Erst saniert, jetzt repariert: Blitzschlag in Kirche St. Nikolaus in Steinbühl hinterlässt Spuren

Von Sabrina Kauer · 3. Juli 2026 um 05:00

Als am Samstagnachmittag, 30. Mai, ein Unwetter über den gesamten Landkreis Cham zog, hat es auch in Bad Kötzting ordentlich gekracht – zum Nachteil der Kirche St. Nikolaus in Steinbühl. Gerade erst frisch saniert, schlug bei dem Unwetter ein Blitz in den Kirchturm ein. Dabei wurden sogar Teile aus der Fassade abgesprengt. Bereits am Tag danach zeichnete sich ein hoher Schaden ab. Doch damit nicht genug, weiß Kirchenpfleger Paul Grassl.

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Da steht es wieder, das Malergerüst. Nicht einmal zwei Jahre ist es her, als der Altar der fertig sanierten Pfingstreiterkirche von Bischof Rudolf Voderholzer geweiht wurde. Bis dahin herrschte Baustellenbetrieb in und um das Gotteshaus. Nun rücken Handwerker, Maler und Co. erneut an. Denn der Blitzeinschlag in der Kirche St. Nikolaus in Steinbühl hat seine Spuren hinterlassen. Stadtpfarrer Thomas Winderl hatte bereits am Tag nach dem Unwetter gegenüber unseres Medienhauses von einer „Katastrophe“ gesprochen.

Direkt unter der Kuppel des Kirchturmes wurden Teile der Fassade abgesprengt. - Foto: Thomas Winderl/Archiv

„Der ganze Turm ist wieder eingerüstet“, sagt Kirchenpfleger Paul Grassl auf Nachfrage. Zum einen, weil die Maler die Stelle, an der die Fassade abgesprengt wurde, neu verputzen. Zum anderen, weil die Blitzableiter ausgetauscht werden müssen. Diese waren kurz vor dem Einschlag noch geprüft worden. „Die haben das Papperl drauf gemacht, da war alles in Ordnung“, sagt Grassl. Der Blitzableiter habe seinen Dienst getan. Doch sei die Gewalt des Einschlags so enorm gewesen, dass der Ableiter dafür nicht ausgereicht hatte. „Jetzt steht er in die Höhe wie so ein Sauschwanzl“, sagt Paul Grassl und lacht.

Wie ein „Sauschwanzl“ steht er ab, der Blitzableiter, der kurz zuvor überprüft wurde. - Foto: Thomas Winderl/Archiv

Kirchenglocke und -uhr: „Alles hinüber“

Neben Blitzableiter und Fassade müsse auch die Steuerung der Glocke ersetzt werden. „Da ist sowieso alles hinüber gewesen“, so der Kirchenpfleger. Hinzu kommen noch die Antriebe für die Kirchturmuhren. Mindestens zwei seien kaputt – „eher alle vier“, vermutet Grassl. Ein Problem sei nämlich, dass bei den Reparaturarbeiten nach und nach neue Dinge auftauchten, die durch den Blitzeinschlag nicht mehr funktionierten. „Wir schauen uns alles an, dann taucht wieder etwas auf, das kaputt ist. Dann musst wieder etwas bestellen, weil ein Ersatzteil nicht passt...“, sagt er, und fügt hinzu: „So zieht sich das dahin. Das ist ein riesen Aufwand.“

Eine abgesprengte Fassade, kaputte Uhren und stillstehende Kirchenglocken sind offenbar noch nicht genug. Natürlich müssen auch sämtliche Kabel und Sicherungen ersetzt werden. Hinzu kommt, dass laut Grassl die Hälfte an Pendellampen im Kirchenschiff ausgetauscht werden muss. „Die waren alle neu.“ Auch zwei Strahler, die den Altar anleuchten, „sind total hin“.

Die verschmorten Kabel zeigen es an: Hier ging durch den Blitzeinschlag viel kaputt. - Foto: Thomas Winderl/Archiv

Dazu kommen die Lautsprecher, die außen am Kirchengebäude befestigt sind und bei Beerdigungen und der Pfingstreitermesse benötigt werden. Apropos Pfingstritt: Die berittenen Bittprozession hat nur wenige Tage vor dem Unwetter, am Pfingstmontag, 25. Mai, stattgefunden. Wäre der Blitzeinschlag am Pfingstwochenende passiert, „wäre es ganz blöd gewesen“, sagt Grassl, der froh darüber ist, dass wenigstens die Heizung und die Orgel keine Schäden davongetragen haben.

Bei der Pfingstreitermesse am Pfingstmontag war noch alles gut. Sechs Tage später schlug in den Kirchturm der Blitz ein – mit Folgen. - Foto: Stefan Weber/Archiv
Sechs Tage vor dem Unwetter: Am Pfingstmontag herrschte um die Kirche St. Nikolaus in Steinbühl reges Treiben. - Foto: Stefan Weber/Archiv

Nicht nur die Kirche, auch das gegenüberliegende Pfarrheim sei nicht von der Naturgewalt verschont geblieben. „Da ist der Blitz auch ins Telefonkabel rein und es ist alles zusammengeschmort“, sagt Paul Grassl. Auch die Kaffeemaschine und die Sicherungen seien hinüber gewesen. Zudem erwischte es Straßenlaternen in unmittelbarer Nähe zur Kirche. Die Schäden habe das Bayernwerk bereits behoben.

Selbst die Laternen rund um die Kirche wurden massiv beschädigt. - Foto: Thomas Winderl/Archiv

Kirchturm der Expositurkirche St. Nikolaus in Steinbühl im Jahr 1857 nach Blitzschlag abgebrannt

Von „Glück“ spricht der Kirchenpfleger, dass der Kirchturm nicht abgebrannt ist so wie es 1857 wegen eines Blitzeinschlages der Fall gewesen sei. Danach sei der Kirchturm so aufgebaut worden, wie er heute noch steht.

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Die Reparaturarbeiten werden sich wohl noch bis zu dieser Woche ziehen. Wie viel das Ganze am Ende kosten wird, kann der Kirchenpfleger nicht sagen. Er vermutet aber, dass „schon einige Tausend Euro“ zusammenkommen. Das Geld müsse die Kirche auslegen, danach zahle die Versicherung, nachdem bereits ein Gutachter vor Ort gewesen ist.

Auswirkungen auf den Gottesdienst hatte der Blitzschlag nicht. „Es hat nur keine Glocke geläutet“, sagt Kirchenpfleger Paul Grassl.