Aus Schuierer wird „del Centro“: Gebrüder Piseddu eröffnen neues Café in Schwandorf

Von Selina Schaefer · 3. März 2026 um 17:17

Die Brüder Franco und Ignazio Piseddu haben ihr neues Café del Centro eröffnet – und bringen mit Spritz, Cappuccino und klassischer Bareinrichtung ein wenig südeuropäisches Flair in die Schwandorfer Innenstadt. Obwohl sich das Interieur des ehemaligen Café Schuierer verändert hat, bleiben zwei Konstanten.

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Zur genau richtigen Zeit habe man aufgemacht, stellt Franco Piseddu (50) angesichts des sonnigen Frühlingswetters fest. Der gebürtige Italiener und sein Bruder Ignazio (53) haben am Dienstag offiziell mit Ehrengästen ihr neues Café del Centro eröffnet – und bringen mit Spritz, Cappuccino und klassischer Bareinrichtung ein wenig südeuropäisches Flair in die Schwandorfer Innenstadt. Obwohl sich das Interieur des ehemaligen Café Schuierer verändert hat, bleiben zwei Konstanten.

In dem neuen „Bistrorante“, wie Franco Piseddu das Lokal mit einem Kofferwort aus „Bistro“ und „Restaurant“ auch nennt, empfangen Grüntöne und braunes Holz seit dem 17. Februar die Gäste. Bereits im November hatten die Brüder damit begonnen, das ehemalige Schuierer zu renovieren und zu erweitern, erinnert sich der Pächter. Auch die Küche wurde etwas größer.

Wo im Lokal ehemals fast 30 Jahre lang im Stil der 80er und 90er viel Holz dominierte, stehen nun grüne Bänke an Holztischen. Die geschwungene Bar ist zwar im Kern noch dieselbe, hat aber eine neue Verkleidung bekommen. Dank moderner Beleuchtung sorgt sie so für zusätzliches Flair.

Die Kaffeeröstmaschine bleibt auch nach 24 Jahren

Dass das Café nun einen neuen Namen erhalten hat, obwohl es für viele Schwandorfer als Schuierer eine Institution war, begründet Piseddu ganz einfach: „Wir haben innen drinnen alles geändert und wollten komplett neu starten.“

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Was aber geblieben ist: Auch nach 30 Jahren wird weiterhin die Brauerei Jacob das Bier liefern. Und vom alten Café Schuierer bleibt eine Tradition erhalten: das Kaffeebohnen-Rösten. Die Piseddus übernahmen nämlich die Röstmaschine, die seit 24 Jahren an derselben Stelle gut sichtbar im Gastraum steht. Dabei zeigte ihnen Vorgänger Markus Schuierer selbst, wie man die Kaffeebohnen röstet.

Die Theke ist im Kern dieselbe, glänzt aber mit neuer Verkleidung. - Foto: Selina Schaefer

Zweimal die Woche rieche es daher nach frischen Bohnen. „Momentan rösten wir nur für uns selbst, aber künftig wollen wir auch Kaffee verkaufen“, sagt der Betreiber. Markus Schuierer findet lobende Worte für seine Nachfolger: Es fühle sich „super“ an, das Café in neuem Glanz zu sehen. „Das war nach 30 Jahren auch nötig.“ Es bleibe nach wie vor sein „Stammcafé“, scherzt er.

Die Gebrüder Piseddu, die in Amberg wohnen, sind alte Hasen in der Gastroszene: Vor der Corona-Pandemie seien sie fast 16 Jahre lang selbstständig gewesen, hätten Restaurants und Pizzerien geführt, berichtet einer der beiden. Zuletzt bewirtete man zwei Schwimmbad-Cafés, sagt Franco Piseddu. Dann kam Corona. Aber „nach fünf Jahren Pause ist die Lust nach Gastronomie wiedergekommen“. Allerdings sollte es nicht wieder einfach eine Pizzeria werden. „Wir wollten raus aus dem Standard-Italienisch“, betont er. Das freie Schuierer habe er dann im Internet entdeckt und zugeschlagen.

Das freut Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU): „Das ist auch ein Zeichen dafür, dass sich was tut.“ Die Innenstadt verändere sich ständig. Jetzt hat die Friedrich-Ebert-Straße wieder ein Café mehr.

50 bis 60 Plätze fasst das Lokal. 40 Gäste könnten zudem draußen im seitlichen Durchgang Platz nehmen, rechnet Franco Piseddu vor. Allerdings gebe es ein Manko: Direkt vor dem Café, entlang der Friedrich-Ebert-Straße, könne man keine weiteren Freisitze schaffen.

Auf der Karte im Café del Centro stehen Stullen, Aperol-Spritz und frische Pasta

Auf der Karte stehen Sarti-, Aperol-, Limoncello- und weitere Spritzgetränke sowie Kaffee und Kuchen von der Chocolaterie und Confiserie Criollo aus Bodenwöhr. Aber auch Deftiges gibt es: Frühstücksteller, hausgemachte Focaccia, Burger, Omelett, Stullen und selbstgemachte Pasta. Dazu gebe es wechselnde Wochenkarten. „Alles, was wir können, machen wir selbst“, sagt Franco Piseddu.

Neben Italien haben sich die Brüder nach eigenen Angaben auch von der Oberpfalz, der Schweiz oder Hamburg inspirieren lassen – daher die „Stulle“ auf der Karte.

Franco Piseddu plant zukünftig auch, etwas aus seiner Heimat Sardinien auf der Wochenkarte anzubieten. „Aber das ist im Sommer schwierig, weil das immer etwas Deftiges ist“, sagt er lachend. Vielleicht aber können die Schwandorfer im Winter einmal „Seadas“ probieren, frittierte Teigtaschen mit Käse und Honig.

Die Stühle im Durchgang an der Friedrich-Ebert-Straße in Schwandorf stehen schon für die Sonnentage bereit. - Foto: Selina Schaefer