Das erste Bild: So sieht Regensburgs umstrittenstes Parkhaus aus – Bauarbeiten starten

Von Jonas Raab · 28. Januar 2026 um 17:25

Das Parkhaus, das seit einem Jahrzehnt am Unteren Wöhrd in Regensburg entstehen soll, war schon so einiges: zu teuer, zu groß, zu billig, zu klein, Protestgegenstand und auf Eis gelegt. Schließlich fand der Stadtrat doch noch einen Kompromiss. Nun schreitet das Stadtwerk auf der Baustelle zur Tat – und liefert erstmals Details zum neuen Parkhaus am Alten Eisstadion.

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Jahrelang war die „Visualisierung“ eines grauen Quaders ohne jegliche Ausgestaltung so ziemlich das einzige Bild, das von dem umstrittenen Vorhaben existierte. Das sorgte bei Gegnern, aber auch im Stadtrat für Kritik, schließlich hatte man sich einst aus Kostengründen „gegen ein Parkhaus mit entsprechender architektonischer Gestaltung“ und für ein „einfaches Systemparkhaus mit Fassadenbegrünung“ entschieden.

Die Stadt wirbt bis heute mit einer rudimentären Gelände-Draufsicht im Stil einer Kinderzeichnung für die Mobilitätsdrehscheibe, die am Alten Eisstadion „Parken, Umsteigen, Weiterkommen“ ermöglichen soll. Anfang der Woche veröffentlichte das Stadtwerk schließlich eine detailreiche Visualisierung des Parkhauses, das nun erstmals greifbar wird.

Neues Parkhaus in Regensburg: Viel Grün und neue Bäume am Alten Eisstadion

Die Grafik zeigt eine von insgesamt drei begrünten Fassaden. An der Nordseite des Parkhauses, die in Gitterstreifen-Optik gestaltet ist, sind Bäume zu sehen, die es noch zu pflanzen gilt. Die Treppenhäuser im Osten und Westen überragen das grüne Dach etwas. Laut Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk bildet die Visualisierung das Parkhaus in seinem finalen Planungsstand ab.

Der Bau am Alten Eisstadion soll Gottschalk zufolge im Süden zwischen 14 und 15 Metern in die Höhe wachsen, im Norden sollen es rund 16 Meter werden. „Alle Seiten des Parkhauses erhalten eine vorgehängte Fassade, die verschiedene Funktionen erfüllen muss“, sagt er. Gottschalk zufolge soll sie „optisch ansprechend“ sein und „mit einer Fassadenbegrünung mit Rankseilen oder ähnlichem“ versehen werden. Zudem müsse sie „mindestens ein Drittel Lüftungsquerschnitt, Schall- und Blendschutzfunktion in Richtung Bebauung“ aufweisen.

Der größte Unterschied zwischen der Visualisierung des Stadtwerks und der Darstellung der Stadt liegt im Parkhausvorplatz. Während die eine den jetzt bestehenden Parplatz zeigt, sind in der städtischen Skizze etwa ein Café, ein Schiffsanleger-Platz, ein Hotel-Empfang oder Wohnmobilstellplätze für Tagestouristen zu sehen.

Am Amt für Stadtplanung stellt man sich die Mobilitätsdrehscheibe so vor. Die Skizze zeigt etwa ein Café, einen Schiffsanleger-Platz, einen Hotel-Empfang oder Wohnmobilstellplätze. - Foto: Stadt Regensburg

Laut Stadtsprecherin Katrin Holzgartner ist die Skizze am Amt für Stadtplanung entstanden. „Sie zeigt mögliche Entwicklungsbausteine und -ideen, die je nachdem wie sich die Stellplatznachfrage am Unteren Wöhrd zukünftig entwickelt, weiterverfolgt werden können“, sagt Holzgartner. Für die ein oder anderen Idee bedürfe es aber neuer politischer Beschlüsse und „entsprechender finanzieller Ausstattung“, sagt Holzgartner.

Der Bereich vor dem Parkhaus sei als „integraler Bestandteil der funktionalen Verkehrsinfrastruktur der Mobilitätsdrehscheibe“ vorgesehen und diene der „verkehrlichen Abwicklung“, sagt Holzgartner. Sie zählt die Zu- und Abfahrt zum Parkhaus, die Altstadtbus-Anbindung, Park&Ride-Angebote sowie Fuß- und Radwege auf. Neue Grünbereiche und Bäume sollen „zur Verbesserung des Mikroklimas, zur Gliederung der Verkehrsflächen und zur Einbindung einer geplanten Mittelinsel in die Mobilitätsdrehscheibe“ beitragen, ohne die verkehrlichen Funktionen zu beeinträchtigen. Der aktuelle Stand der Freiraumplanung sei jedoch beim Stadtwerk zu erfragen, sagt Holzgartner. Gottschalk stellt klar: „Die bisherigen Parkplätze außerhalb des Parkhauses werden auch nach dessen Fertigstellung bestehen bleiben.“

Am Montag beginnt das Stadtwerk mit vorbereitenden Arbeiten am Unteren Wöhrd. Das Baufeld wird umzäunt. Zudem wird laut einer Pressemitteilung die „Infrastruktur“ der Baustelle – Fahrwege für die Baufahrzeuge, Lagermöglichkeiten und ein Kranstellplatz – eingerichtet. Den Bauarbeiten fallen die 138 Parkplätze links der Abfahrtsrampe zum Opfer, zudem alle Wohnmobilstellplätze. Die 224 Parkmöglichkeiten rechts der Einfahrt bleiben erhalten. Das Stadtwerk warnt: Falschparker werden abgeschleppt.

Als Alternativen zum Parkplatz am Unteren Wöhrd gibt das Stadtwerk den Parkplatz am Jahnstadion an. Er sei gut an die Innenstadt angeschlossen. Das gelte auch für den Parkplatz neben den Barmherzigen Brüdern und das Parkhaus am Tech Campus.

Mobilitätsdrehscheibe Regensburg: „Sehr effiziente Bauweise mit Fertigbauteilen“

Planung und Bau hat die Firma Goldbeck mit Hauptsitz in Bielefeld übernommen. Das Unternehmen hat in Regensburg beispielsweise die Parkhäuser in der Siemensstraße oder die beiden neuen Parkgaragen beim Biopark gebaut.

Gottschalk geht davon aus, dass die Baustelle am Unteren Wöhrd bis März fertig eingerichtet ist und dann die tatsächlichen Arbeiten beginnen können. Er spricht von einer „sehr effizienten Bauweise mit Fertigbauteilen“. Im dritten Quartal 2027 könnte das Parkhaus, das 580 Stellplätze beherbergen soll, fertig sein.

Kosten soll es rund 11,5 Millionen Euro, dazu kommen eventuell Mehrkosten durch den vorübergehenden Baustopp. Für die gesamte Mobilitätsdrehscheibe samt Parkraumkonzept Innenstadt sind 20,8 Millionen Euro eingeplant.