Stundenlange Kontrollaktion am Schwandorfer Bahnhof: So viele Delikte stellte die Polizei fest

Großes Polizeiaufgebot diese Woche am Schwandorfer Bahnhof: Am Dienstag gab es wieder einen gemeinsamen Kontrolltag von Bundes- und Landespolizei. Bei einem der überprüften Passanten wurde ein Drogendelikt festgestellt. Die Zahl der Verstöße blieb aber marginal.
Das Sicherheitsgefühl der Schwandorfer in Sachen Bahnhof hat zuletzt durch Negativschlagzeilen etwas gelitten. Das wurde auch bei der Podiumsdiskussion mit den Schwandorfer OB-Kandidaten vor gut drei Wochen deutlich, bei der der Bahnhof ein Schwerpunktthema war. Die Realität vor Ort zeigt meist ein anderes Bild, wie die Bundes- und Landespolizei nicht nur am Dienstag bei ihrer gemeinsamen Kontrollaktion feststellen konnte.
Ab 9.30 Uhr zeigten die Einsatzkräfte am Schwandorfer Bahnhof in größerer Stärke Präsenz. Sieben Beamte der Bundespolizei, acht der Landespolizei und drei Mann der DB-Sicherheit waren vor Ort im Einsatz, erklärte Christian Stöberl, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Waldmünchen. Er lobte die gemeinsame Zusammenarbeit.

Bis gegen 16 Uhr kontrollierten die Beamten zahlreiche Passanten und Reisende rund um das Bahnhofsgebäude und auf den Bahnsteigen. Ausweise wurden überprüft, Taschen und Jacken durchsucht.
Es bestand die Gefahr, dass der Mann ins Gleisbett fällt
Kontrolliert wurde beispielsweise ein Fahrgast, der etwas benebelt auf dem Bahnsteig 3 herumlief. Eine Zugbegleiterin hatte die Beamten auf den Mann aufmerksam gemacht. Da die Gefahr bestand, dass der Mann ins Gleisbett fallen könnte, eilten mehrere Beamte sofort durch die Unterführung zum gegenüberliegenden Bahnsteig. Besagter Passant, ein Patient der unweit des Bahnhofs befindlichen Substitutionspraxis, war der Polizei bereits bekannt. Eine Woche zuvor sei er auf dem Bahnsteig eingeschlafen und musste durch die Beamten geweckt werden, wie einer Polizisten der MZ berichtete.

Nun kontrollierten die Beamten den Mann erneut. Er sei zwar etwas benebelt gewesen, konnte aber allein zurück nach Nürnberg fahren, so die Einschätzung der Polizisten. Wäre der Mann dazu nicht in der Lage gewesen, hätte ein Rettungswagen anrücken und ein Notarzt über seinen Zustand entscheiden müssen.
Danach wurden drei junge Männer überprüft, die mit Bierdosen in der Hand am Bahnhof saßen. Sie mussten ihre Ausweise zeigen und die Hosentaschen leeren. Danach wurden sie abgetastet und die Rucksäcke und Jacken durchsucht. „Wir haben geschaut, ob sie vielleicht Drogen oder andere verbotene Dinge dabei haben“, so einer der Beamten. Gefunden hatten die Beamten nichts derartiges. Es sei auch eine Art von Prävention, erläuterte Stöberl die Kontrolle.

Als nächstes richteten die Beamten ihren Fokus auf einen jungen Mann mit Skateboard. Der erklärte den Polizisten auch gleich, dass er einen Joint dabei habe. Das sei erlaubt, hieß es vonseiten der Polizei. Nicht erlaubt war dagegen die kleine Menge Kokain, die ein Passant im Pavillon am Busbahnhof bei sich führte. Auch dieser Mann war den Beamten schon als Drogenkonsument bekannt. Ihm droht nun ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.
Wir gehen da nie rein, weil es da immer nach Gras stinkt.Jugendliche, die unweit des Pavillons am Busbahnhof saßen
Eine Gruppe Jugendlicher, die unweit vom Pavillon saß, meinte, dass sie „da nie reingehen, weil es da immer nach Gras stinkt“. Eine treffende Feststellung, wie die MZ beim Betreten des Pavillons sofort merkte.

„Es wurden nur wenige Delikte festgestellt“, fasst Schwandorfs Vize-Polizeichef Florian Meier die Kontrollaktion zusammen. Es habe sich nach seinen Worten vor allem um „niederschwellige“ Verstöße gehandelt. Neben dem unerlaubten Drogenbesitz registrierten die Beamten zum Beispiel auch zwei E-Scooter-Fahrer, die ohne Versicherung unterwegs waren, einen Minderjährigen, der eine verbotene Vape bei sich hatte, und zwei Fahndungstreffer.
Positive Bilanz zum gemeinsamen Kontrolltag gezogen
Meier zieht deshalb auch eine positive Bilanz zum gemeinsamen Kontrolltag. Die geringe Menge der festgestellten Straftaten habe er durchaus erwartet, so Schwandorfs Vize-Polizeichef. Auch die Polizeistatistik zeige, dass es keine große Kriminalität am Schwandorfer Bahnhof gebe. „Als Drehkreuz bleibt der Bahnhof ein großer Anlaufpunkt vieler Bevölkerungsgruppen. Da passieren von Natur aus auch Straftaten. Aber von einem Brennpunkt kann keine Rede sein“, betont Meier.
Dennoch werden Bundes- und Landespolizei weiterhin regelmäßig Präsenz am Bahnhof zeigen und immer wieder auch größere Kontrollaktion wie die am Dienstag durchführen, so Meier abschließend.
