Schwandorf hat einen neuen Polizeichef: Stefan Amann folgt auf Reiner Wiedenbauer

Von Martin Kellermeier · 14. Januar 2026 um 16:43

Seit Anfang Januar ist er schon in der Dienststelle, nun ist der neue Leiter der Polizeiinspektion Schwandorf auch offiziell in sein Amt eingeführt. Polizeihauptkommissar Stefan Amann (46) folgt auf Ersten Polizeihauptkommissar Reiner Wiedenbauer (55), der nun stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei Amberg ist. Bei einem Festakt in der Spitalkirche stellte nicht nur Polizeipräsident Thomas Schöniger den Schwandorfer Beamten ein hervorragendes Zeugnis aus.

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Der Einladung der Polizei waren zahlreiche Ehrengäste gefolgt. Und so hatten sich rund 80 Vertreter von Politik, Justiz, verschiedener Behörden und Organisationen sowie die Leiter der umliegenden Polizeidienststellen in der Spitalkirche versammelt.

Polizeihauptkommissar Florian Meier konnte unter anderem Landrat Thomas Ebeling (CSU), Kreisbrandrat Christian Demleitner, Martin Huber, den Vize-Chef der Bundespolizeiinspektion Waldmünchen, und den früheren Leiter der Schwandorfer Inspektion, Armin Kott, begrüßen. Auch ein Urgestein der örtlichen Polizei, der frühere Dienstgruppenleiter Oskar Daube, war unter den Anwesenden.

Sie führten bereits die Polizeiinspektion Schwandorf oder übernehmen dort derzeit Verantwortung: die beiden früheren Leiter Armin Kott und Reiner Wiedenbauer, der neue Polizeichef Stefan Amann und sein Stellvertreter Florian Meier (v. l.). - Foto: Martin Kellermeier

Zuständig für die Sicherheit von 36.000 Menschen

Die rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizeiinspektion Schwandorf betreuen eine Fläche von 177 Quadratkilometern. Rund 36.000 Menschen leben hier. Zum Dienststellengebiet zählen neben der Großen Kreisstadt die Gemeinden Wackersdorf und Steinberg am See.

Polizeipräsident Thomas Schöniger beschrieb den scheidenden Leiter Wiedenbauer als einen Teamplayer, der immer ein offenes Ohr habe und bescheinigte ihm eine „sehr gute Polizeiarbeit“ in Schwandorf. Die Sicherheitslage in seinem bisherigen Dienstgebiet sei schließlich „außerordentlich positiv“ zu bewerten. „Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik bestätigten dies eindrucksvoll“, lobte der Polizeipräsident.

Dieses herausragende Ergebnis zeugt von einer engagierten und professionellen Arbeit.Thomas Schöniger, Polizeipräsident über die Aufklärungsquote der Schwandorfer Polizei

Jährlich würden etwa 1800 Straftaten rund um Schwandorf registriert. Der Großteil werde aufgeklärt. Schöniger sprach von einer „beeindruckenden Aufklärungsquote“, die bei der PI Schwandorf im Jahr 2024 beispielsweise bei bis zu 76 Prozent lag. Sie überragte damit den Bayernschnitt (64,9 Prozent) und den in der Oberpfalz (70,6 Prozent). „Dieses herausragende Ergebnis zeugt von einer engagierten und professionellen Arbeit“, stellte der Polizeipräsident fest. So sei eine wichtige Grundlage geschaffen, dass sich die Bürger sicher fühlen.

Schöniger dankte ausdrücklich den Schwandorfer Beamten und den ehrenamtlichen Mitgliedern der Sicherheitswacht. „Ihrer aller Einsatz ist das Rückgrat unserer Gemeinschaft: Er ist sichtbar, spürbar und vor allem unverzichtbar“, sagte er.

Neuer Polizeichef Amann war schon mehrmals in Schwandorf eingesetzt

Der neue Schwandorfer Polizeichef ist in der Großen Kreisstadt kein Unbekannter. Stefan Amann, seit 1998 bei der Polizei, war schon Dienstgruppenleiter und stellvertretender Leiter bei der Autobahnpolizeistation. Bei der Schwandorfer Inspektion war der heute 46-Jährige ebenfalls schon als Vize-Chef im Dienst. „Ihre Vita, lieber Herr Amann, zeigt ein durchgängiges Muster: Sie kehren immer wieder nach Schwandorf zurück“, konstatierte Polizeipräsident Schöniger. Er wünschte dem neuen Chef „Tatkraft, Weitblick– und das nötige Quäntchen Glück, das bekanntermaßen auch der Tüchtigste braucht“.

Eine gute Zusammenarbeit ist oftmals der Schlüssel zum Erfolg und zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger.Stefan Amann, Polizeihauptkommissar

Amann dankte dem Oberpfälzer Polizeipräsidenten für das Vertrauen in seine Person. „Ich bin mir der Bedeutung dieser neuen Aufgabe durchaus sehr bewusst“, sagte er. Er wolle mit allen Angehörigen der sogenannten Blaulichtfamilie ein gutes Miteinander. „Eine gute Zusammenarbeit ist oftmals der Schlüssel zum Erfolg und zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger“, so Amann.

Der Polizeihauptkommissar dankte auch seinem Vorgänger für dessen Vorarbeit. Amann hob hervor, dass ihm der Teamgedanke und eine direkte Kommunikation sehr wichtig seien. „Lieber einmal öfter zum Telefonhören zu greifen“ sei sein Motto. Und er verstand es, dann auch noch für ein paar Lacher im Publikum zu sorgen. Denn neben seinem Hauptwunsch, dass alle Kolleginnen und Kollegen gesund von ihren Einsätzen zurückkehren, hofft Amann auch, „die mittlerweile fast schon legendären grün-silbernen VW Touran Streifenfahrzeuge zeitnah einer Aussonderung“ zuführen zu können.

Scheidender Dienststellenleiter Wiedenbauer blickte dankbar zurück

Reiner Wiedenbauer machte in seiner Ansprache kein Geheimnis daraus, dass ihm der Abschied aus Schwandorf sehr schwer falle. Wie berichtet, hatte er sich aus gesundheitlichen Gründen zur Kripo nach Amberg versetzen lassen. „Die 50 Monate, die ich bei der PI Schwandorf war, waren für mich sehr prägend“, sagte der Erste Polizeihauptkommissar. Als Erfolg nannte er, dass man innerhalb der Dienststelle ein „Wir-Gefühl“ entwickeln konnte. Schwandorf sei ihm „ans Herz gewachsen“, auch wenn der Dienstbereich doch „sehr umtriebig“ sei und man hier auf alle Facetten des Strafbereichs stoße.

Sie waren ein Teil der Feierstunde in der Spitalkirche: Landrat Thomas Ebeling, Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter, Steinbergs Rathauschef Harald Bemmerl, Polizeichef Stefan Amann mit Ehefrau Nicole, Polizeipräsident Thomas Schöniger, Erster Polizeihauptkommissar Reiner Wiedenbauer mit Gattin Michaela, OB Andreas Feller und Personalratsvorsitzender Christian Kiener (v. l.). - Foto: Martin Kellermeier

Mehrere Ehrengäste traten bei der Feierstunde ebenfalls ans Rednerpult in der Spitalkirche. Der Personalratsvorsitzender des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Christian Kiener, war voll des Lobes. „Das Team der PI Schwandorf ist spitze“, sagte er. Landrat Ebeling schlug in eine ähnliche Kerbe: „Die Polizei hat bei uns in Bayern einen hervorragenden Ruf, und bei uns im Landkreis besonders.“

Oberbürgermeister Andreas Feller sprach von einer „ausnahmslos guten Zusammenarbeit mit den Behörden“. Man müsse auch künftig ein Augenmerk auf den Bahnhof und die Parksituation im Oberpfälzer Seengebiet legen, so Feller.

Im Steckbrief: Reiner Wiedenbauer und Stefan Amann

• Reiner Wiedenbauer: Der Erste Polizeihauptkommissar wurde 1970 in Freudenberg geboren. Wiedenbauer ist verheiratet und wohnt in Freudenberg im Landkreis Amberg-Sulzbach. Dort geht er bei der anstehenden Kommunalwahl auch als Bürgermeister-Kandidat der Freien Wähler ins Rennen. Bei der Polizei ist er seit 1988 und nun als stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei Amberg eingesetzt. Wiedenbauer gilt als geselliger Mensch und lernt derzeit das „Quetschn“-Spieln.

• Stefan Amann: Der Polizeihauptkommissar wurde 1979 in Regensburg geboren. Amann ist verheiratet und wohnt mit seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern im Städtedreieck. Bei der Feuerwehr Leonberg ist er aktives Mitglied und zudem als stellvertretender Vereinsvorsitzender engagiert. Auch die Gartenarbeit zählt zu seinen Hobbys. Bei der Polizei ist er seit 1998 beschäftigt. Seit 1. Januar 2026 leitet Amann die Polizeiinspektion Schwandorf.