Bad Kötztinger lässt den Woid grooven: Georg Martin hat bairische Band Woidbluad gegründet

Von Selina Schaefer · 25. Juni 2026 um 15:00

Mit einer Wanderung in den Bergen des Bayerischen Waldes fing es an – und den daraus resultierenden bairischen Texten. Die wollte der Bad Kötztinger Georg Martin in Musik gießen und dabei die Verbundenheit zur Region spiegeln. Daraus entstand die Band Woidbluad, die am 3. Juli mit ihrer Hüttentour startet.

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Vor rund eineinhalb Jahren, als Georg Martin über die Zwölf-Tausender-Berge wanderte, da kam es über ihn. „Da kam mir der erste Text, bei der Brotzeit sozusagen“, erinnert sich der Bad Kötztinger. Danach habe er sich hingesetzt und es in dem Song „Zwölf Tausender“ niedergeschrieben, im Dialekt, wie er anmerkt. Aus den Worten machte er eine erste Vertonung. Mit seinem Freund und langjährigem Musiker Roland Schmuderer kam ihm die Idee: „Irgendetwas müssen wir da auf die Beine stellen.“

Dialekt trifft auf Blues, Reggae, Rock und Funk

Der 63-Jährige selbst spielt schon seit längerem Gitarre – zu früheren Zeiten auch in einer Schülerband. Dass er Jahrzehnte später noch einmal eine Band gründen würde, habe er aber nicht gedacht. „Wir sind die älteste Boygroup der Welt“, scherzt er. Verstärkung bekamen sie von Michael Gleißner (Gitarre), Christian Penzkofer (Bass und Tuba) und Michael Kurnoth (Gesang und Gitarre). „Ich habe Musiker um mich gescharrt, die besser sind als ich “, erzählt Martin, der neben den Texten auch Gesang und die Percussion am Cajón beisteuert, lachend.

Heraus kam Woidbluad und eine Musik, die zum mitwippen einlädt und die Blues, Funk, Rock, Reggae und Soul verbindet. Dass die Band keine traditionelle Musik verwende, habe einen einfachen Grund: „Weil das zum Dialekt perfekt passt. Das bringt einfach die Stimmung im Dialekt rüber“, erklärt Martin. „Guter Blues passt auch mit dem Bairischen.“

Der Name „Woidbluad“ beziehe sich auf das metaphorische „Gen“ der Bewohner des Bayerischen Waldes. „Es hat nichts mit Blut direkt zu tun oder dass ich hier geboren sein muss“, erläutert Martin. „Sondern das kann man sich erarbeiten und erfühlen, wenn man sich damit auseinandersetzt.“ Dieses Lebensgefühl umfasse die Traditionen, die interessante Geschichte als ehemaliges „Armenhaus Deutschlands“ und die daraus entstandene Kultur. Das mache es so spannend im „Woid“ zu leben, fasst er zusammen.

Dementsprechend handeln seine Texte von der schönen Natur, der Landschaft oder auch einfach dem Leben, der Liebe und der Leidenschaft, wie er zusammenfasst. Kultserien wie „Monaco Franze“ oder „Kir Royal“, mit denen sie aufgewachsen seien, fanden ebenso Eingang in ihre Musik wie die Kötztinger Hütte oder der Blaibacher See.

Georg Martin, Bandgründer von Woidbluad - Foto: Selina Schaefer

„Ab und zu schnappe ich etwas auf und dann setzte ich mich hin und schreibe darüber“, sagt er. Diese Texte dann „singbar“ zu machen, das sei die Teamworkleistung und es mache ihnen als Gruppe auch viel Spaß. Nach intensiven Proben, einem ersten kurzen Auftritt im Januar und einem Warm-up vergangenen Freitag in Blaibach wird es im Juli mit ihrer Hüttentour nun ernst für die junge Band.

Es sei aufregend, dass seine Vorstellungen nun auf die Bühne kommen: „Wenn man so ein Projekt ins Leben ruft, dann ist man natürlich sehr gespannt, wenn es endlich startet – nach vielen Proben und dem Schreiben“, sagt der Musiker.

Liedtexte erzählen auch Geschichten aus der Region

Das Programm bei den drei Tour-Auftritten umfasst dabei nicht nur die Musik der Band. So halte auch ein Experte des Goldsteig-Wanderwegs, Uwe Stanke, einen kleinen Vortrag. Begleitet werden die Besucher zudem kulinarisch von einem Drei-Gänge-Menü.

Da die Lieder auch Geschichten aus der Region behandeln, werden auch diese bei ihren Auftritten erzählt, so wie sie schon seit Jahrzehnten erzählt würden, sagt Georg Martin. Wie die vom Schmuggler Josef Stadler aus dem Jahr 1923, dem Räuber Heigl oder der niederbayerischen Dichterin Emerenz Meier, die 1906 nach Chicago in die USA auswanderte. Die Geschichten aus dem „Woid“, sie leben also weiter – nun etwas grooviger.

Informationen zu den Konzerten

■ Hüttentour: Konzipiert ist die Hüttentour „Wenn da Woid grooved“ laut Pressemitteilung als musikalisch-kulinarische Reise durch den Bayerwald. Begleitet werden die Konzerte von einem Drei-Gänge-Menü und einem Vortrag des Goldsteig-Experten Uwe Stanke.

■ Termine: Die Konzerte finden am 3. Juli im Berghaus Hohenbogen, am 9. Oktober am Berggasthof Hochpröller bei Kolmberg und am 23. Oktober auf der GutsAlm Harlachberg statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.

■ Karten: Tickets für 69 Euro gibt es auf okticket.de, an deren Vorverkaufsstellen oder direkt in der jeweiligen Veranstaltungsgastronomie.