Viele Schwandorfer Lokale wechselten 2025 die Besitzer – So läuft es bei den neuen Wirten

Von Philipp Breu · 29. Dezember 2025 um 19:00

Das Gastro-Karussell in der Großen Kreisstadt Schwandorf drehte sich in diesem Jahr besonders fleißig. Egal, ob Traditions-Café, Wirtshaus, Italiener, Inder oder Asiate: In vielen Lokalen gingen die Lichter aus. Doch fast immer gelang es, einen Nachfolger zu finden. Die MZ hat nachgefragt, wie es bei den neuen Wirten läuft.

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Es war die Schock-Nachricht schlechthin für die Schwandorfer Gastro: Anfang August wurde bekannt, dass das altehrwürdige Café Schuierer in der Friedrich-Ebert-Straße nach 50 Jahren seine Pforten für immer schließt.

Ende November gab es dann aber erfreuliche Entwicklungen zu verkünden. Inhaber Markus Schuierer hat neue Pächter gefunden. Der Italiener Franco Piseddu will zusammen mit seinem Bruder Ignazio sein Glück in der Innenstadt versuchen. Aus dem Café Schuierer wird dann das Caffe Del Centro. Die Eröffnung ist für Januar geplant. Angeboten werden soll internationale Küche. „Wir wollen eine Mischung aus Café, Bistrorante und Rösterei machen“, erklärte Franco Piseddu vor wenigen Wochen sein Konzept.

Die Grillplatten sind bei Erkut‘s Krone der Verkaufsschlager

Unweit des Schwandorfer Bahnhofs, an der Pesserlstraße, hat sich mit Erkut’s Krone im Sommer ein neues Restaurant niedergelassen. Wo vorher der Wasabi Chef Sushi servierte, punkten der neue Betreiber Jascha Erkut und seine Frau Daniela mit mediterraner Küche. Vor allem die Grillplatten haben sich als Verkaufsschlager etabliert. „An einem Samstag gehen gerne mal bis zu 80 Kilo Fleisch weg“, sagt Jascha Erkut.

Im September haben Jascha Erkut und seine Frau Daniela den ehemaligen Wasabi Chef übernommen und daraus Erkut’s Krone gemacht. - Foto: Breu

Generell ist er mit dem bisherigen Zulauf zufrieden. Unter der Woche gehe es gelegentlich zwar etwas ruhiger zu, am Wochenende sei das Restaurant aber regelmäßig ausgebucht. Für das kommende Jahr kündigt der Gastronom eine große Neuerung an. Wahrscheinlich ab April wird auf der Terrasse vor dem Restaurant auch ein eigener Food-Truck stehen.

Aus der Eisdiele Buonissimo wurde das Da Claudio

Anfang des Jahres gab es in Schwandorf auch einen Wechsel in Sachen Eisdielen. Am Marktplatz 1, wo zuvor das Buonissimo untergebracht war, eröffneten Liliane Mazzucco und ihr Ehemann Fabio Costa das Da Claudio.

In der Innenstadt kam heuer eine zweite Filiale der Eisdiele Da Claudio dazu. Vorher war am Marktplatz 1 das Buonissimo untergebracht. - Foto: Breu

Es ist ihre zweite Eisdiele in Schwandorf. Im Frühjahr 2024 war das Ehepaar schon in die großen Fußstapfen von Mauro de Pellegrin getreten und hatte dessen beliebte Eisdiele am Marktplatz 21 übernommen. Ende Oktober haben sich die Betreiber in den Winterurlaub verabschiedet. Ab Februar sollen beide Filialen wieder öffnen.

Hallenbad-Cafe Dachelhofen ist in neuen Händen

Einen Pächterwechsel gab es heuer auch im Dachelhofer Hallenbadcafé. Nachdem sich die ehemalige Wirtin Tatjana Böhm Ende April überraschend zurückgezogen hatte, stand das Lokal Monate lang her. Ende November konnte dann endlich ein Nachfolger verkündet werden.

Ende November konnte auch im Hallenbadcafé ein Nachfolger vorgestellt werden. Richard Krestel (2. v. r.) hat das Lokal übernommen. - Foto: Lange

Richard Krestel setzt im „Bistro am Hallenbad“ auf Klassiker: vom Schnitzel Wiener Art über Chickenburger bis hin zur Currywurst. In den nächsten Monaten wird das Lokal auch noch eine Terrasse bekommen. Dann ist der Gastrobetrieb im Schwandorfer Ortsteil Dachelhofen auch im Sommer, wenn das Hallenbad geschlossen ist, einen Besuch wert.

Auf Inder folgte Inder: Das Ganesha ging, „Der Punjab“ zog ein

Im September verabschiedete sich mit dem Ganesha überraschend ein weiteres beliebtes Restaurant. Die indische Küche von Jagjit Singh und seinem Team war in Schwandorf bekannt. Fünf Jahre sorgte das Ganesha im Herzen der Innenstadt für satte und zufriedene Gäste. Doch vor allem Personalprobleme und gestiegene Kosten zwangen den Wirt nach eigenen Aussagen in die Knie.

Aus dem Ganesha wurde „Der Punjab“: Auch die neuen Betreiber Sukhjit Singh und sein Sohn Mannanjit (v. r.) punkten mit indischer Küche. - Foto: Keller

Doch die Fans der indischen Küche konnten durchatmen, denn im Restaurant im altehrwürdigen Färberhaus ging es fast nahtlos weiter. Wenige Wochen später eröffneten Sukhjit Singh und sein Sohn Mannanjit Singh „Der Punjab“. Beide betreiben bereits seit sechs Jahren erfolgreich ein Restaurant in Landshut.

Ein bekannter Italiener strich die Segel – Das Portofino ist Geschichte

Sie war nur einen Katzensprung vom Schwandorfer Bahnhof entfernt: die Pizzeria Portofino. Seit Ende Oktober sind dort allerdings die Lichter aus. Neun Jahre betrieb Hasan Kara das beliebte Restaurant. Von der Corona-Krise hat sich das Lokal allerdings nie richtig erholt. Hinzu kamen personelle Probleme. Und so musste Kara das Restaurant am Bahnhofsplatz schweren Herzens aufgeben.

Machte Ende Oktober dicht: die beliebte Pizzeria Portofino am Schwandorfer Bahnhof. Seitdem steht das Restaurant leer. - Foto: Lange

Der Gastronomie ist er aber treu geblieben: Er bedient nun die Gäste im Piccolino. Das Restaurant am Schwandorfer Marktplatz wird von seiner Lebensgefährtin betrieben. Dort lebt die geschlossene Pizzeria ein Stück weiter: Denn aus dem Piccolino wurde das PortoPicco, eine Kombi aus den beiden Namen Portofino und Piccolino.

Aus dem Bella Italia im Schwandorfer Sportpark wurde ein Bistro

Zwei Jahre lang kredenzte Angela Suma im Schwandorfer Sportpark italienische Klassiker. Mitte des Jahres gab sie allerdings ihren Abschied bekannt. Die Entscheidung hatte familiäre Gründe. Suma ist zu ihrer Tochter nach Augsburg gezogen und hat dort eine neue Pizzeria eröffnet.

Auch im Sportpark gab es nach zwei Jahren einen kulinarischen Wechsel. Auf die Pizzeria Bella Italia folgte das Musikcafé B85. - Foto: Breu

Doch auch im Sportpark ging es kulinarisch weiter. Mit dem Musikcafé B85 hat an der Adresse Wackersdorfer Straße Mitte November ein neues Lokal eröffnet. Die Inhaber setzen auf frische Burger, Cocktails und Bistro-Atmosphäre. Ein Billardtisch, zwei Darts-Automaten und zwei Geldspielautomaten sorgen für Unterhaltung.

Daniel Kamseder freut sich über viele Stammgäste im Tierzuchtzentrum

„Besser als zunächst gedacht“ läuft es für Daniel Kamseder. Im Frühjahr hat der Betreiber des gleichnamigen Caterers die Gaststätte im Schwandorfer Tierzuchtzentrum übernommen. Lange wurde diese von Hans Jäger betrieben. Mit 76 entschloss sich der Gastronom aber dann doch, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen.

Das Geschäft läuft, sagt Daniel Kamseder von der Gaststätte im Tierzuchtzentrum. - Foto: Heinzl

Nachfolger Kamseder hat für einen fast nahtlosen Übergang gesorgt. Und nach seinen Worten läuft der Betrieb bisher mehr als zufriedenstellend. „Wir haben sehr viele Stammgäste, die fast täglich zu uns kommen“, freut sich Kamseder.

Vor allem mit dem Schweinebraten am Mittwoch und den panierten Speisen wie Cordon Bleu oder Schnitzel am Donnerstag kann der neue Wirt punkten. Für das nächste Jahr will Kamseder gar nicht viel umstellen. Lediglich mehr Personal wäre schön. „Wir suchen dringend zwei Köche.“

Wo einst die „Pizza-Oma“ am Herd stand, drehen sich bald Dönerspieße

Was wird aus dem Lokal der „Pizza-Oma“ an der Wackersdorfer Straße? Diese Frage blieb offen, als sich Angela Wiederer zum Jahreswechsel mit 84 Jahren in den verdienten Ruhestand verabschiedete. Seit September ist klar: Es kehrt neues Leben ein.

In etwa drei bis vier Wochen wird Josef Cakmak den Imbiss Esemi eröffnen. - Foto: Kellermeier, Archiv

Josef Cakmak hat das Lokal langfristig gemietet und will dort einen Imbiss mit dem Namen Esemi etablieren. In Schwarzenfeld betreibt der 60-Jährige bereits einen Imbiss mit dem gleichen Namen. In Schwandorf will Cakmak auf orientalische Küche setzen. Dazu gehören für ihn ein Steakdöner oder andere türkische Spezialitäten wie Lammkoteletts. Eigentlich wollte der Gastronom Anfang November öffnen, doch daraus wurde nichts. Die Baustelle verzögerte sich. Nun ist aber ein Ende in Sicht. „In drei bis vier Wochen geht es los“, freut sich Josef Cakmak.

Wieder ein neuer Name: Mikes Pizza zog in die ehemalige Tafel ein

An der Adresse Spitalstraße 2, mitten in Schwandorfs Innenstadt, gab es in der Vergangenheit immer wieder einen neuen Namen zu lesen. Einst war hier das Eisenwarengeschäft Kirndorfer untergebracht, später die Tafel und zuletzt der Waffel-Laden „Sweet Dreams“. Ende September hat sich hier die Lieferkette Mike’s Pizza niedergelassen. Bayernweit gibt es mittlerweile 15 Filialen.

Kredenzt seit September Pizza in Schwandorf: Hedayat Arabzoda von Mikes Pizza. - Foto: Hofmann

In Schwandorf wird das Lokal von Hedayat Arabzoda betrieben. Ein junger Afghane, der zuvor bereits in Deggendorf und Weiden für die Kette gearbeitet hat. „Das Geschäft läuft bisher ganz ok“, sagt er. Bisher pendelt Arabzoda jeden Tag von Deggendorf nach Schwandorf. Damit ist zum neuen Jahr Schluss. Der 25-Jährige hat endlich eine Wohnung in der Großen Kreisstadt gefunden.