Heiner Lauterbach über Regensburger Kinokomödie: „Ich liebe den Film – das sage ich nicht oft“

Von Jonas Raab · 2. Februar 2026 um 11:00

Die Kinokomödie „Ein fast perfekter Antrag“ feiert am Mittwoch Premiere in Regensburg. Hauptdarsteller Heiner Lauterbach gibt im Interview exklusive Einblicke in den Dreh und erklärt, warum er die Uni im Film „ziemlich fertig macht“.

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Herr Lauterbach, wie viel Regensburg ist in „Ein fast perfekter Antrag“ zu sehen?

Heiner Lauterbach: Viel! Gott sei Dank. Ich finde es gut, dass wir eine mittelgroße, schöne, deutsche Stadt als Hauptspielort gewählt haben. Wir machen hier, was die Amerikaner so gut können: Sie verkaufen ihr Land in ihren Filmen, zeigen das Besondere der Orte und der Landschaft. Wir in Deutschland haben auch ein wunderschönes Land und unglaublich schöne Städte, für die uns die Amerikaner beneiden. In deutschen Filmen kommt das oft ein bisschen zu kurz, hier nicht.

Was ist Ihre liebste Szene aus Regensburg im Film?

Lauterbach: Wahrscheinlich ist das der Gang mit Iris Berben über die Steinerne Brücke. Die Universität mache ich im Film ja ziemlich fertig und bezeichne sie als hässlich. Aber das ist meinem – zumindest anfänglich – misanthropischen Charakter im Film geschuldet. Ansonsten kommt Regensburg ganz gut weg.

Tatsächlich ist die Uni in einem Ranking der hässlichsten Hochschulen Deutschlands schon auf dem Treppchen gelandet.

Lauterbach: Echt? Eine Uni muss ja auch nicht das Prunkstück einer Stadt sein, sie muss über gute Professoren verfügen. Das ist das A und O. Die Mutter unseres Drehbuchautoren Richard Kropf hat in Regensburg studiert, deshalb siedelte er die Geschichte hier an.

Als Walter seine Jugendliebe wieder trifft, studiert er noch mal. - Foto: LEONINE Studios

Wie haben Sie die Dreharbeiten in Regensburg erlebt?

Lauterbach: Es war schön. Alles, was nicht in München gedreht wird, ist angenehm. Die Leute sind dort so unfreundlich den Produktionen gegenüber. In Teilen kann ich das auch nachvollziehen. Wenn du pausenlos die Wohnmobile vor der Tür stehen hast, ist das natürlich auch nicht so toll. In kleineren Städten ist man als Filmteam besser aufgehoben, weil die Menschen noch nicht so genervt sind von den Dreharbeiten. Im Gegenteil: Sie sind interessiert daran und machen als Komparsen mit. Das verbindet schon. Das Hotel, die Lokale – das war schon alles sehr schön.

Wie viel Freizeit bleibt eigentlich während so eines Drehs?

Lauterbach: Das ist unterschiedlich. In dem Fall hatte ich nicht so viel Freizeit, weil ich so gut wie jeden Tag gedreht habe. Bei Rollen, die nicht so zeitintensiv sind, hat man schon mal ein paar Tage frei. Aber selbst in meinem Fall blieb das Wochenende, wobei ich da in der Regel nach Hause gefahren bin, weil es nicht so weit weg ist.

Ich habe ja fast schon auf der ganzen Welt gedreht. Ich mag es, in der Fremde zu arbeiten. Man wird zum einen nicht so als Tourist wahrgenommen und dreht an den schönsten Ecken eines Landes oder Ortes, weil der Film die ja einfangen will. Und man lernt viele interessante Leute kennen. So ist es auch in deutschen Städten, in denen nicht so viel gedreht wird. Da lernst du dann die Bürgermeister kennen – Leute, die dir was von der Stadt erzählen können.

Haben Sie unsere Oberbürgermeisterin getroffen?

Lauterbach: Ich wusste, dass das jetzt kommt (lacht). In dem Fall nicht, nein.

Auch wenn er hier nicht grantig wirkt: Heiner Lauterbach gibt in „Ein fast perfekter Antrag“ den mürrischen Witwer Walter Adler. - Foto: LEONINE Studios

Zunächst sollte der Film „Very Best Ager“ heißen. Als er umbenannt wurde, haben Sie in Sozialen Medien die Frage aufgeworfen, ob der neue, deutsche Titel wirklich besser ist. Haben Sie darauf eine Antwort?

Lauterbach: Der Verleih wollte keinen englischen Titel, weil kurz zuvor ein anderer deutscher Film mit englischem Titel nicht so gut funktioniert hat. Es war nicht auszuschließen, dass es auch am Titel lag. Die Meinung habe ich nicht geteilt.

Ich fand „Very Best Ager“ gut. Wir haben dann eine Liste gemacht. Ich glaube, ich selbst habe 30 neue Titel vorgeschlagen. Am Ende ist es „Ein fast perfekter Antrag“ geworden. Den finde ich nicht schlechter als „Very Best Ager“. Insofern bin ich ganz happy mit dem Titel.

Apropos Antrag, im Trailer zum Film sind zwei zu sehen. Welchen meint der Titel?

Lauterbach: Das ist eine gute Frage, die offen bleibt. Das ist Auslegungssache. Sprechen Sie mich nach der Premiere an und sagen Sie es mir!

Alice (gespielt von Iris Berben) und Walter beim gemeinsamen Dinner. Finden sie wieder zusammen? - Foto: LEONINE Studios

Im echten Leben haben Sie zweimal geheiratet. Haben Sie die Anträge gemacht?

Lauterbach: Ja, die habe ich gemacht.

Ich nehme an, das lief etwas anders ab als im Film?

Lauterbach: Die Anträge im Film sind ja schon sehr unterschiedlich. Der erste war unglaublich aufwändig und voluminös mit dieser Rube-Goldberg-Maschine. Der zweite war sehr sachlich. Meine eigenen Anträge lagen irgendwo dazwischen. Vor allem aber wusste ich, dass die Frauen das gutheißen oder sogar erwarten. Ich war mir der Reaktion sicher, das ist im Film nicht der Fall.

Wie sehr unterscheiden Sie sich von der Figur im Film?

Lauterbach: Wir unterscheiden uns schon sehr. Walter ist Ingenieur. Und ich das genaue Gegenteil. Die Rolle ist schon sehr weit weg von mir. Ich versuche immer, den Figuren möglichst viel von mir zu geben, damit die Authentizität möglichst groß ist – aber bei Walter musste ich schon sehr tief in mir suchen.

Am Mittwoch feiert der Film im Regina Kino Premiere. Worauf darf sich das Publikum freuen?

Lauterbach: Auf eine absolut schöne Romantic Comedy, wie wir sie in Deutschland nicht so oft haben. Ich mochte schon das Drehbuch unglaublich gerne und der Film ist sehr gut geworden. Er trifft meinen Geschmack total – und das sage ich nicht oft von meinen Filmen. Ich liebe ihn.