Weg für Horsch-Betriebskita in Schwandorf ist frei – Geplantes Ärztehaus kommt voran

Von Jan Lange · 11. Juni 2026 um 05:00

Nachdem die Stadt Schwandorf in den vergangenen Monaten in die Kinderbetreuung investiert hat, will nun auch die Firma Horsch auf ihrem Betriebsgelände im Gewerbegebiet Sitzenhof einen eigenen Kindergarten errichten. Der städtische Planungs- und Umweltausschuss hat dafür nun den Weg frei gemacht. Es standen aber noch weitere Entscheidungen an – ein Überblick.

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■ Betriebskita ist keine Gefahr für städtische Einrichtungen: Schon Ende Januar hatte der Planungsausschuss der Stadt Schwandorf der dafür notwendigen Änderung des Bebauungsplans zugestimmt. Denn bisher waren Anlagen für soziale Zwecke – wie eben ein Kindergarten – unzulässig. Dies wurde in der entsprechenden Satzung geändert.

Am Dienstag ging es im Ausschuss um die Abwägung der Einwendungen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung. Dabei waren seitens der Öffentlichkeit keine Stellungnahmen eingegangen. Von den beteiligten Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange hatte sich die Hälfte nicht geäußert, die anderen hatten unter anderem Hinweise zum Immissionsschutz geäußert, die in den Festsetzungen ergänzt und beschlossen wurden.

Einrichtung ist auf Kinder von Mitarbeitern beschränkt

In der geplanten Betriebskita sollen Krippen- und Kindergartenkinder betreut werden. Vorgesehen sind insgesamt 36 Plätze. Betreut werden sollen in der Kita die Kinder von Mitarbeitern der Horsch Maschinen GmbH. Oberbürgermeister Andreas Feller (BLS) erklärte im Planungsausschuss auf Nachfrage, dass in der Einrichtung theoretisch auch betriebsfremde Kinder betreut werden könnten. Dazu wird es in der Praxis allerdings nicht kommen: Denn in der Satzung wurde festgeschrieben, dass die Kita auf Kinder von Betriebsangehörigen beschränkt ist.

Durch die Errichtung einer Betriebskita will Horsch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und damit die Attraktivität des eigenen Unternehmens steigern. Der Betriebskindergarten soll noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen.

Befürchtungen von Stadträten, dass sich der Horsch-Betriebskindergarten negativ auf die städtischen Kindereinrichtungen auswirken könnte, seien laut OB zwar verständlich, aber er sehe keine derartige Gefahr. Denn in der Einrichtung würde nur ein Bruchteil Schwandorfer Kinder betreut, da die Mitarbeiter des Landmaschinenherstellers aus verschiedenen Orten im Kreis und darüber hinaus kommen würden. Wie viele Kinder aus Schwandorf in dieser Einrichtung betreut werden würden, könne der OB nicht sagen, da sich auch die Belegschaft immer wieder ändern würde. In die geplante Betriebskita sei auch die Kita-Bedarfsplanung der Stadt schon eingerechnet, hieß es vonseiten der Verwaltung.

Der Planungsausschuss hat die Satzung einstimmig angenommen.

■ Neues Ärztehaus auf Maschek-Gelände bekommt keine eigene Busbucht: Vor dem geplanten Praxis- und Bürokomplex Südpark auf dem Gelände des früheren Maschek-Autohauses an der Regensburger Straße wird keine Busbucht entstehen. Dies wurde im Planungsausschuss bei der Diskussion um das Bauvorhaben deutlich. Stattdessen sollen entlang der Regensburger Straße mehrere Bäume gepflanzt werden. CSU-Stadtrat Andreas Wopperer bezeichnet den Wegfall der Busbucht als „unglücklich“.

Das leerstehende Autohaus soll abgerissen und an der Stelle ein Praxis- und Bürokomplex gebaut werden. - Foto: Jan Lange

Wie Dominik Fischer, Sachgebietsleiter Ordnungswesen der Stadt Schwandorf, begründete, würden die Busse von der anfangs angedachten Haltebucht nicht auf die Linksabbiegerspur zur Industriestraße kommen. Aus Sicht der Stadt sei die vorhandene Haltestelle in Höhe des Hagebaumarktes ausreichend.

Fahrzeuge können das Gelände des geplanten Ärztehauses über die Regensburger Straße und die Libourne-Allee erreichen. Während in der Libourne-Allee sowohl eine Ein- wie Ausfahrt in beide Fahrtrichtungen möglich sein soll, kann das Areal von der Regensburger Straße aus nur aus Fahrtrichtung Innenstadt angefahren werden. Die Ausfahrt in die Regensburger Straße ist nur in Fahrtrichtung ortsauswärts möglich.

Separate Linksabbiegespur soll gebaut werden

Die Zufahrt zum geplanten Parkdeck, das nördlich des Ärztehauses errichtet werden soll, soll aber nicht nur aus Richtung Innenstadt, sondern auch Richtung ortsauswärts möglich sein. Dafür soll eine separate Linksabbiegespur geschaffen werden. Hierfür soll die überlange Linksabbiegespur der Regensburger Straße in die Industriestraße verkürzt werden. Nach den beobachteten Rückstaulängen während der Verkehrszählung im Februar 2026 sei das problemlos möglich, hieß es vonseiten der Stadt.

Die in einem späteren Bauabschnitt vorgesehene Wohnbebauung erhält eine Tiefgarage, die mit einer Ein- und Ausfahrt über die rückwärtige Erschließung an die Zufahrt zum Aldi-Markt angebunden werden soll. Desweiteren ist eine Ausfahrt über den Parkplatz zur Libourne-Allee vorgesehen.

Die Knotenpunkte Regensburger Straße/Aldi-Zufahrt, Regensburger Straße/Südpark und Libourne-Allee/Südpark können laut den Berechnungen das zusätzliche Verkehrsaufkommen bewältigen. Auch für die Ampelanlage an der Schnittstelle Regensburger Straße/Libourne-Allee sei der projektbedingte Zusatzverkehr kein Problem.

Bei der Verkehrszählung im Februar waren im Schnitt mehr als 11.500 Fahrzeuge täglich auf der Regensburger Straße nördlich der Aldi-Zufahrt unterwegs, auf der Libourne-Allee waren es etwas mehr als 6800 Fahrzeuge. Mit dem Zusatzverkehr vom Praxis- und Wohnkomplex Südpark könnten es künftig über 12.400 Fahrzeuge auf der Regensburger Straße und mehr als 7500 Fahrzeuge auf der Libourne-Allee sein.

Die Mitglieder des Planungsausschusses haben die Entwurfsfassung mit den entsprechenden Änderungen einstimmig beschlossen.

■ Geplantes Fahrzeugentwicklungszentrum hat keine negativen Umwelteinwirkungen für Steinberger See: Dem Ausschuss lagen darüber hinaus die Stellungnahmen der öffentlichen Beteiligung zum geplanten Fahrzeugentwicklungzentrum Klardorf vor. Die Hinweise betrafen vor allem den Natur- und Artenschutz sowie die Alternativenprüfung. Für den Bereich Steinberger See sind nach der schalltechnischen Untersuchung keine schädlichen Umwelteinwirkungen in Form von Geräuschen zu befürchten. Die Gemeinde Steinberg am See hatte ihre Zustimmung zur Bauleitplanung signalisiert, wenn die Lärmwerte eingehalten werden.

Das Areal der ehemaligen Tongrube ist zirka 6,7 Hektar groß. Caterpillar will auf dem Gelände eine Teststrecke für Mobilbagger errichten. - Foto: Daniel Seger, Moods Photography, Archiv

Kurz- und mittelfristig sind keine anderen Potenzialflächen verfügbar

Die Stadt Schwandorf hatte nach dem Hinweis durch die Regierung der Oberpfalz die Alternativenprüfung überarbeitet. Dabei wurde insbesondere auf die fehlende kurz- bis mittelfristige Verfügbarkeit anderer Potenzialflächen – vor allem im Bereich des interkommunalen Gewerbegebiets – eingegangen.

Für die Änderung des Flächennutzungsplans sowie den vorhabenbezogenen Bebauungsplan votierte der Ausschuss ebenfalls einstimmig.