Nach Diebstahlserie: Ortsschilder in Büchelkühn haben neues Design – Anwohner unzufrieden

Von Philipp Breu · 3. Juni 2026 um 19:00

Durch den kometenhaften Aufstieg von Schwandorfs Schlager-Rapper Timo Grabinger alias Tream erlangte auch dessen Heimatort Büchelkühn (Schwandorf) jede Menge Bekanntheit. Das hatte aber auch unerfreuliche Folgen: Denn die Ortsschilder wurden zum begehrten Diebesgut. Die Stadt Schwandorf hat zwischenzeitlich reagiert – mit dem neuen Design können sich die Anwohner aber nicht so recht anfreunden.

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In den vergangenen Monaten schlugen immer wieder Polizisten im knapp 1000-Seelen-Ort Büchelkühn im Schwandorfer Stadtsüden auf – genauer gesagt an dessen Ortseingängen. Dort standen sie dann vor einem leeren Rahmen – das Schild mit der Aufschrift Büchelkühn war verschwunden. Teilweise fehlte auch das komplette Gestänge. Die Ermittler hatten gleich den Verdacht, dass Fans des bekannten Schlager-Rappers Tream hinter den Diebstählen stecken könnten.

Denn der erste Fall ereignete sich bereits Anfang 2024 und damit wenige Tage nach Treams großem Auftritt in der ZDF-Silvestershow „Willkommen 2024“ vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Damals gab es beim zweiten Song ein echtes Highlight, als Grabingers Freunde vor Millionen Zuschauern ein nachgebildetes Ortsschild von Büchelkühn sowie eine Bayernfahne zeigten. Es war eine Hommage an seinen Heimatort, dem Tream bis heute treu ist.

Teilweise fehlten alle fünf Ortsschilder in Büchelkühn

Das hatte aber auch unerfreuliche Folgen: Denn bis heute wurden in unregelmäßigen Abständen die Ortsschilder mit der Aufschrift Büchelkühn geklaut. Mal fehlten alle fünf, mal wurde nur eines mitgenommen. Letztmalig hat die MZ im Oktober vergangenen Jahres über ein abhandengekommenes Büchelkühn-Schild berichtet.

Die Stadt Schwandorf fand diese Diebstähle jedoch gar nicht lustig und auch die Schwandorfer Polizei richtete immer wieder einen Appell an die Bevölkerung, dass es sich hierbei nicht um einen Kavaliersdelikt handelt. Immerhin seien die Schilder auch für die Sicherheit wichtig, weil diese signalisieren, dass innerorts nur 50 gefahren werden darf. „Ich bitte da wirklich, das Hirn einzuschalten“, mahnte Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (BLS) in der Vergangenheit.

Nun prangt auf den Schildern prominent „Große Kreisstadt Schwandorf“

Doch die Worte schienen nicht wirklich zu fruchten. Deshalb griff das Rathaus zu härteren Maßnahmen und änderte kurzerhand das Design dreier Ortsschilder in Büchelkühn, wie der städtische Pressesprecher Andreas Hofmeister auf Nachfrage der MZ schildert. Statt des großen Büchelkühn-Schriftzugs ist an mehreren Ortseingängen mittlerweile prominent „Große Kreisstadt Schwandorf“ zu lesen. Die nähere Eingrenzung „Stadtteil Büchelkühn“ steht relativ klein darunter.

Der neue Look war dieser Tage auch Thema in den Facebook-Kommentarspalten und eine Umfrage der Mittelbayerische vor Ort ergab: So richtig glücklich scheinen die Büchelkühner mit ihren Ortsschildern nicht mehr zu sein. Der Tenor: Man verstehe zwar, dass die Stadt Schwandorf angesichts der vielen Diebstähle handeln musste. Doch im Ort identifiziere man sich eben als Büchelkühner und nicht als Schwandorfer. „Das haben wir alle mit der Muttermilch aufgesaugt“, brachte es ein gebürtiger Büchelkühner auf den Punkt. Immerhin: Das neue Design scheint zumindest in Sachen Diebstählen zu fruchten.