Wegen Baustelle: Wird Mini-Gasse in der Regensburger Altstadt zum Auto-Schleichweg?

Von Philip Hell · 31. März 2026 um 17:00

„Das ist Wahnsinn“, sagt ein Anwohner einer engen Altstadtgasse in Regensburg. Seit die Donauparallele gesperrt ist, habe der Verkehr vor seiner Haustüre deutlich zugenommen. Der Grund: Einige Autofahrer nutzen die Mini-Straße als Schleichweg.

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In der St.-Albans-Gasse kann es mitunter schon eng werden, wenn sich zwei Lastenräder begegnen. Die kleine Straße führt von der Keplerstraße hinauf in Richtung Ludwigstraße. Normalerweise ist hier wenig Verkehr. Durch die Baustelle am Weinmarkt und der damit einhergehenden Sperrung der Donauparallele scheinen einige Autofahrer die Gasse allerdings als Schleichweg für sich entdeckt zu haben, das beobachtet zumindest ein Anwohner, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte.

Hupkonzert und nächtliche Störung: Altstadt-Anwohner klagt über Verkehr während Umleitung

Gestern erst, schildert er der MZ am Freitag, sei es wieder so weit gewesen. Zwei Autofahrer standen sich in der St.-Albans-Gasse frontal gegenüber. Gleichzeitig wollte eine Frau mit ihrem Kinderwagen durch das Sträßchen. Das reiche an dieser Stelle schon für einen Kollaps. Mitunter führten derartige Begegnungen auch zu regelrechten Hupkonzerten – angenehm sei das für die Anwohner freilich nicht, schildert der Mann. Auch in der Nacht sei es deutlich lauter als normalerweise.

Seine Beobachtung: Es handelt sich um Durchgangsverkehr, aber auch um Lieferanten, die die St.-Albans-Gasse benutzen. Zumindest letztere dürfen durch die kleine Straße, das steht zumindest auf dem Straßenschild, das unten am Fuß der Gasse steht, also dort, wo man von der Keplerstraße in das steile Sträßchen abbiegten. Darüber hinaus ist es Handwerkern, Taxis, Ärzten im Dienst und Menschen, die zu ihren privaten Stellplätzen wollen, erlaubt, die Gasse zu befahren. Alle anderen müssen draußen bleiben.

Baustelle in Regensburg: Manche Autofahrer scheinen die Umleitung zu ignorieren

Seit Beginn der Baustelle vor etwas mehr als einem Monat sei deutlich mehr Verkehr als üblich, sagt der Anwohner. Und das, obwohl eigentlich eine Umleitung fernab der St.-Albans-Gasse eingerichtet ist. „Als Ersatzroute für den Durchgangsverkehr auf der Donauparallele von West nach Ost wird eine weiträumige Umleitung über die Kumpfmühler Straße, Friedenstraße, Furtmayrstraße, Hermann-Geib-Straße, Landshuter Straße, Weißenburgstraße zum Unteren Wöhrd beziehungsweise in die Thundorferstraße eingerichtet“, heißt es auf der Webseite der Stadt Regensburg. Daran hält sich nicht jeder, beobachtet zumindest der Anwohner.

An dieser Stelle war mal ein Pfosten – dadurch, dass er weg ist, können nun Autos die St.-Albans-Gasse in Regensburg passieren. - Foto: Philip Hell

Möglich wurde dieser ganze Wahnsinn nach Ansicht des Mannes nur dadurch, dass die Stadt Ende des vergangenen Jahres einen Pfosten entfernt hat. Dieser stand unweit der Kult-Kneipe Banane Am Römling, genau dort, wo es in die St.-Albans-Gasse hinabgeht. Warum, wisse er nicht. Er habe bereits bei der Stadt angerufen und E-Mails geschickt. Die Verwaltung blieb ihm eine Antwort schuldig. Für den Mann steht fest: „Das ist ein absolut unzumutbarer Zustand für die Anwohner, Fußgänger und Radfahrer.“

Autofahrer fahren durch Mini-Gasse in Regensburger Altstadt: Stadt will Pfosten noch diese Woche wieder installieren

Stadtsprecherin Katrin Holzgartner sagt auf Anfrage, dass beim Kommunalen Ordnungsservice (KOS) bislang keine Beschwerden aus der St.-Albans-Gasse eingegangen seien. „Der Bereich wird aus diesem Grund auch nicht vermehrt durch den Außendienst des KOS bestreift.“ Und die Sache mit dem Pfosten? Der sei entfernt worden, weil es in der Nähe einen Wasserrohrbruch gegeben habe. Daher hätten Mitarbeiter der Rewag die kleine Straße befahren müssen. „Der Pfosten wird voraussichtlich noch in dieser Woche wieder angebracht.“

Die Baustelle an der Donauparallele soll bis Mitte Juni abgeschlossen sein – so zumindest der bisherige Stand. Derzeit sei es noch zu früh, um abzusehen, ob es nicht doch ein wenig später werde, sagt Stadtsprecherin Holzgartner. Schließlich könnten verschiedene Störungen zu einer Verzögerung bei Baustellen führen. Das seien beispielsweise unvorhergesehene Arbeiten an Versorgungsleitungen.

Regensburger Polizei: Unmittelbares Umfahren der Baustelle an der Donau kein gehäuftes Problem

Der Leiter des Sachbereichs Verkehr bei der Polizeiinspektion Regensburg Süd, Michael Zaschka, betont auf Anfrage, dass die Sperrung der Donauparallele „grundsätzlich gut angenommen“ werde. Die Umleitung werde weiträumig angekündigt, sodass ein Umfahren frühzeitig möglich sei. „Ein lokales, unmittelbares Umfahren der Sperrung ist denkbar, jedoch polizeilich nicht als gehäuftes Problem bekannt.“