Bus-Chaos in Wenzenbach: Wildes Wenden, kaputter Zaun – Auf Umleitung landen Autos im Graben

Von Benedikt Baumgartner · 6. Mai 2026 um 17:45

Seit Monaten ist die angekündigte Vollsperrung der Hauptstraße Gesprächsthema in Wenzenbach (Landkreis Regensburg). Den ein oder anderen scheint die Sanierung der Brücke über den Forstbach im Ortskern dennoch auf dem falschen Fuß erwischt zu haben. Es kommt zu chaotischen Szenen, waghalsigen Wendemanövern und in den Graben gefahrenen Autos. „Offenbar sind die Umleitungspläne nicht bei jedem Busfahrer angekommen“, sagt Bürgermeister Sebastian Koch zu Irrfahrten an die Vollsperrung heran und dann direkt zurück zum Regensburger Hauptbahnhof. Drastischere Worte wählt Anwohnerin Celine Brunner: „Es läuft überhaupt nicht.“

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Sie wollte am Dienstag von Norden kommend die Baustelle mit ihrem Fahrrad passieren – dank Fußgänger- und Radsteg am Straßenrand kein Problem. Zum Verhängnis wurde ihr dahinter aber ein querstehender Bus, der ruckartig vor- und wieder zurücksetzte – etwa 30 Minuten lang, wie Brunner berichtet, bis er sich frei rangierte.

Zurück zum Hauptbahnhof statt weiter über die Umleitung

Anstatt dann zumindest im zweiten Anlauf die Umleitungsstrecke über die Pestalozzistraße zu nehmen, sei er direkt zurück zum Hauptbahnhof nach Regensburg gefahren. Kirche, Weiße Marter, Bernhardswald – all diese Bushaltestellen und Orte wurden nicht mehr angesteuert. Beim Wendemanöver sei der Zaun eines Privatgrundstücks, ein Pfosten am Straßenrand sowie ein Straßenspiegel umgefahren beziehungsweise beschädigt worden. „Dann ist er einfach davongebraust“, berichtet Brunner.

Koch sieht die Irrfahrten vom Rathaus aus

Das sei kein Einzelfall gewesen. Immer wieder seien Busse stecken geblieben, die noch die Bushaltestelle beim Edeka-Markt anfuhren und dann nicht mehr weiterkamen. Am Dienstag sei „schon relativ große Dramaturgie drin“ gewesen, bestätigt Koch. Am Mittwoch lief es „offenbar auch noch nicht fehlerfrei, aber schon deutlich verbessert“. Der Bürgermeister kann vom Rathaus aus die Busse sehen, wie sie aus der verkehrten Richtung, nämlich von der Baustelle her, kommen. Entweder biegen sie dann in die Pestalozzistraße ein, um doch noch die Umleitung über den Flurweg zurück auf die Verbindungsstraße Richtung Bernhardswald zu finden – oder fahren eben gleich zurück nach Regensburg.

Es läuft doch überraschend unkoordiniert, dafür dass man es monatelang angekündigt hat.Sebastian Koch, Wenzenbacher Bürgermeister

„Es läuft doch überraschend unkoordiniert, dafür dass man es monatelang angekündigt hat“, bilanziert Koch die ersten Tage. Seit Montag, erzählt Celine Brunner, werde ihr Bruder nicht mehr vom Schulbus abgeholt. Er warte an der etwas versetzten Haltestelle Kirche, doch der Bus komme einfach nicht. Letztlich muss er nun mit dem Auto zur Schule gebracht werden. Beim RVV und dem entsprechenden Busunternehmen werde sie stets auf die Zuständigkeit des jeweils anderen verwiesen. Betroffen seien nicht nur die RVV-Linien 34 und 115, sondern auch der BMW-Betriebsbus. Die Arbeiter haben laut Brunner nun Fahrgemeinschaften gebildet.

Das weiße Auto ist auf der Gegenspur im Graben gelandet. Vorbildlich hält das schwarze Fahrzeug in einer Ausweichbucht. - Foto: Celine Brunner

Zu Unfällen ist es auch auf dem Flurweg, der als Umleitungsstrecke für die Busse und probeweise auch für Autoverkehr dient, gekommen. Zwei Autos sind laut Brunner bereits in den Graben gefahren, möglicherweise bei Ausweichmanövern, als ein Bus oder anderer Pkw entgegenkam.

Wird der „Promilleweg“ für Autos bald gesperrt?

Die Vollsperrung bleibt wohl bis Mitte September. Das Bus-Chaos im Ortskern werde sich zurechtruckeln, ist Bürgermeister Koch überzeugt. „Ich hoffe, dass nächste Woche jeder weiß, wie es läuft.“ Viel spannender sei in seinen Augen die Frage, wie es an dem von Wenzenbachern „Promilleweg“ genannten Flurweg weitergeht. Bei Überlastung oder Störung des Busverkehrs – so lautete von vornherein die Vorgabe – werde der Schleichweg vom Landratsamt für Autos gesperrt. Kochs erste Zwischenbilanz: „Da ist schon ziemlich viel los.“