Wenzenbach zweigeteilt: Vollsperrung der Hauptstraße startet Montag – So läuft die Umleitung

Von Benedikt Baumgartner · 30. April 2026 um 19:00

An einer noch unpassenderen Stelle – mitten im Herzen des Dorfs – könnte der Forstbach die Wenzenbacher Hauptstraße nicht queren. Nun ist nicht der Bach, der in diesen trockenen Tagen bloß noch ein Rinnsal ist, das Problem, sondern das kleine Bruckerl über ihn. Das ist nämlich marode, ein Ersatzneubau muss her. Das erfordert eine monatelange Vollsperrung. Ab Montag ist die Hauptstraße dicht. Für die weiträumige Umleitung gibt es eine kürzere Alternative – die aber nur so lange geduldet ist, wie sie nicht überstrapaziert wird.

Dass der Brückenbau und somit die Straßensperrung nur vier – statt ursprünglich veranschlagten sechs – Monate dauern soll, wertet Bürgermeister Sebastian Koch als Verhandlungserfolg mit dem Landkreis, der für die Maßnahme verantwortlich ist. Der Neubau erfolgt nun auf Kochs Drängen hin mit Fertigteilen, was teurer, aber auch zeitsparender ist. So sollen die Arbeiten bis zum Start des neuen Schuljahrs im September abgeschlossen sein.

Komplexer Bau: Bach umleiten, Leitungen absichern

Dass der Ersatz dieser Mini-Brücke überhaupt so lange dauert, liegt an den komplexen Rahmenbedingungen. Die Platzverhältnisse sind durch angrenzende Gebäude beengt, ein Denkmal muss vorübergehend abgebaut, ein Baum entnommen werden. Der Forstbach muss für die Zeit der Arbeiten umgespundet werden, auch eine Abwasserleitung muss umverlegt werden. Unter dem Flussbett verlaufen eine Hauptgasleitung der Rewag und ein Kanal des Abwasserzweckverbands. Die gilt es zu schützen.

RVV-Linie 34 kann über „Promilleweg“ abkürzen

Gut vier Monate lang kann die Hauptstraße also nur zu Fuß oder auf dem Rad entlang eines dafür eingerichteten Stegs entlang der Baustelle passiert werden. Die offizielle Umleitung führt über Bernhardswald und die B16. Die Buslinie 34 nutzt einen Schleichweg: über den Kapellenweg und einen Flurweg jenseits der Bundesstraße – unter Wenzenbachern besser bekannt als „Promilleweg“ – zur Pestalozzistraße oder Südspange.

Wenn man in ein paar Wochen sieht, das funktioniert nicht, muss man den Flurweg für Autos leider sperren.Maria Pestner, Amt für öffentliche Sicherheit

Für Anwohner des Ortskerns dient diese Route auch als zunächst akzeptierter, inoffizieller Ausweichweg zu Rathaus, Schule oder Richtung Regensburg. „Wir probieren es erst mal so, dass Autos da auch durchfahren dürfen“, bestätigt Maria Pestner vom Amt für öffentliche Sicherheit nach Rücksprache mit dem Landratsamt und der Polizei. Der Flurweg wurde von der Gemeinde aufgeschottert, der Landkreis hat Ausweichbuchten geschaffen, damit der Bus möglichst störungsfrei fahren kann. In zwei bis drei Wochen finde eine Bewertung der tolerierten Route statt. „Auf die bin ich sehr gespannt“, sagt Koch und mahnt zurückhaltendes Nutzen des „Promillewegs“ an. Pestner sagt: „Wenn man in ein paar Wochen sieht, das funktioniert nicht, muss man den Flurweg für Autos leider sperren.“

Roither Weg und Radweg sind für Autos tabu

Von Anfang an für Autos verboten ist das Befahren des Roither Wegs. „Den müssen wir sperren während der Vollsperrung, weil da ganz viele Kinder zur Schule gehen. Das wäre zu gefährlich“, erläutert Pestner. Die Polizei hat laut Koch selbst für eine Einbahnnutzung starke Bedenken signalisiert. Am Montag kommen also auch an den Roither Weg Absperrbaken. Der Radweg ist für Privatfahrzeuge ebenfalls gesperrt, da der Umstieg aufs Fahrrad besonders während der Hauptstraßensperrung erwünscht ist. Lediglich Einsatzfahrzeuge dürfen im Notfall den Radweg befahren. Grundsätzlich soll die B16 als Hauptumfahrung genutzt werden. Die öffentliche Akzeptanz des Umwegs könnte aber unter einer Baustelle im Nachbarort leiden.

Was extrem ärgerlich ist: Dass die halbseitige Sperrung in Bernhardswald noch besteht. Die werden einfach nicht fertig.Sebastian Koch, Bürgermeister von Wenzenbach

Denn am Bernhardswalder Ortseingang wird ein Gehweg gebaut, der nach dem ursprünglichen Zeitplan schon lange fertig sein sollte. „Was extrem ärgerlich ist: Dass die halbseitige Sperrung in Bernhardswald noch besteht. Die werden einfach nicht fertig“, sagt Koch. Er befürchtet, dass weniger Wenzenbacher die Umleitung nutzen, wenn auf sieben Minuten Umweg auch noch zwei Minuten Zeitverlust an der Baustellenampel kommen. Es sei zugesagt, dass die im Berufsverkehr pendlerfreundlich eingestellt werde, aber grundsätzlich sei die weitere Behinderung „extrem doof“, wie Koch sagt. „Man sieht auch nicht, dass sich irgendwas tut.“

Bernhardswalder Baustelle bis Ende Mai – hoffentlich

Bernhardswalds Bürgermeister Florian Obermeier ist selbst frustriert über den schleppenden Fortschritt durch die beauftragte Firma. Zum Zeitplan der Baustelle sagt er: „Die sagen Ende Mai, aber wer weiß, wie lang das noch geht.“

Die offizielle Umleitung führt über Bernhardswald auf die B16. Doch dort staut sichs am Ortseingang wegen einer Baustellenampel. - Foto: Benedikt Baumgartner