Schwandorfer Café Schuierer hat neue Pächter – Zwei Brüder aus Sardinien starten im Januar

Die Nachricht hatte Anfang August die Schwandorfer traurig gestimmt: Das Café Schuierer in der Friedrich-Ebert-Straße schloss nach 50 Jahren dauerhaft seine Türen. Für Inhaber Markus Schuierer war diese Entscheidung aus mehreren Gründen unausweichlich gewesen, wie er damals sagte. Doch nun gibt es Hoffnung: Ab Januar 2026 will ein neuer Pächter sein Glück in der Innenstadt versuchen.
Mit einem breiten Grinsen öffnet der Nachfolger die Tür. „Wir sind mitten im Umbau“, sagt Franco Piseddu und deutet auf die Tische und Stühle hinter sich. Der 50-Jährige übernimmt zusammen mit seinem Bruder Ignazio (52) das Café Schuierer in Schwandorf. Doch aus dem Schuierer wird dann das Caffe Del Centro. „Der Name ist zwar italienisch, aber wir wollen internationale Küche anbieten“, informiert Piseddu, der ursprünglich aus Sardinien kommt.
Inspiration in Hamburg geholt
Derzeit arbeitet der 50-Jährige, der seit 25 Jahren in der Gastronomie tätig ist, noch an der Speisekarte. „Wir wollen eine Mischung aus Café, Bistrorante und Rösterei machen“, erklärt er sein Konzept. Vom selbstgerösteten Kaffee bis hin zu Frühstück, Mittagstisch, Kuchen und Abendessen soll das Angebot reichen. Dabei will er überwiegend auf eine Wochenkarte setzen. Als Gerichte kann er sich asiatische Spezialitäten, Focaccia, aber auch Hamburger und Steaks vorstellen. „Dabei ist mir die Regionalität wichtig“, sagt Piseddu und erklärt, dass er auch noch auf der Suche nach regionalen Partnern, wie einer Bäckerei oder Konditorei für die Kuchen, sei.
Auch für die Frühstückskarte hat der 50-jährige Gastronom Ideen. Neben den Klassikern wie Omelett, Rührei, Pancakes und Crêpes sowie verschiedenen Frühstückstellern soll es Stullen geben. Die Inspiration hat er sich bei einem Besuch in Hamburg vor wenigen Wochen geholt: „Ich war von dem gerösteten Brot und den verschiedenen Belägen begeistert“, schwärmt Franco Piseddu. Ferner soll nach seinen Worten jeder auf der Speisekarte fündig werden: „Wir bieten auch vegane und vegetarische Gerichte an, aber auch Fisch und Fleisch.“
Vor allem lege er ein Hauptaugenmerk auf den schnellen Mittagstisch für Berufstätige in der Innenstadt. „Die Leute haben leider nicht mehr so viel Zeit in ihrer Mittagspause“, weiß Piseddu.

Der Sarde möchte mit seinem Bruder vor allem frischen Wind in die Friedrich-Ebert-Straße bringen. Auf das Café Schuierer kam er durch eine Internetrecherche. „Ich habe eigentlich nur aus Spaß mal geschaut, was es so in der Umgebung gibt“, erklärt der 50-Jährige und berichtet, dass er in Amberg schon mehrere Lokale betrieben hat. Doch nach Corona wollten diese nicht wieder Fahrt aufnehmen, und er entschied sich 2021, die Gaststätten zu verkaufen.
Ich hatte gleich ein Bild vor Augen, wie es hier aussehen könnte.Franco Piseddu, Neuer Pächter
Doch die Gastro hat ihn nie so richtig losgelassen. Nun, nach einer vierjährigen Pause, habe er wieder Lust, ein Café zu betreiben. Als er dann die Räumlichkeiten in der Schwandorfer Innenstadt besichtigt hat, sprudelten die Ideen förmlich aus ihm heraus: „Ich hatte gleich ein Bild vor Augen, wie es hier aussehen könnte.“ Bevor es aber im Januar los geht, modernisieren die Brüder noch das Café. „Das wird uns die nächsten vier Wochen am meisten beschäftigen“, sagt Piseddu und lässt den Blick über die Einrichtung schweifen. „Aber wir freuen uns, dass es jetzt wieder los geht.“ Auch Inhaber Markus Schuierer zeigt sich erleichtert und freut sich, dass in seinem Café wieder Leben einkehrt: „Es ist super, dass es jetzt weitergeht.“
Nach Corona war es schwer
Schuierer erklärte im August gegenüber unserer Zeitung, dass es nach Corona zunehmend schwierig geworden sei. Die Kundenfrequenz habe abgenommen, Personal sei kaum zu finden gewesen. Zuletzt waren eine Vollzeitkraft und sechs Aushilfen beschäftigt.
Die Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen, sei ihm und seiner Frau Petra schwer gefallen. Schließlich betrieben sie das Café in der Schwandorfer Innenstadt seit 1996. Markus Schuierer hat es von seinen Eltern übernommen, die den Gastrobetrieb 1972 eröffnet hatten. Damals war auch eine Bäckerei mit im Gebäude. Nach Übernahme und Umbau konzentrierte sich Markus Schuierer auf den Café-Betrieb, der ihm nach eigenen Worten immer Spaß gemacht hat.