Sanierung der Nikolauskirche in Steinbühl neigt sich dem Ende zu – Termin für Altarweihe steht fest

Wo sonst Orgelklänge und Gesang zu hören sind, kreischt im Moment die Kreissäge, während der Schreiner die Holzbretter für den Boden zerschneidet. Es ist ein weiterer Schritt bei der Sanierung der Kirche St. Nikolaus in Steinbühl. Die Maßnahmen befinden sich mittlerweile auf der Zielgeraden. Auch der Termin für die Einweihung steht schon fest.
„Es schaut gut aus“, sagt Kirchenpfleger Paul Graßl beim Besuch der Baustelle. Damit meint er nicht nur die Veränderungen in der Kirche, sondern auch den Fortschritt der Sanierungsmaßnahmen. Diese neigen sich langsam, aber sicher, dem Ende zu. Am 15. Dezember soll die Altarweihe mit Bischof Rudolf Voderholzer stattfinden.
Im Moment ist das Gotteshaus noch sehr kahl. Doch das wird sich bald ändern, sobald der Holzboden verlegt und eingeseift wurde. Darauf kommen die alten Sitzbänke, die laut Kirchenpfleger Graßl bis dahin einen neuen, helleren Anstrich bekommen haben.
Fresken aus 1350 wurden befestigt
Den Hochaltar im Presbyterium, der bestehen bleibt, zieren bereits wieder mehrere Engelsfiguren. Die darüberliegenden Deckenfresken aus dem Jahr 1350 wurden „konserviert“. Das heißt, dass sie erhalten bleiben, aber geputzt, ausgebessert und befestigt wurden. Dafür ist Claudia Wittmann zuständig. Sie ist als Diplom-Restauratorin bei der Firma Preis & Preis in Parsberg tätig.
Im ersten Schritt werde durch Abklopfen nach Hohlstellen in der Wand gesucht. Damit sich die Fresken mit der Zeit nicht lösen und dann von der Decke abfallen, spritzt Wittmann mit einer feinen Nadel einen sogenannten Injektionsmörtel dahinter. Nach einem Tag ist dieser getrocknet und der Putz befestigt.
Für die Deckenmalerei im Presbyterium der Kirche St. Nikolaus „waren ungefähr 400 Nadeln im Einsatz“, sagt Wittmann und fügt hinzu: „Im Nachhinein sieht man gar nicht, was da an Arbeit drinsteckt.“ Nun seien alle Hohlstellen gefüllt und „fest für die nächsten 600 Jahre“, sagt Kirchenpfleger Paul Graßl und lacht.
Alte Ältere sind nicht aus Gestein sondern aus Holz
Als die Reporterin auf das Gerüst steigt, das im Presbyterium aufgestellt wurde, damit die Diplom-Restauratorin an den Deckenfresken arbeiten kann, sieht sie den Hochaltar von oben. Zu ihrer Verwunderung stellt sie dabei fest: „Der ist ja aus Holz.“ Kirchenpfleger Graßl muss lachen, denn mit genau solch einer Reaktion habe er gerechnet. Auch der alte Altar, der nun durch einen neuen aus Eisen mit einem Gewicht von etwa einer Tonne, ersetzt wird, bestand aus Holz. „Die Leute schimpfen, weil sie meinen, dass wir den wertvollen, massiven Altar aus Marmorstein entfernen“, sagt Graßl. Doch das täusche. Es handle sich dabei schlichtweg um Vorrichtungen aus marmoriertem Holz. „Die haben damals schon Techniken gehabt, damit sie das perfektionieren konnten“, sagt Claudia Wittmann.
Deckengemälde im Hauptschiff wurde aufgefrischt
Das Deckengemälde im Hauptschiff der Kirche, das die Spitze des Pfingstrittes zeigt, wurde „etwas aufgefrischt“, sagt Graßl. „Es wurde gereinigt, befestigt und retouchiert, also die Flecken an manchen Stellen wurden beruhigt“, ergänzt Wittmann.
Die größte Veränderung in der Nikolauskirche ist laut Graßl der Weißton, der den Innenraum insgesamt heller mache. Das zeigt sich vor allem an der neuen Empore, die nun aus weißem Eisen besteht. Zudem ist sie kleiner, „damit die Fenster links und rechts davon nicht wieder verdeckt werden“, sagt Graßl.
Kaplan Eldivar Pereira Coelho bei Taufe verwundert
Eine weitere Veränderung, die für eine Kirche eher außergewöhnlich erscheint: „In den alten Beichtstuhlbereich auf der rechten Seite bekommen wir ein Taufbecken. So eins haben wir ja früher nicht gehabt, da ist nur ein Tischchen vorne gestanden“, so der Kirchenpfleger und lacht erneut. „Als der brasilianische Kaplan Eldivar Pereira Coelho seine erste Taufe in Steinbühl gehalten und das gesehen hat, hat er gesagt: ,Was ist denn das? Das gibt es ja nicht mal in Brasilien.‘.“
Wegen des neuen Taufbeckens gibt es künftig nur noch einen runden Beichtstuhl auf der linken Seite der Kirche. Für die Umgestaltungen ist Architekt Franz Steinberger aus München verantwortlich.
Im nächsten Bauabschnitt im kommenden Jahr soll ein barrierefreier Umgang um die Kirche geschaffen werden. Laut Graßl habe es keine größeren Probleme bei der Sanierung gegeben. Nur das Dach, das ursprünglich nur auf einer Seite saniert werden sollte, musste aufgrund größerer Verschleißerscheinungen komplett neu gemacht werden.







