Letzter Aufruf zum Gruseln auf Burg Runding: „Jockels boarische Grusel Gschicht“ hat Premiere

Es wird ernst für das große Gruseln auf Burg Runding. Die Mannschaft rund um Organisator und Hauptdarsteller Roland Schmuderer stellt dort bereits seit Tagen Zelte, Bühnen und Techniktürme auf. „Jockels boarische Grusel Gschicht“ soll das historische Gemäuer zum ersten Mal bei der Premiere am 7. August rocken.
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Wenn sich stilecht zum Einbruch der Dämmerung das erste Leben auf den Bühnenbrettern des historischen Burghofes regt, dann kann es sein, dass so mancher schon zu spät dran ist. Denn sieben Vorstellungen sind bereits ausverkauft, weil die Zahl der Sitzplätze vom Landratsamt auf 350 beschränkt worden ist. Sieben Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Restkarten gibt es noch am 15., 17., 21. und 24. August. „Die Abendkasse könnte ein Risiko sein“, sagt Schmuderer.
„Die Strapse sind weg!“
Drei Mal hat das ganze Team in München geprobt. Nun stehen noch drei Proben auf der Burg an, sagt der Organisator, der auch selber Hauptdarsteller ist. „Wir kriegen das hin. Schließlich sind das lauter Profis“, sagt er und rechtfertigt damit auch den Eintrittspreis von 43,50 Euro. Der 57-jährige Vollblutmusiker ist mit seiner Mannschaft gerade bei den Aufbauarbeiten.
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Insbesondere in Anbetracht der unbeständigen Wetters hat man nachgebessert. Es gibt nun einen Bereich mit Zelt und überdachter Bühne. „Wenn alle Stricke reißen, dann können wir von der Hauptbühne dorthin ausweichen“, sagt Schmuderer. Aber die Wettervorhersage sei ja inzwischen etwas besser. Trotzdem gibt es immer eine Mitarbeiter, der das Wetterradar im Auge hat. „Wir können auch mal ein paar Minuten pause machen und die Leute unterstellen lassen. Wenn jemand durchnässt ist, dann hat er keinen Spaß mehr. Das möchten wir aber vermeiden.“
„Die Strapse sind weg!“
Schmuderer schwärmt noch immer von den Rundingern. Hier hat er die volle Unterstützung. Demnächst wird der Bauhof die 100 Kilo schweren Boxen mit dem Radlader auf den Burgberg befördern. Hier ist Geländegängigkeit Gold wert, sagt Schmuderer und deutet auf den Lkw, der sich an diesem Morgen in der nassen Zufahrt festgefahren hat. Nun müssen die Bühnenteile den Rest der Strecke getragen werden.
„Die Strapse sind weg“, ruft einer aus der Crew. Das wäre eigentlich schon das Ende der Aufführung, weil Strapse dort in der Hauptrolle mitspielen. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass es sich dabei um Spanngurte zur Befestigung des Planendaches für die Behelfsbühne handelt, die gerade aufgebaut wird. Entwarnung.
Gruseln beginnt in der Dämmerung
Die Vorstellungen werden jeweils gegen 20.30 Uhr beginnen – die Dämmerung wird zum Gruseln gebraucht. Für die Zuschauer wird bunt bestuhlt sein mit Bänken, Bierbänken, Stühlen, Sitzkissen... „Niemand braucht etwas mitbringen“, sagt Schmuderer. Denn es wird ein umfassendes Catering geben – von herzhaft bayerisch bis vegan. Das ist dem Organisator wichtig, weil er die Kosten jetzt gedeckelt hat. Bei welchem Betrag, will er nicht sagen. Nur, dass der Deckel schon jetzt ziemlich hoch sitzt, und die Kartenerlöse dafür nicht ausreichen würden.

Auch Handys werden an diesem Abend verboten sein. „Wir haben acht Tonspuren laufen und das würde empfindlich stören“, begründet Schmuderer. Das wäre schade, weil er für die Livebegleitung Musiker gewonnen hat, die schon für namhafte Bands gespielt haben: Christian Benke (Gitarre), Hans Traurig jun. (Keyboard), Jan Zelinka (Schlagzeug) und Piotr Cichewicz (Bass). So manchen Darsteller hat er sich aus dem Bayerwald geholt. Zum Beispiel Ernst Martin, den viele als Darsteller des Boandlkramers beim Lichtenegger Festspiel kennen. Auf der riesigen Leinwand erscheint dann immer wieder der Erzähler. Auch ein alter Bekannter: der Binser.
Wir hatten drei Proben in München und jetzt haben wir noch drei auf der Burg. Aber wir kriegen das hin. Das sind lauter Profis. Mein Text sitzt auch erst zu 90 Prozent. Aber das gibt sich.
Roland Schmuderer, Organisator und Hauptdarsteller
Das Grusical bringt Schmuderer mit seiner langjährigen Bühnenfreundin Sandrina Sedana auf die Bühne. Sie hat als Autorin die bayerischen Texte zu der Musik gemacht, deren Ähnlichkeiten mit existierenden Musicals durchaus beabsichtigt sind, sagt Schmuderer.
Der Tathergang im Grusical
Der Tathergang sei schon ein wenig verraten: Ein Paar verirrt sich auf seiner Hochzeitsreise bei einem Unwetter auf ein Schloss, in dem allerlei seltsame Gestalten gerade ein Fest feiern. Es kommt zu turbulenten Verwicklungen samt Todesfällen...
Das Grusical dauert inklusive 15 Minuten Pause zwei Stunden lang. Hernach ist After Show-Party, wobei das Wort Party nicht mit Lautstärke in Verbindung gebracht werden sollte, damit der Rest von Runding seine Nachruhe finden kann. Aber es besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit den bestrapsten und nicht bestrapsten Darstellern noch das Catering und eine gemütliche Halbe zu genießen.