Das Gruseln auf Burg Runding trägt Strapse - Roland Schmuderer auch

Die Vorfreude auf das Grusical auf Burg Runding ist offensichtlich groß: 2000 Karten sind schon verkauft. Roland Schmuderer, Veranstalter, Organisator und Regisseur ist nach einer Absage nun auch noch in eine Hauptrolle geschlüpft – und in Strapse. Schließlich handelt es sich bei „Jockels boarischer Gruselg’schicht“ um eine bayerische Bearbeitung der Rocky Horror Picture Show, die da im August über die Freilichtbühne gehen soll.
Strapse? Es ist halt eine Kultrolle. Dafür tut man so Einiges. Es wird natürlich auch diejenigen geben, die sagen: Der Schmuderer – ich hab es immer gewusst. Aber viele Männer haben Respekt nach dem Motto: Ich könnte das nie...
Roland Schmuderer über sein gewöhnungsbedürftiges Outfit
„Es wird ein Grusical“, verspricht Schmuderer. Er erhofft sich aber noch mehr. In der Zeit vom 7. bis 27. August wird es zwölf Termine geben, jeweils von Donnerstag bis Sonntag. Das könnte — so der Veranstalter – vielleicht der Startschuss dafür sein, dass aus der Burgruine Runding künftig eine Kulisse für ein weiteres Freiluft-Festspiel wird. „Einen Theaterverein gibt es ja schon. Die Rundinger hätten das verdient.
„Die Rundinger sind super!“
Die sind nämlich super, sagt Schmuderer. Allein 170 der verkauften Karten gehen auf das Konto der Gemeinde. „Ich habe dort von Anfang an offene Türen eingerannt. Als ich in der Bürgerversammlung das Projekt vorgestellt habe, hätte ich erwartet, dass jemand fragt, ob es laut wird. Statt dessen war die erste Frage: Wann gibt’s Karten? Und als zweite: Kann man noch mitspielen“, erinnert er sich.

Wer die Rocky Horror Picture Show mag, der wird auch „Jockels boarische Grusel-G’schicht “ lieben. Schließlich ist das Grusical die bayerische Version des bekannten Musicals. Für 43,50 Euro gibt es freie Platzwahl. 350 Besucher dürfen zu jeder Vorstellung. Einlass ist um 18 Uhr und es gibt ein buntes Vorprogramm zu einem idyllischen Sonnenuntergang – hofft Schmuderer. „Wenn das Wetter passt, wird das gigantisch“, sagt er. Abendessen kann man sich auch sparen – es gibt Catering. Und ein Fan-Paket. Es wird im Rucksack verkauft und gibt den Besuchern die Möglichkeit, sich aktiv mit Geräuschkulissen und Wetterkapriolen zu beteiligen. Unter anderem. Mehr will Schmuderer nicht verraten.
Die Geheimhaltung gilt auch einstweilen für die genaue Besetzung, die derzeit aus Termingründen meist nur in einem Münchner Studio trainiert. „Das klappt, weil das lauter Profis sind“, so Schmuderer.
Die Geschichte vom Straps
Einige Szenen werden über Video-Leinwand und spezielle Gags mit in die Live-Aufführung eingebaut. Sie wurden am Haidsteiner Kircherl, in einer Scheune; auf einem Traktor und im Wirtshaus gedreht. Auch hier hat die Rundinger Feuerwehr dafür gesorgt, dass es in Strömen geregnet hat. Schmuderer wiederholt sich: „Die Rundinger sind super!“

Ohne Strapse kommt die bayerische Grusel-Version von Rocky Horror natürlich nicht aus. Schmuderer in Strapsen? Echt jetzt? Der Darsteller verzieht das Gesicht. Dabei ist er nur eingesprungen. Statt der coolen langen Jacke seiner ursprünglichen Nebenrolle trägt er nun Strapse und muss das Vierfache singen. „Ich wollte es ja nicht anders“, sagt er. Gewöhnungsbedüftig sei es gewesen, erinnert er sich an die ersten Proben. Und er kennt das Risiko: „Es wird natürlich diejenigen geben, die sagen: Der Schmuderer – ich hab es immer gewusst. Aber es sei halt eine Kult-Rolle. Und dafür tut man so Einiges“, sagt er. Und manche Männer haben davor echten Respekt nach dem Motto: Ich könnte sowas nicht...
Vor lauter Strapsen beinahe vergessen: Die Gemeinde hat zentral 100 Parkplätze ausgewiesen und von dort gibt es einen barrierefreien Shuttle-Service.

