Das neue Ärztehaus auf dem Maschek-Gelände in Schwandorf nimmt Form an

Vor vier Jahren zog das Autohaus Maschek von Schwandorf nach Wackersdorf. Seitdem liegt das Areal an der Regensburger Straße brach. Die jüngsten Pläne sehen den Bau eines Wohn- und Gesundheitsquartiers vor – wobei die Gebäude in mehreren Abschnitten errichtet werden sollen. Der erste Teil nimmt nun konkretere Formen an.
Noch steht das ehemalige Maschek-Autohaus mit seinem markanten Eingangsgebäude an der Regensburger Straße. Im kommenden Monat soll aber mit dem Abriss des leerstehenden Gebäudes begonnen werden, wie Ingo Maschek der MZ mitteilt. Sechs bis acht Wochen werden die Abbrucharbeiten voraussichtlich dauern. Es wird das erste sichtbare Zeichen sein, dass sich etwas auf dem riesigen Gelände tut.
Der zweite Schritt wird wohl auch nicht lange auf sich warten lassen. Auf der Eckfläche zur Libourne-Allee soll das Haus der Gesundheit im Zuge des ersten Bauabschnitts entstehen. Laut Maschek habe sich eine Investorengemeinschaft gefunden, die bereit sei, diese Teilmaßnahme zu finanzieren. Die Gesamtkosten werden auf 11,5 Millionen Euro geschätzt. Realisiert werde das Haus der Gesundheit vom Schwandorfer Bauunternehmen Donhauser, das als Generalunternehmer fungiert.
Dank an Stadt für sehr konstruktive Unterstützung
Aktuell liegen die Pläne noch bei der Stadt Schwandorf. Ingo Maschek rechnet damit, dass sie voraussichtlich im Juni öffentlich ausgelegt werden. Sollte dies der Fall sein, könnte nach seinen Worten im Herbst mit dem Bau begonnen werden. Die Bauzeit werde schätzungsweise zwischen 16 und 18 Monaten liegen. Demnach könnte das neue Gebäude Anfang 2028 fertiggestellt sein und anschließend in Betrieb gehen. Maschek dankt der Stadtverwaltung für die bisher „sehr konstruktive und erfreulich positive Unterstützung“.
In dem Neubau sollen rund 2500 Quadratmeter Praxisfläche sowie gut 600 Quadratmeter Gewerbefläche geschaffen werden. Außerdem sollen rund um das Gebäude 72 Parkplätze entstehen. Die Zufahrt soll sowohl von der Regensburger Straße als auch von der Libourne-Allee möglich sein. Allerdings sollen die Fahrzeuge an der Regensburger Straße nur in stadtauswärtiger Richtung auf und aus dem Gelände fahren können.
Unser Ziel für Schwandorf ist eine qualitativ und quantitativ bessere medizinische Versorgung.Ingo Maschek, Eigentümer des Geländes an der Regensburger Straße, auf dem das Haus der Gesundheit errichtet werden soll
Das dritte und das vierte Obergeschoss, also die beiden obersten Etagen, seien bereits fest an Fachärzte vermietet. Damit seien bereits jetzt für 40 Prozent der Praxisflächen Mieter gefunden. Für den Rest gebe es mehrere Interessenten, mit denen die Investoren Gespräche führen, erläutert Maschek. Einige Gespräche seien schon in einem fortgeschrittenen Stadium, bei einigen Interessenten handele es sich um erste Kontakte. Baurechtlich soll das Vorhaben erst einmal auf „sicheren Boden“ gebracht werden, danach sollen die Gespräche mit den Interessenten forciert werden.



Durch die Konzentration von mehreren Arztpraxen an einem Standort sollen die Mediziner Synergieeffekte nutzen können. So seien beispielsweise gemeinsame Sozialräume und gemeinsame Behinderten-WCs vorgesehen.
Bei den bereits feststehenden Mietern wie auch den Interessenten handele es sich zum einen um Ärzte, die mit ihren Praxen innerhalb der Stadt Schwandorf umziehen wollen, zum anderen um Mediziner, die sich neu in der Großen Kreisstadt ansiedeln wollen. „Unser Ziel für Schwandorf ist eine qualitativ und quantitativ bessere medizinische Versorgung“, betont Maschek.
Dazu sollen auch die Nutzer im Erdgeschoss beitragen. In den dortigen Räumen sollen unter anderem eine Apotheke und ein Sanitätshaus untergebracht werden. Auch ein MRT soll es dort künftig geben. Geplant sei im zweiten Obergeschoss auch ein ambulanter OP, der von mehreren Fachärzten genutzt werden kann. Die Nutzung des OPs sei nicht nur von den Mietern im Haus der Gesundheit möglich, sondern auch von externen Operateuren, erklärt Maschek. Zudem gebe es die Überlegung, im Erdgeschoss noch einen Bäcker mit kleinem Cafe unterzubringen.
Wohnungen werden erst gebaut, wenn Fördermittel zur Verfügung stehen
Sollte die Nachfrage nach den Praxis- und Gewerbeflächen sehr groß sein, könnte an der Seite zur Regensburger Straße noch ein Erweiterungsbau errichtet werden. Sollte dieser tatsächlich entstehen, werde dann auch ein eigenes Parkdeck gebaut. Möglich sei, dass der Erweiterungsbau gleich im Zuge des Baus des Hauses der Gesundheit entsteht. Das sei aber nur eine Option. Er könne auch erst später realisiert werden.
Auf jeden Fall später werden im hinteren Teil des Maschek-Geländes circa 120 Wohnungen errichtet. Die Bayernheim GmbH mit Sitz in München habe die Option für dieses Wohnbauprojekt. Realisiert werden könne dieser Bauabschnitt aber erst, wenn öffentliche Fördermittel für geförderten Wohnraum bewilligt werden. Damit rechnen die Investoren frühestens 2028.
Das Bauvorhaben bedeute eine „massive Aufwertung des südlichen Eingangs in die Stadt Schwandorf“, steht für Ingo Maschek fest.