleinbus. Mitten in der Nacht hatte ein Landkreisbewohner in einer Art psychischem Ausnahmezustand seinen VW-Bulli auf das Wahrzeichen gesteuert und mit seinem Fahrzeug die Brüstung durchbrochen. Wie durch ein Wunder fiel das Fahrzeug nicht herunter, der Mann konnte aussteigen, flüchtete kurz – wurde allerdings wenig später von der Polizei gestellt. Er kam in eine Fachklinik. Das Gericht entschied Ende 2024, dass der Mann das Krankenhaus verlassen darf, es setzte die Unterbringung zur Bewährung aus.