Längere Wege für Autofahrer: Regensburger Donauparallele wird „Am Weinmarkt“gesperrt

Eine Sanierung des über 100 Jahre alten Kanals macht die Straßensperrung nötig, die bis Mitte Juni dauern wird. Zugleich startet die Verkehrsberuhigung der Regensburger Altstadt Am Weinmarkt. Neue Bäume und Sitzmöglichkeiten sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen. Zugleich werden 13 Parkplätze gestrichen.
Autofahrer und Busfahrgäste müssen sich auf eine monatelange Sperrung der Donauparallele Am Weinmarkt – Keplerstraße ab Mittwoch, 25. Februar, einstellen. Dadurch ändert sich der Busfahrplan entscheidend und Autofahrer können nicht mehr vom Weißgerbergraben in die Straße Am Weinmarkt einbiegen. Radfahrer müssen absteigen. Die Sperrung dauert voraussichtlich bis Mitte Juni. Sogar das gesamte Jahr wird die Engelburgergasse gesperrt.
Geplant ist ein ganzes Maßnahmenpaket, damit die Straßen nicht mehrmals aufgerissen werden müssen: von Kanalarbeiten über die Glasfaserverlegung bis zur Verkehrsberuhigung. Planungs- und Baureferent Florian Plajer, Sandra Schönherr, Betriebsleiterin beim Stadtwerk.Mobilität, und Michael Köstler, Chef des Tiefbauamts, stellten das Projekt am Freitag vor Ort vor.
Den Namen Weinmarkt trug das heute vielbefahrene Eck mit zahlreichen Parkplätzen schon im Mittelalter. Dort wurde Wein aus dem Süden verkauft. Dass sich vom 15. bis zum 18. Jahrhundert reiche Patrizierfamilien in der Straße niedergelassen haben, spiegeln die spätgotischen und barocken Fassaden wider.
Die Verkehrsberuhigung der Altstadt beginnt Am Weinmarkt. Wie Florian Plajer und Michael Köstlinger ankündigten, werden vier Bäume gepflanzt und Sitzmöbel aufgestellt. Zugleich fallen 13 Parkplätze weg. Barrierefrei wird die Bushaltestelle. Der besondere Ort zwischen Donau und Altstadt, der jetzt „vom Verkehr vollgestellt“ sei, solle künftig einen qualitätvollen Aufenthalt ermöglichen, betonte Plajer. „Die Kombination aus Klimaschutz, hochwertigem öffentlichen Nahverkehr und Stadtgestaltung ist kein Widerspruch.“
Die Kombination aus Klimaschutz, hochwertigem öffentlichen Nahverkehr und Stadtgestaltung ist kein Widerspruch.Florian Plajer, Planungs- und Baureferent
Der 1904 gebaute Kanal in der Engelburgergasse ist undicht und muss saniert werden. Anschlusskanäle sowie Versorgungsleitungen für Gas, Wasser und Strom haben zum Teil erhebliche Schäden und müssen erneuert werden. Dies betrifft die Leitungen in der Straße und die Hausanschlüsse. Parallel erweitert die R-Kom die Glasfaserversorgung. Komplett erneuert wird die stark abgenutzte Straßenoberfläche der Engelburgergasse. Mit einer Mittelrinne soll das Regenwasser künftig über einen separaten Kanal in die Donau geleitet und vom Schmutzwasser getrennt werden. Das Pflaster verlegen die Handwerker wieder in der Gasse. Die Fahrbahn Am Weinmarkt erhält eine neue Asphaltdecke. 1,5 Millionen Euro investiert die Stadt, weitere 600 000 Euro kommen von der Rewag und der R-Kom.
„Wir haben hier ein Nadelöhr und erheblichen Busverkehr“, sagte Sandra Schönherr. Sie kündigte an, dass die Linien 1 und 2 mit einer Wende künftig weiterhin den Arnulfsplatz ansteuern. Alle anderen Linien fahren zum Bismarckplatz und Jakobstor. Ab dem 25. Februar können Fahrgäste alle Routen in der RVV-App sehen.