Regensburger Pfarrer predigt live im Fernsehen – Das hat Olympia damit zu tun

Von Philip Hell · 30. Januar 2026 um 09:00

Großer Auftritt für Regensburger Pfarrer: Stadtdekan Roman Gerl wird in wenigen Wochen den ZDF-Fernsehgottesdienst feiern. So bereitet sich der Geistliche vor.

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Erst vor zwei Jahren war ein Gottesdienst aus der Basilika St. Emmeram live im Fernsehen zu sehen. „Wir sind überrascht, dass das schon wieder auf uns zukommt“, sagt Gerl. „Aber es ist eine Ehre und eine Freude.“ Der Gottesdienst wird am 15. Februar zu sehen sein. Eine Besonderheit: Normalerweise findet der Gottesdienst um 9.30 Uhr statt – aufgrund der Olympischen Winterspiele wird die Übertragung aus Regensburg früher beginnen. Bereits um 9 Uhr beginnt der Gottesdienst. Wer live dabei sein will, soll um 8.30 Uhr in der Basilika sein. Schon am Donnerstag davor laufen die Vorbereitungen an, der Ablauf wird mehrfach geprobt.

Live im ZDF: Tänzer vom Theater Regensburg sind Teil von Fernsehgottesdienst

Der Gottesdienst findet am Faschingssonntag statt – das wird sich auch im Programm widerspiegeln, betont Gerl. Zwar trage man in der fünften Jahreszeit mitunter Masken. „Vielleicht ist Fasching aber auch mal die Möglichkeit, die Masken abzulegen. Echt zu sein, als Mensch.“ Matthias Schlier übernimmt die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. „Wir wollen das Ganze eher modern gestalten“, sagt Gerl. Es solle fröhlich und beschwingt werden – „aber mit Tiefgang“.

Der Gottesdienst sei genauestens geplant, betont Gerl. Es gebe sogar ein Drehbuch, das in Zusammenarbeit mit der zuständigen Redaktion des ZDF entstanden sei. Teil des Programms sei unter anderem ein Auftritt der Performance-Gruppe Passagen unter Leitung von Wagner Moreira vom Theater Regensburg. Die Ausdruckstänzer drehen vorab in der Wolfgangskrypta einen Film, der sich auf die Predigt von Gerl bezieht. Die Aufnahmen werden während des Gottesdienstes eingespielt.

„Warum setzen wir im Leben oft Masken auf?“ Pfarrer Roman Gerl

Natürlich sei so ein Live-Gottesdienst mit einer besonderen Spannung verbunden, sagt Gerl. Dennoch: „Ich versuche, das frei zu gestalten. Damit wird es für die Zuschauer persönlicher.“ Die große Schwierigkeit sei, die eigene Freude am Gottesdienst auch zu transportieren – das habe er beim ersten Gottesdienst 2014 festgestellt.

Auch inhaltlich will Gerl besondere Akzente setzen. Er möchte den Glauben in eine große Gesellschaft weiten, die große Polarisierungen erlebt. Ihm werde es auch um Fake News gehen – in einem weiteren Sinne. Er beobachte, dass Menschen oftmals etwas vorspielen. „Warum setzen wir im Leben oft Masken auf? Es ist oft die Angst, als Versager zu gelten.“ Ihm gehe es beim Gottesdienst darum, den Menschen Mut zu machen, diese Masken abzulegen.

Zuschauer des Gottesdienstes können nach der Sendung bis 18 Uhr anrufen, um über die Predigt zu sprechen. 20 Personen aus dem Umfeld der Dompfarreiengemeinschaft stehen bereit, um die Anrufe anzunehmen.